China-Import
Man redet so viel von der chinesischen Gefahr, uns mit E-Autos zu überschwemmen. Wir aber wollen uns hier um die Gegenseite kümmern, nämlich wie die europäischen Hersteller darauf reagieren. Das ist
vielleicht noch wichtiger.
Stellantis ist einer davon. Man hat schon vor einiger Zeit 'Leapmotor' integriert. Nach Schwierigkeiten mit der Lieferung aus dem polnischen Werk Tychy liefert man nun aus dem Stellantis-Werk Figueruelas in
Spanien, wo auch Opel Corsa, Peugeot 208 und Lancia Ypsilon gefertigt werden.
So, das wäre jetzt eine wohl von beiden Seiten gewollte Partnerschaft, von der noch viel zu erwarten ist. Aber wir wollen uns jetzt eine solche anschauen, die nicht gewollt zu sein scheint, nämlich nicht für den
europäischen Marktstandort.
Das Video oben verrät es schon. Da hat sich einer der beiden Gründer des Miniatur Wunderlands in Hamburg tatsächlich ein nur für den chinesischen Markt gedachtes Auto nach Deutschland bringen lassen,
und darf es tatsächlich hier betreiben.
ChatGPT zitiert über t-online von 22.10.2026 den Importeur Auto China:
| Position | Preis netto |
| AUDI E5 Sportback | 59.980 € |
| Ladeadapter | 950 € |
| EU-Straßenzulassung | 1.500 € |
| Zwei Jahre Garantie | 3.500 € |
| Lieferung | 2.800 € |
| Endpreis inkl. 19 % MwSt. | 81.789 € |
Hätten Sie gedacht, dass die Zusatzkosten zwar hoch erscheinen, aber die Homologation für Deutschland eine von einer Privatperson leistbare Möglichkeit darstellt? Und dabei auch noch so günstig ist. Wie
nahe ist das Auto eigentlich den deutschen Vorschriften?
Nein, Spekulationen verbieten sich, aber immerhin hat Audi der deutschen Firma nicht den Import und Verkauf verboten, nur den Gebrauch der Marken-Embleme und eines Werbespruchs. Vermutlich taucht
das Auto ohne diese Zusätze irgendwann wieder auf.
Immerhin sind auch noch zwei Jahre Garantie enthalten, was immer auch die Ersatzteile kosten. Auch die Versicherung dürfte mit Braun in Bezug auf die Prämien nicht zimperlich umgehen. Auch das
Infotainment auf Chinesisch ist nicht jedermanns Sache.
Aber der ergötzt sich am Gebotenen, u.a. der unglaublichen Geschwindigkeit auf dem Display. Vermutlich juckt es auch noch anderen potentiellen Käufern/innen in den Fingern, so etwas einmal
auszuprobieren. Aber das soll hier nicht Thema sein.
Zwei Informationen aus allerneuster Zeit schrecken uns allerdings auf. Z.B. das China fast den gesamten Automarkt in Russland beherrscht, nachdem sich alle anderen dort zurückgezogen haben. Aber dort
herrscht zurzeit (hoffentlich) noch Krieg.
Gleichzeitig befindet sich der Elektrotrucker auf seiner Reise mit 80 Ladestationen um die Welt gerade an der Grenze zu Georgien. Interessant daran, er kann dort erstmalig eine Ladung nach chinesischem
Standard GB/T ausprobieren.
Was bedeutet das für unser Thema? Die Verbreitung chinesischer Autos ist bis an die Grenze zur EU vorgerückt. Man hat also nicht mehr nur den im Moment vielleicht den gestörten Seeweg oder die Neue
Seidenstraße als Eisenbahn.
Ein/e in der Osttürkei wohnender Mensch bräuchte nur über die Grenze zu fahren, um dort einen solchen Audi zu kaufen und hätte einiges aus der Liste gespart. Irgendwann würde die EU-Straßenzulassung
generalisiert und spätestens dann würde Audi selbst dort kaum noch Autos verkaufen.
Wie könnte sich das auf die übrige EU auswirken?
|