Suche

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z


Formelsammlung
Alle Tests
 F7 F9




Tankstelle im Wandel



Die jüngsten Preissteigerungen haben bei mir ein Nachdenken über Tankstellen ausgelöst. Ich habe eine lange Erfahrung damit, nicht nur als Kunde. Sie war ganz früher sogar eher die Rettung für meinen Geldbeutel. Und das kam so:

Ein Auto konnte ich mir immer leisten, Steuer und Versicherung hat meine Mutter bezahlt, weil ich ca. 20 km entfernt studierte, aber das Geld für den Sprit, das ja mit den zurückgelegten Kilometern zusammenhing, das musste ich mir selbst irgendwie verdienen.

Der Vater eines Bekannten führte eine Tankstelle, damals eine der neu aufkommenden Billigmarken mit etwas Preisnachlass gegen die Etablierten. Nein, neu war die Tankstelle nun wirklich nicht, aber sie hatte eine Waschhalle mit Hebebühne.

Wie gesagt, ein schon etwas älterer Kfz-Meister führte die Tankstelle. Womit verdiente er das Geld für seine Familie? Natürlich ebenfalls wie heute nicht unbedingt durch den Verkauf von Benzin und Diesel, vielleicht etwas unterstützt durch den Verdienst am Öl.

Übrigens wären wir da bei einer unserer Frankreich-Reisen beinahe auf einen bösen Trick hereingefallen, nämlich, dass einer der Tankwarte, ja, die gab es damals noch, den Ölmessstab zur Prüfung nicht ganz einführte und einem so einen Mangel an Öl nachweisen wollte.

Wenn es dann zu völlig überhöhten Preisen nur 2-Liter-Gebinde gibt, kann man sich vorstellen, was die am Tag verdienten. Nein, wir hatten zum Glück kurz zuvor gemessen. Und auch waren solche Tricks an 'unserer' Tankstelle nicht üblich. Das kann man auch mit ortsansässigen Kunden nicht machen.

Sie lag übrigens an der nicht gerade wichtigsten Ausfallstraße einer Stadt mit ca. 50.000 Einwohnern und spülte genügend Kunden/innen hinein. Ein paar Cent (damals Pfennige) pro Liter beim Tanken zu sparen, war schon immer eine Domäne deutscher Autofahrer/innen.

Nur hierzulande? Man kann sich vorstellen, dass es in einem ebenso autoverliebten Land wie Italien ähnlich war und eben in Frankreich z.B. eher nicht, obwohl man doch so oft vom gallischen Widerspruchsgeist spricht. Zurück zu deutschen Verhältnissen.

Sie ahnen schon längst, worin das größte Nebenverdienst bestand, zumal der Chef Kfz-Meister war. Die Autos früher brauchten nicht nur mehr Kraftstoff und Öl, sondern auch mehr Pflege und Reparatur. So konnte man die (Tacho-) Uhr danach stellen, wann wieder eine bestimmte Reparatur fällig war.

Ich hatte mich auf das sogenannte Ausbüchsen von Achsschenkelbolzen bei VW-Käfern vorn spezialisiert. Aus der Werkstatt meines Vaters war noch eine zufällig genau passende verstellbare Reibahle übrig, so dass ich immer einen reparierten Satz Achsschenkel- und Bundbolzen zur Hand hatte.

Bezahlt wurde ich in der Währung des Kraftstoffs und ich war zufrieden damit. Ein wenig wurde die Tankstelle zu meiner Heimat, was bestimmt nicht an einer besonders gemütlichen Einrichtung lag. Man traf sich trotzdem dort und redete ein wenig Benzin.

Was für eine Veränderung heute? Zum Guten oder eher zum Schlechten. Wir jedenfalls waren näher dran an dem Stoff, der da verkauft wurde und mit ihm einigermaßen vertraut. Heute ist der eher virtuell geworden und neuerdings auch Gegenstand von Abneigung oder sogar Hass?








Sidemap - Technik Impressum E-Mail Datenschutz Sidemap - Hersteller