Vietnam 1

Wenn Sie hier einen Reisebericht erwarten, dann sind Sie falsch. Es mögen zwar ein paar Eigenheiten in diesem Land zur Sprache kommen, aber es geht doch mit großem Nachdruck um Kfz-Technik. Unsere
Suche nach Besonderheiten in anderen Ländern hat sich wieder einmal gelohnt.
Jawohl, es ist YouTube zu verdanken, wo das eine oder andere Video auftaucht, wie man Kfz-Technik auch noch betreiben kann, wobei uns jetzt Asien noch etwas näher ist als Afrika. Es ist die Ernsthaftigkeit
und der Stolz, der uns dort begegnet und begeistert.
Wir sind im Gebiet um den Golf von Tonkin eher im ärmeren Norden des Landes, wichtig zu wissen, in tropischem Monsunklima. Hauptdarstellerin ist eine junge Frau, die wohl eine grundsolide Ausbildung in
Kfz-Technik genossen hat.
Wir können das nur an ihrer Arbeitsweise festmachen. Wo wir vielleicht bei Deutsch sprechenden YouTubern oft arge Fehler im Grundwissen feststellen müssen, ist das hier nicht der Fall, immer auf den
Bereich bezogen, den man sich zutraut.
Allerdings wird auch nicht gesprochen, sondern mit großer Zielstrebigkeit gearbeitet, von einer wirklich guten Kameraführung begleitet. Die junge Frau betreibt eine Werkstatt, wenn man den Raum, deutlich
größer als eine Garage so bezeichnen darf.
Sie hat keine Angestellten und die Kamera führende Person bleibt grundsätzlich im Dunkeln. Man ahnt von ihr, wenn nach der Bergung eines Fahrzeugs nicht nur dieses, sondern auch noch das in die
Werkstatt transportiert werden muss, mit dem man hergekommen war.
Die junge Frau repariert und wartet also nicht nur Fahrzeuge und alle möglichen mechanisch-elektrischen Geräte, sondern kauft ab und zu ein am Straßenrand oder auch im nahegelegenen Fluss
havariertes Fahrzeug und baut es wieder auf.
Das sind die eigentlich spannenden Fälle, von denen wir für Sie einen hervorgeholt haben. Die Frau selbst verfügt über ein Moped und einen dreirädrigen Lastkarren mit zweiradähnlicher Lenkung, großem
Kasten und erstaunlicher Zugkraft wegen Hinterradantrieb und grobstolliger Reifen.
Weil er keine Batterie hat, muss er bei jedem Start wie ein alter Benzinmäher angeworfen werden was der Frau spätestens bei jedem zweiten Versuch gelingt. Der in mehrere Folgen unterteilte Film blendet
meist am Objekt der Begierde ein.
Das ist in unserem Fall ein verlassener Kleintransporter mit Kasten und auf der Beifahrerseite stark eingeknicktem Dach. Fahrzeuge mit großem Anspruch an Karosseriearbeiten sind eigentlich nicht die
Domäne der jungen Frau. Wir werden sehen, wie Sie sich hier aus der Affäre zieht.
Sie schaut sich Innenraum, Lenkung und Antrieb an und schon sehr bald wird dem Eigner, fast immer ein Mann, eine gewisse Menge Geld ausgehändigt. Im Gegenzug erhält sie die Papiere, bisweilen auch
nur als Übertragung zwischen zwei Handys.
Der Kauf ist damit getätigt, die Nummernschilder bleiben dran bzw. wechseln nicht mit dem Besitzer/in. Da steht Sie dann, mit ihrem Moped und einem Gefährt, dass es erst einmal aus der Botanik auf die
Straße zu bringen gilt. Unsereiner wäre da mit nur diesem Instrumentarium ratlos.
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