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Daimler auf Schlingerkurs?



Sind wir denn wenigstens jetzt auf dem richtigen Weg?

Ist das so oder bilden wir uns das nur ein? Ist dieses Übel erst in neuerer Zeit entstanden oder gibt es dafür geschichtliche Belege? Ohne lange weiter zu fragen, wollen wir versuchen zu beweisen, dass man die zweite Frage ruhigen Gewissens mit Ja beantworten kann.

Schauen Sie sich nur den Gründer an, nach dem der Konzern auch heute noch benannt ist. Gottfried Daimler hat bei Deutz in Köln eine leitende Position, also praktisch am Ort des Geschehens, als dort der Viertaktmotor erfunden wird.

Leider spricht er aber dem Erfinder, dem Kaufmann Nikolaus Otto, beinahe jegliche Fachkompetenz ab. Und so fällt der Viertaktmotor bei ihm fürs Erste durch. Dann aber verlässt er Deutz, mit genügend Geldmitteln ausgestattet, und verspricht vertraglich, eine Weile nicht an Motoren zu arbeiten.

Genau das tut er anschließend im kleinen Gartenhaus seiner Villa in Stuttgart zusammen mit seinem Adlatus Wilhelm Maybach. Und woran forschen die beiden? Sie werden es nicht glauben, am Viertaktmotor. Wir sind dagewesen, natürlich heutzutage und nicht damals, und haben uns überzeugt.

Bei ChatGPT erfahren Sie, dass der 'Standuhr-Motor' als der 'erste praktisch verwendbare Benzinmotor für Fahrzeuge' gilt. Und wofür verwenden die beiden den Motor? Für das Reitwagen-Motorrad, die Motorkutsche und den Stahlradwagen, Schluss.

Und wer bringt den Motor möglichst rasch auf die Straße? Peugeot. Die Firma existierte zwar schon, erlebte aber durch den Motor von Daimler und Maybach einen enormen Auftrieb. So schafft man sich einen Konkurrenten, der einem später, z.B. beim Dieselmotor, enorm Konkurrenz machen wird.

Und das bei weitem nicht zum einzigen Mal. So entsteht die Marke gleichen Namens als eine der ersten in Großbritannien, sowie die allerdings nur acht Jahre währende Zusammenarbeit mit William Steinway in USA und, last but not least, Austro Daimler in Österreich.

Man hat den Auftakt der Mobilität durch Verbrennungsmotoren komplett verschlafen, stattdessen Lizenzen verteilt, von einer allerdings nur begrenzten Gültigkeit. So etwa ab 1910 holt dann Konsul Emil Jellinek den begabten Wilhelm Maybach wieder aus der nahenden Bedeutungslosigkeit und sorgt durch Rennerfolge für rasch steigenden Absatz.

Das währt aber nur bis 1907. Da hat man Maybach wieder lange genug vor den Kopf gestoßen und der wechselt in die Firma seines Sohnes. Die gruppiert sich dann als Luxusmarke für längere Zeit über die Marke Mercedes, ungeschickt lässt grüßen.

Ab etwa 1928 protegiert man den Pkw-Verkauf von BMW, gewährt der Marke Platz in den eigenen Verkaufsräumen, baut eine Zeit lang für diese Karosserien, bis man sie groß genug gepäppelt hat. Dann erst bemerkt man, dass daraus ein veritabler Konkurrent geworden ist.

1928 stößt man wiederum Ferdinand Porsche vor den Kopf, sodass der sich letztendlich selbstständig macht und dann der Auto Union hilft, etliche Rennerfolge gegen seine alte Firma einzufahren. So etwas nennt man, mit dem Hintern umstoßen, was man vorher mit den Händen aufgebaut hat.

Für eine Aktion kann man allerdings nichts, nämlich die 30 Käfer-Prototypen bauen und damit im Grunde VW gründen. Da war wohl Hitlers Befehl unüberhörbar. Allerdings wäre das fast hündische Bekenntnis zu den Nazis schon ein eigenes Thema wert.

