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Pkw-Bremse



Unsere künftigen Fahrzeuge können so elektrisch werden, wie sie wollen, aber ihre Bremsen werden im Kern beim Lkw pneumatisch und beim Pkw hydraulisch bleiben. 'Brake By Wire' will uns zwar etwas anderes suggerieren, aber auch jeder Tesla bremst noch immer auf diese Art und Weise.


Zugegeben, die Verstärkung der menschlichen Bremskraft musste natürlich elektrisch (Bild oben) organisiert werden, wenn es keinen Verbrennungsmotor mehr gab. Aber auch schon vorher war z.B. eine Vakuumpumpe nötig, die nur eben jetzt elektrisch angetrieben wird.

Offensichtlich sorgt Hydraulik für so eine perfekte Verteilung der Kräfte zwischen linker und rechter Seite, und ein solch präzises und hartes Ansprechverhalten, dass dies elektrisch offenbar nicht realisierbar ist. Nur die Handbremse hat diese Betätigungsart übernommen.


Und noch ein Überbleibsel: Gebremst wird durch Reibung zwischen einem Belag und Metall, meist Grauguss einer Bremsscheibe. Belag auf Bremstrommel gibt es noch bei Kleinwagen und neuerdings wieder bei VWs MEB-Baukasten, aber immer nur an der Hinterachse.

Nein, vorne wird es das nicht geben. Zu groß die Gefahr bei eventuellem Schiefziehen der Bremse z.B. nach verschiedenen Wettereinflüssen zu beiden Seiten des Autos. Und nicht jedem/r kann man beibringen, nach dem Losfahren einmal auf die Bremse zu treten und das Lenkrad festzuhalten.

Scheibenbremsen gibt es viele verschiedene. Das kann ein Kolben innen sein, der den Belag anlegt und gleichzeitig mit dem ganzen Faustsattel den anderen. Klar, dass dieser immer schön gangbar sein muss. Alternativ bis zu fünf (!) Kolben auf jeder Seite, eher etwas für die Oberklasse.


Ach ja, da wäre noch Carbon, nein nicht die Konstruktion wie bei Rennwagen, sondern auf lange Intervalle getrimmt. Auch bei hoher Beanspruchung allein 80.000 km bis zum Belagwechsel. Aber wer kann sich einen Kleinstwagen als Aufpreis leisten?

Das Bremspedal ist zwar im Prinzip an der gleichen Stelle wie beim Lkw, aber es tut etwas völlig anderes. Es sperrt den Weg zum Vorratsbehälter und setzt den Rest im System unter Druck, mit zwei auch wieder hydraulisch verbundenen Kolben verschiedene Radbremszylinder versorgend.

Warum? Weil weniger Hilfssysteme vorhanden sind. Fällt also einer aus, muss der andere es richten. Auf der Autobahn kann man mit der Handbremse kaum ein auch nur einigermaßen akzeptables Ergebnis erzielen. Die beiden Kreise sind auch im Vorratsbehälter streng getrennt.

Nicht immer ist die Aufteilung vorne/hinten wie im Lkw. Denn dann wäre man wieder bei der Handbremse angelangt. Um gleichwertig zu sein, muss ein Vorderrad mit einem gegenüberliegenden Hinterrad verbunden sein. Bleibt die Frage, warum der Wagen trotzdem nicht schiefzieht.

Das hängt mit dem negativen Lenkrollhalbmesser zusammen. Der sorgt für ein automatisches Gegenlenken des dann einzig bremsenden Vorderrades. Das tut es auch, wenn man mit diesem Vorderrad versehentlich etwas von der Straße abgekommen ist.

Ja, die Bremse ist halt ein Sicherheits-Feature. D.h. ein defekter Motor ist eher zu verschmerzen als eine nicht fuktionierende Bremse. Gut, wer Probleme in dem Bereich sehr ernst nimmt. Immerhin kann man ja dank ABS in jeder Situation voll auf die Bremse steigen.

Es gibt im Prinzip keine blockierten Räder mehr. Es kann sein, dass eine Achse überbremst, z.B. bei schlechter Verteilung der Ladung, aber ein mögliches Blockieren schließt das Anti-Blockier-System aus. Nein, der Bremsweg wird dadurch nicht besser, aber die Lenkfähigkeit bleibt erhalten.


Und dann kamen die ganzen anderen Systeme, z.B. das Elektronische Stabilitätsprogramm, das ein schleuderndes Auto bestmöglich durch gezieltes Bremsen einzelner Räder wieder einzufangen versucht. Oder gezieltes Bremsen von beim Anfahren durchdrehender Räder (ESD).

Deutlich mehr Elektronik als im Lkw. Der bremst zwar auch bei äußeren Gefahren automatisch, aber z.B. eine ausgeklüngelte Rekuperation sucht man hier noch vergebens. Und dann immer wieder die Rücksicht auf den/die Fahrer. Niemand darf etwas von den ganzen Regeleien merken.

Auf zwei Bedienelemente reagiert der/die Fahrer/in sehr empfindlich. Er/Sie will sowohl in der Lenkung als auch über das Bremspedal eine Rückkopplung erfahren. Man nennt das bei der Bremse auch Pedalgefühl. Wehe, wenn das nicht stimmt, man hier Unstimmigkeiten zu spüren vermag.

Und was tut die Werkstatt? Sie tauscht bei Bedarf Beläge, sollte einen vorschnellen Tausch der Bremsscheiben durch eventuell mögliches Abdrehen vermeiden helfen, wenn es kostengünstiger ist. Sie achtet bei alledem auf Dichtigkeit und Gangbarkeit.


Und dann die Bremsflüssigkeit. Als 'hygroskopisch' wird sie bezeichnet, also Wasser ansaugend. Wird das in der Nähe zur Bremse zu Dampf, hat man ein Problem. Deshalb regelmäßig am Rad abzapfen und mit entsprechenden Geräten prüfen lassen.









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