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  Luftkühlung 1



Jahrelang galt VW als einer der wichtigsten Verfechter der Luftkühlung. Dieser Typ-3-Motor zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie unglaublich kompakt so ein Motor sein kann. Immerhin verbirgt sich in dem Bild ein kompletter Vierzylinder mit Kühlung, Heizung und Stromversorgung. Nur der Endschalldämpfer fehlt.


Hier ist der größte Profiteur des kompakten Flachmotors zu sehen, der Variant, den es später auch noch als 411 gab. Nur sehr wenige Pkw haben eine über die ganze Länge des Fahrzeugs nutzbare Fläche. Man kann sich den Motor samt Kupplung hinter der Hinterachse kaum vorstellen.


Sogar die Limousine behält noch einen gewissen Gepäckraum hinten. Freilich muss man den bei beiden Varianten ausräumen, wenn man an den Motor will, immerhin nicht nötig, wenn man nur den Ölstand messen oder auffüllen will.


Die Szene wird beherrscht vom flachen Ölbad-Luftfilter, der die beiden Vergaser links und rechts versorgt. Sogar der Generator links neben bzw. hinter dem Verteiler ist in die Versorgung mit Kühlluft einbezogen. Die Klappe zum Gepäck vermag die Wärme allerdings nur bedingt abzuhalten.


Heute ist die Luftkühlung deutlich auf dem Rückzug, sogar bei einem Porsche 911 (Bild), im Grunde nur noch bei speziellen Motorrädern bis höchstens 74 kW (100 PS) vorhanden, meist erheblich weniger. Ein Hauptgrund ist die ungünstige Wärmeübertragung. Bei einem Gas ist halt der Abstand zwischen den Molekülen wesentlich größer als bei einer Flüssigkeit. Wenn also sehr viele Metallmoleküle wegen ihrer hohen Temperatur auf die Systemgrenze trommeln, können sehr wenige Luftmoleküle die Bewegungsenergie schlechter übernehmen und die Metallmoleküle damit abbremsen.

Flüssigkeitskühlung ist gleichmäßiger.

Das funktioniert mit viel mehr Flüssigkeitsmolekülen pro Raumeinheit deutlich besser. Ähnliches würde die Luftkühlung nur mit einer enorm großen Oberfläche erreichen. Dann bliebe aber der ungünstigere Wärmetransport als Nachteil bestehen. Auch ist eine Flüssigkeitskühlung wesentlich gleichmäßiger, von der geringeren Geräuschentwicklung und der viel besseren Innenraumheizung gar nicht zu reden.

Luftkühlung lässt den Motor schneller warm werden.

Wussten Sie, dass die Heizung in einem geschlossenen Fahrzeug ein TÜV-relevantes Thema ist. Warum verkauft Renault seinen Twizy offen, auch wenn Türen mitbestellt werden? Weil er keine Heizung hat und sonst die Scheiben beschlagen können. Wer noch die Fahrt zum TÜV im VW-Käfer kennt, der weiß, wie penibel man dessen Abgas-Wärmetauscher untersuchte und bei zu viel Korrosion dem Wagen die Plakette verweigerte. So etwas ist bei heutigen Fahrzeugen nahezu undenkbar.

Aber die Luftkühlung hat auch Vorteile. Ihr schnelles Aufheizen, günstiges Leistungsgewicht und die Unabhängigkeit des Einbauorts im Fahrzeug. Genau deshalb hat es so viele Heckmotoren mit Luftkühlung gegeben. Und wenn es nicht gerade ein Porsche, sondern eher ein Käfer ist, schafft man den Motorausbau im Wettbewerb in nahezu unschlagbaren 5 - 10 Minuten, und ohne Kühlmittelströme in einer großen Wanne auffangen und entsorgen zu müssen.

Wichtig ist zunächst, dass es für die Luftkühlung im Prinzip fast keine Begrenzung der Motorleistung gibt. Magirus (Bild) hat es mit großen Lkw-Motoren vorgemacht und überhaupt liegt eine der Wurzeln für diese Kühlungsart in der Luftfahrt. Denken Sie nur an die riesigen Sternmotoren (Bild unten), z.T. sogar doppelreihig.


Auch genießen keineswegs nur flüssigkeitsgekühlte Motoren das Privileg einer thermostatischen Regelung. Praktisch alle bekannten luftgekühlten Motoren, sei es neben den VW- und Porsche-Derivaten der Trabi, diverse kleinere Citroën, und viele andere kleinere Modelle von BMW und Fiat, wobei wir östliche Länder, England und sogar die USA nicht unerwähnt lassen sollten.


kfz-tech.de/YKu2







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