Aber hier geht es ja um Irrungen und Wirrungen. Z.B. nach dem Krieg, als man BMW zu einem Montagebetrieb für Mercedes machen will, aber leider dabei etwas zu überheblich vorgeht. Man hat sich nicht vorstellen können, dass die Marke wie Phoenix aus der Asche aufsteigen würde.

Riesiger Fehler beim Thema 'Auto Union'. Die kauft man, soweit richtig. Man konstruiert einen Viertaktmotor hinein, wieder richtig. Man verliert die Lust und verkauft an VW, falsch. Man verliert gleichzeitig auch noch einen begabten Ingenieur, Ludwig Kraus.

Haben wir es jetzt? Nein, denn Mercedes scheint wohl die Firma gewesen zu sein, die am meisten in die Weiterentwicklung des Wankelmotors gesteckt hat, um ihn dann zu Grabe zu tragen. Ferner sei nur vorsichtig an die Sache mit dem Elchtest erinnert, übrigens sowohl die A-Klasse als auch den Smart betreffend.

Bei Letzterem hätte man gewarnt sein können, wenn Ferdinand Piëch den Hayek quasi rausschmeißt und Daimler ihn großzügig in eine gemeinsame Tochtergesellschaft übernimmt. Es hat sich nie gelohnt und das war absehbar.

Überhaupt, die Zusammenarbeit mit anderen Firmen. Dass eine so renommierte Marke wie Mercedes eine Tuning-Schmiede wie Cosworth braucht, um mit dem 190 E 2.3-16 einen erfolgreichen kleinen Serienwagen zu bauen, ist doch eigentlich ein Armutszeugnis, oder?

Das leitet über zu einem gewissen Unvermögen die einstig eigene Erfindung als ganz normal brauchbaren Motor in der entsprechenden Stückzahl zu einem schmerzfreien Preis zu bauen. Offenbar so schwierig, dass immer wieder Wege gesucht werden, diese von außen zu beziehen.

Die Rede ist vom Vierzylinder-Reihenmotor, der offensichtlich für Mercedes in seiner Schlichtheit schwer zu akzeptieren ist. In der ersten A-Klasse erscheint er modifiziert um nicht zu sagen kompliziert, sich im Falle eines Unfalls unter das Auto zu schieben.

In der zweiten Serie dann Motoren von Renault. Verständlich ist so etwas bei kleinen Serien, wo die Eigenproduktion nicht lohnt. Aber die gibt es nun mal bei A- und später B-Klasse? Es kommt zu weiterer Zusammenarbeit. Aber auch die währt nicht lange.

Inzwischen ist die Marke Smart in China beheimatet. Mal sehen, wie lange man es mit Geely aushält. Kommt neuerdings sogar ein Verbrennungsmotor als 1,5 Liter-Mild-Hybrid aus China? Ja, das ist tatsächlich mit dem M252 für die Varianten CLA, GLB und GLA geplant.

Sind denn damit die Verhandlungen mit BMW über die Lieferung von Motoren obsolet? So eine Zusammenarbeit hat man schon einmal angedacht, ist aber gescheitert. Würde so etwas in größerem Stil in den Werken in USA z.B. als Reaktion auf die Zölle gemacht, man verstünde es sofort.

Zwischendurch hat man bei Mercedes sogar verlauten lassen, nur noch Luxus zu verkaufen, aber das zum Glück inzwischen wieder zurückgenommen. Ist das ein Konzern mit einer zumindest mittelfristigen verlässlichen Ausrichtung? Eher nein.

Wir möchten in diesem Fall nur ganz kurz auf die riesigen Verluste hinweisen, die durch die Herren Reuter und Schrempp entstanden sind. Dabei ist noch nicht einmal das Engagement der Firma in Berlin gemeint, sondern die irrsinnigen Investitionen unter den Stichworten 'DASA', 'Fokker' und 'Dornier'.

Zu erwähnen seien hier weiter die verlustreichen Beteiligungen an Chrysler, Hyundai und sogar Mitsubishi. Letzterer hat dann den Anfang vom Ende von Schrempp bei Mercedes eingeleitet. Danach hat man erfolgreich Tesla-Aktien gekauft, zwar mit Gewinn, aber dann doch zu frühzeitig wieder verkauft.


Vielleicht sollten wir doch wieder einmal etwas ändern.







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