 Mercedes in Honduras

kfz-tech.de/YMB14
Weltenbummler, wir beobachten in diesem Kapitel zwei davon, genauer gesagt drei, weil die im Wohnmobil zu zweit sind. Ja, es ist so eine Sache, über große Strecken zu reisen, aber darauf kommen wir
noch zu sprechen.
Nein, der Motorschaden ist damit eigentlich nicht gemeint. Den wollen wir jetzt gleich einmal untersuchen, schließlich ist die Kfz-Technik ja unser Dauerthema. Es handelt sich um einen schon etwas älteren
Mercedes 609 D mit einem Vierzylinder-Dieselmotor.
Er gilt als sehr robust und unsere Zwei haben bewusst den einfachsten gewählt, ohne Turbolader und Ladeluftkühler, einfach nur ein Saugmotor mit 4 Liter Hubraum und 66 kW (90 PS). Immerhin
hatte der Motor beim Kauf nur 16.500 km gelaufen.
Was kann da schon passieren, viel besser kann man doch von der Ausrüstung her nicht auf eine große Reise gehen, oder? Aber man sollte vielleicht jedes Gramm der Ausrüstung auf die Goldwaage legen.
Uns kam der Wagen beim Zug auf den Abschleppwagen ziemlich schwer vor.
Bei professionellen Umbauten wird vielleicht mehr auf Leichtbau geachtet, die sind allerdings auch viel teurer. Wir können das höhere Gewicht nicht beweisen. Aber was hat das mit dem Motorschaden zu tun? Nun, wie
Sie sich denken können, nicht der Motor selbst ist Schuld, sondern ein Fahrfehler.
Offensichtlich hat der Wagen bergab so stark geschoben, dass der Motor im zweiten Gang deutlich über die Maximaldrehzahl kam. Der Fahrer hätte das durch Bremsen verhindern müssen. Hat er aber nicht, sagt er auch
selbst. Keine Entschuldigung wäre gewesen, dass es keinen Drehzahlmesser gab.
Und was ist passiert? Ganz einfach, die Kraft zweier Ventilfedern eines Zylinders hat nicht ausgereicht, die Ventile vor dem herannahenden Kolben in Sicherheit zu bringen. Diese wurden krumm geschlagen,
dabei Kolben und Zylinderkopf demoliert und Pleuel und Zylinderlauffläche haben auch etwas abbekommen.
Riesiges Glück im Unglück, dass hinter dem havarierten Wagen ein Mann anhielt, der selbst Jurist, auch einen solchen als Freund hat, der eine recht erfolgreiche Autowerkstatt
betrieb. Die beiden waren somit in guten Händen, nicht unbedingt typisch auf so einer Reise.
So und jetzt können Sie sich oben im Video die endlosen Versuche anschauen, den Wagen nicht nur wieder flott zu kriegen, sondern auch wirklich nachhaltig zu reparieren, und das möglichst auch noch zu
vertretbaren Kosten.
Ja, man kann sagen, so etwas hätte man diesem mittelamerikanischen Land nicht zugetraut. Beim Anschauen des Videos wartet man regelrecht auf den Moment, wo irgendetwas passiert, von dem man
sagen kann, das wird so nicht funktionieren bzw. nicht lange halten.
Nein, er kommt nicht. Offensichtlich wird mit Hilfe des juristisch ausgebildeten Werkstatt-Chefs aus all den vielen Ratschlägen so klug ausgewählt, dass man die Reparatur zwar nicht mit den gleichen Geräten,
wohl aber mit einem ähnlichen Ergebnis wie auch in Deutschland durchgeführt hätte.
Der hat auch noch sehr dazu beigetragen, dass die beiden mit die tollsten drei Wochen verbracht und etwas mehr von Honduras mitbekommen haben, als hätten sie das Land bis auf Kulturtrips und viele
sportliche Aktivitäten durchquert.
Und da sind wir bei der Alternative im Video unten. Irgendwie nach Indien kommen und dort eine zweitägige Reise mit dem Zug zu unternehmen. Da kommt man den Leuten schon ein Stück näher, aber es ist
wohl nicht jedermanns Sache, schon einen Tag vorher nichts zu essen, damit man bloß nicht auf die Toilette muss.
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