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  Kühlmittel



Zugegeben, wer nicht so viele Kilometer im Jahr zurücklegt, wird ganz schön faul. Sicher ist da nur der von früher in einem bestimmten Rhythmus eingeübte Griff zum Ölmessstab, aber der erweist sich bei moderater Fahrweise mehr und mehr als unnötig, was die Faulheit noch verstärkt.

Aber eigentlich ist dabei der meist seitlich nötige Blick auf den Vorratsbehälter mit Kühlmittel doch kein Akt, will aber des Öfteren nicht gelingen. Den Ölmessstab kann man transportieren, wenn es zu dunkel ist, den Behälter nicht. Außerdem ist gerade dessen mittlere Kante durch ihn umgebende Bauteile verdeckt.

Sie sehen, für Faulheit gibt es eine nicht enden wollende Kette von Argumenten. Dabei ist diese gar nicht ungefährlich, denn lange Zeit wurde die Kontrolle ergänzt durch eine Temperaturanzeige ohne Warnleuchte. Man konnte schwören, dass man diese genau dann nicht im Blick hatte, wenn es unbedingt nötig gewesen wäre.

Dabei sind die Folgen nicht zu unterschätzen. Heutige Zylinderköpfe zu reparieren ist erheblich aufwendiger als früher. Denken Sie nur an den komplexen Antrieb der beiden Nockenwellen, und vor allem an die Folgen, wenn sich hier ein Fehler einschleicht. Es kann sogar sein, dass sich dieser erst beim Gasgeben hervortut.

Nein, unbedingt vermeiden. Es keimt sogar der Verdacht, der Motor könnte nie wieder so sein wie vorher, von den Kosten einmal ganz abgesehen. Aber der Schlendrian hat die Eigenschaft, sich besonders dann auszubreiten, wenn das mögliche Problem unter die Wahrnehmungsgrenze fällt, übrigens auch möglich bei in Auftrag gegebenem Service.

Je besser unsere Autos, desto fauler werden wir.

Wenn man da an die Kühlsysteme von früher denkt. Kühler-Reparaturen waren an der Tagesordnung, nicht nur wegen Unfällen, leckende Wasserpumpen eher noch häufiger. Mindestens ein Mal im viel kürzeren Autoleben waren sämtliche Gummiteile zu erneuern. Besonders unangenehm waren Undichtigkeiten an der Heizung innen.

Inzwischen gibt es echt Systeme, die erreichen bei wenig Kilometern knapp 10 Jahre, bis nachgefüllt wird. Und deshalb hier ein Tipp für alle, die vor ihrer eigenen Faulheit schon längst kapituliert haben: Legen Sie sich eine Halbliterflasche Mineralwasser in die Reserveradmulde, aber nur, wenn Sie in der Bedienungsanleitung herausgefunden haben, dass es für das Kühlsystem eine Warnleuchte gibt.

Die bildet heutzutage so etwas wie einen Standard in Fahrzeugen. Sollte die dann wegen zu wenig Kühlmittel aufleuchten, fahren Sie mit Blick auf die Temperaturanzeige in aller Ruhe zum nächsten Rastplatz. Der folgende Teil unseres Tipps kann echt gefährlich werden und da nützen auch Handschuhe nichts. Laien/innen haben nämlich die Eigenart, sofort an irgendwelchen Deckeln zu drehen.

Dabei kann schon das gefährlich sein, denn gezielt austretender, heißer Wasserdampf kann Ihnen sogar das Gesicht verbrennen. Warten Sie also, bis alles abgekühlt ist und kippen Sie dann zunächst einmal nur die Hälfte der Flasche nach. Warnt die Leuchte dann während der Weiterfahrt ein zweites Mal, geben Sie dem System den Rest.

Bitte genau kontrollieren, in welchen Behälter Sie Wasser einfüllen!

Warum einigermaßen exakt diese Mengen? Weil Sie das System natürlich anschließend noch mit dem gleichen Anteil reinem Kühlmittelzusatz ergänzen müssen, um das Mischungsverhältnis zu bewahren. Das Knausern mit nur einem viertel Liter vermeidet eine Überfüllung mit möglicher Überflutung am Ende. Nein, den Frostschutzanteil müssen Sie dann nicht mehr messen.

Noch einen Vorteil hat das Wasser im Gepäckraum. Man empfiehlt inzwischen im Auto Vorsorgen gegen lang andauernde Staus. Natürlich gilt das hauptsächlich im Winter, wozu dann auch noch Schutz gegen Kälte bei nicht mehr genügend Sprit im Tank gehört. Da kann auch ein kleiner Vorrat an Mineralwasser helfen, aber auch im heißen Sommer.

Sie können natürlich auch destilliertes oder völlig entsalztes Wasser nehmen, aber dann nicht mehr zum Trinken.

Übrigens könnte uns Kühlmittel demnächst generell wieder mehr interessieren, da E-Autos bis zu doppelt so viel Kühlflüssigkeit benötigen wie Verbrenner. Schon die Auswahl beim Bestellvorgang kann komplizierter sein. Beim Ford E-Transit gibt es z.B. gegen Aufpreis ein Kaltstart-Paket mit zweiter Batterie für Temperaturen bis -29°C. Da haben heutige Verbrenner weniger Probleme.









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