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  Klimaanlage - Einführung 1



Mit der Klimaanlage sind Probleme verbunden. Jetzt würde man in erster Näherung annehmen, es seien nur solche für Fachleute, wie z.B. die Frage, wie wir zu einem möglichst umweltverträglichen Kältemittel kommen. Nein, derartiges wird in diesem Buch zwar auch erläutert, aber das ist hier nicht gemeint. Es geht vielmehr um die Tatsache, dass die Klimaanlage eine Kostenfalle für ganz gewöhnliche Autofahrer/innen sein kann.

Ganz einfach, der Mensch, der ein technisch anspruchsvolles und damit auch teures Gut wie ein Auto benutzt, bringt es regelmäßig zur Inspektion, ein besserer Begriff übrigens als 'Wartung'. Warum diese kleine aber feine Unterscheidung? Weil eine Wartung (nach Wikipedia) Arbeiten wie z.B. Nachstellen, Schmieren, Konservieren, Nachfüllen, Ergänzen bzw. Ersetzen einschließt.

Sieht man sich allerdings die 30 eigentlich arbeitsbezogenen Punkte eines Serviceplans für einen VW-Golf an, dann sind bis auf zwei alles Prüfungen, die in den wenigsten Fällen einer Nachstellung bzw. eines Auffüllens bedürfen. Also bleiben wir bei der Bezeichnung 'Inspektion', denn da steckt aus dem lateinischen Ursprung kommend das Hineinschauen drin.

Anlass zur Kritik gibt es aber erst jetzt, denn obwohl alles Mögliche von der Werkstatt unter die Lupe genommen werden soll, die Klimaanlage ist nicht dabei. Sollten Sie aber jetzt der Meinung sein, die müsse nicht gewartet werden, so sind Sie nur dadurch entschuldigt, dass Sie dieses Buch hier noch nicht gelesen haben.

Vorgreifend können wir Ihnen schon einmal vermitteln, dass eine Klimaanlage ein Gas enthält, das nur unter ziemlichem Druck flüssig wird. Einen Teil der Leitungen durcheilt es also in einem Zustand, in dem es sich auch leicht durch Schlauchwandungen per Diffusion und Anschlüsse verabschieden kann. Wir werden das mit Zahlen einer konkreten Messung belegen.

So waren bei einem VW-Golf mit noch nicht einmal 50.000 km nach sieben Jahren von 525 g Kältemittel 135 g 'verschwunden', was immerhin 25 Prozent ausmacht. Fast noch schlimmer ist, dass auch von einst 28 ml Öl 5 ml (18 Prozent) fehlten. Es liegt die Vermutung nahe, dass es sich hier um einen vergleichsweise günstigen Werdegang einer Klimaanlage handelt, es andere demnach deutlich schlimmer treffen kann, besonders natürlich, wenn in den sieben Jahren ein Defekt auftritt.

Nein, eine Warnung im Display ist nicht ergangen, denn keine Leuchte fühlt sich dafür zuständig. Vielleicht können Sie jetzt schon ahnen, was denn z.B. der weitere Verlust von Öl mit dem Kompressor machen würde, vermutlich das teuerste Teil der Anlage. Der wird sogar ziemlich treffsicher ruiniert, weil z.B. eine automatische Klimaanlage (Climatronic) den Verlust von Kältemittel und damit von Leistung wohl durch übermäßig viel Betrieb des Kompressors zu kompensieren sucht.

Sicher, Sie könnten argumentieren, den Kunden/innen würde ja grundsätzlich das Lesen der Bedienungsanleitung anempfohlen. Aber wer kennt denn als Laie den Wartungsbedarf und die Reparaturrisiken einer Klimaanlage? In der (Marken-) Werkstatt nachgefragt heißt es, man würde alle 'Füllstände' kontrollieren. Wieder so eine, auf die Klimaanlage bezogen, geradezu dümmliche Formulierung, die nur geeignet sein soll, Kunden/innen zu beruhigen.

Sie werden vielleicht erstaunt sein, denn es gibt ja am Auto vielerlei Möglichkeiten, etwas nachzufüllen, das Wasser für die Scheibenreinigung, das Kühlmittel, sogar die Bremsflüssigkeit, aber einen Behälter mit Schraubdeckel für die Klimaanlage suchen sie im Motorraum und auch anderswo vergebens. Das liegt an der schon erwähnten Eigenart des Kältemittels, sich aus einem solchen Behälter zu verabschieden.

Welche Prüfung denn möglich wäre, das schauen wir uns beim Spezialisten Hella an. Der gibt als niedrigste Stufe den Klima-Check an. Der könnte, würde er denn im Rahmen der Inspektion durchgeführt, auch auf einen rasch zu behebenden Defekt hinweisen, wird übrigens jährlich empfohlen. Der Motor soll gestartet und die Gebläsestufen durchgestartet werden. In der Stellung der höchstmöglichen Temperatur soll man nachschauen, ob die Magnetkupplung aktiviert ist.

Bei maximaler Kühlleistung und mittlerer Gebläsestufe soll nach mehreren Minuten die Temperatur an der Mitteldüse 3 bis 8°C betragen. Dann sollen noch Nieder- und Hochdruck geprüft werden mit entsprechenden Sollwerten. Dazu müsste aber ein Gerät angeschlossen werden, wie es oben abgebildet ist. Unklar ist, warum das in der Bedienungsanleitung nicht vorgeschrieben ist.

Allerdings hat das für Sie einen Vorteil: Sie können die Sache mit der Magnetkupplung und dem Nieder- und Hochdruck weglassen und sich auf die Prüfung an der Mitteldüse konzentrieren. Denn wenn die Magnetkupplung nicht aktiviert wird oder Nieder- und Hochdruck nicht stimmen, merken Sie das auch bei der Temperaturentwicklung an der Mitteldüse.

Sie brauchen also weder Werkzeug, noch müssen Sie die Motorhaube öffnen. Wenn Sie das ein paar Mal gemacht haben, kriegen Sie das gewiss auch ohne Thermometer hin und können die Prüfung in sogar noch kürzeren Intervallen wiederholen. Sie hätten dann aus der Not eine Tugend gemacht und die Anschaffung dieses Buches hätte sich schon gelohnt.







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