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Karosserie



kfz-tech.de/PME103

Was ist eigentlich das Besondere an einer Karosserie? Klar, wie bei einem Gebäude soll kein Wasser ins Innere dringen, eine besondere Herausforderung, weil eine Karosserie auch öfter durch Unwetter bewegt wird. Das wird übrigens bei Neufahrzeugen immer noch zumindest stichprobenartig überprüft.

Wenn 'Bewegung' das Stichwort ist, kommt sofort der Luftwiderstand ins Spiel. Es gibt also eine klar definierte Richtung, in der sich so eine Karosserie durch die Luft bewegt. Nur ganz wenige Autos sollen rückwärts einen besseren cW-Wert gehabt haben als vorwärts.

Dieser Wert steht übrigens nur für die Form, muss also noch mit der Querschnittsfläche multipliziert werden. Sie merken schon, wie wichtig auch diese ist. Der Luftwiderstand gilt ab etwa 50 km/h als das wichtigste Hindernis auf dem Weg zum spritsparenden Auto, auch weil er mit dem Quadrat der Geschwindigkeit steigt.

Karosserien werden in aller Regel aus Stahlblech geschneidert. Das gilt beim Lkw für das Fahrerhaus. Busse bestehen meist aus einem beplankten Skelett, erstere und letztere in selbsttragender Bauweise. Aluminium wird in immer größerem Maße verwendet, ist durch Recycling auch energiegünstiger in der Herstellung geworden. Glasfaserverstärkter Kunststoff eignet sich nur für Anbauteile.

Günstig für den unmittelbaren Käfig rund um die Passagiere wäre Carbon, aber das hat sich für die Serienfertigung als zu aufwendig produzierbar und damit zu teuer erwiesen. Stahl- und auch Alublech wird oft mehrmals zur Stabilisierung der Form kalt gepresst und kann direkt weiterverarbeitet werden.

An die angestrebte Dauer von ca. 10 Stunden wird sich die Fertigung der Karosserie besonders gut anpassen lassen, weil sie schon jetzt fast vollautomatisch verläuft. Kritisch ist nur die mehr als millimetergenaue Zusammensetzung. Auch die eigentliche Lackierung mit Ausnahme von Teilen der Vorbereitung und der Nachprüfung braucht keine Menschenhand mehr.

Die Einführung der E-Mobilität wirkt sich auch auf die Karosserie aus. Obwohl höher müsste sie eigentlich zur Erzielung größerer Reichweiten noch aerodynamischer werden. Der Kardantunnel fällt weg, während die Stabilität durch einen äußeren Rahmen aufgebracht werden muss, auch und nicht zuletzt zum Schutz der Batterie bei einem Unfall.

Noch ist deren Gehäuse kaum in die Berechnung der Stabilität der gesamten Karosserie einbezogen, was einen kleinen Gewichtsvorteil bringen würde. Auch ist die Belegung mit Batterien eher durchgehend, für die Füsse von Passagieren bei reinen E-Plattformen viel zu selten Lücken gelassen. Oft wird wegen der 4WDs viel Raum auch bei den entsprechenden 2AWDs verschwendet.

Zusammen mit Design-Gimmiks und Sicherheitsanforderungen hat sich die Rundumsicht nach draußen deutlich verschlechtert, nicht nur durch die Größe der Karosserie auch die Übersichtlichkeit. Maßnahmen dagegen sind die höhere Sitzposition und Kamerasysteme bzw. Akustikwarner. Besonders beim Lkw, Bus und Transporter hilft das enorm.

Geblieben ist die Bedeutung der Optik bezogen auf das Kaufverhalten. Die Leuchteinheiten vorn und hinten spielen dabei eine immer größere Rolle. Das alles hilft ein wenig, die Fahrzeuge einer Marke von denen einer anderen ein wenig unterscheidbarer zu machen. Das war allerdings früher bedeutend einfacher.

Unglaubliches hat man auf dem Feld der Sicherheit bei Unfällen vollbracht. Man ist inzwischen bei einem der Tests bei 64 km/h ungebremst halbseitig auf eine allerdings weiche Beplankung angelangt. Da wäre früher von dem Auto und auch von den Passagieren nichts übriggeblieben. Auch der besonders wichtige Seitenaufprall wurde deutlich verbessert.

Was hatte man früher für Anfälligkeiten durch Korrosion. Vermutlich seit verzinkt wird, ist davon keine Rede mehr. Auch Wachs in Hohlräumen trägt zur Haltbarkeit bei. Um die muss man nur fürchten, wenn das Fahrzeug bei einem Unfall stark deformiert wurde. Die Reparaturmethoden sind zwar stark verbessert, aber ein gewisses Misstrauen bezüglich der Langlebigkeit ist berechtigt.

Lacke sind heute besonders dünn trotz der vielen Schichten. Man kann sie nachmessen und sich so beim Gebrauchtwagenkauf vor zu viel Spachtel schützen. Enorm, was Lacke für Bewegungen des Blechs mitmachen, wie einem beim Ausbeulen ohne Lackieren lebhaft vorführgeführt wird. Sogar Verbundglasscheiben lassen sich unter allerdings sehr einschränkenden Bedingungen reparieren.

Der Gebrauch von Glas ist bei der E-Mobilität etwas eingeschränkt. Es wird zwar großzügig im Dach verwendet, ist aber nicht zu öffnen. Cabrios sind wieder zum Stoffdach zurückgekehrt. Sie sehen zwar freizeitbetonend aus, sind aber in der Regel deutlich schwerer. Auch ihre Stabilität bei einem Unfall dürfte etwas geringer sein.

Die nächste Stufe der Evolution kommt bei der Karosserie mit Einführung des echten Automatisierten Fahrens, dürfte aber noch eine Weile auf sich warten lassen.


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