2026 VW-Aktien 1

Es gibt wohl immer noch eine stille Liebe von mir zu VW. Es war zwar keine komplette Ausbildung, sondern das Pflicht-Praktikum im Rahmen meines Studiums, was zu dieser Liebe geführt hat. Irgendwie
habe ich das intensiver durchlebt als meine auszubildenden Kollegen.
Immer, wenn der Meister mich als Abiturienten nicht gerade auf dem Kicker hatte, enteilte ich hin zu den Gesellen, von denen ich irgendein Detailwissen erwarten durfte. Manchmal, z.B. bei Arbeiten an
Fremdmarken, konnte ich sogar eine Idee beisteuern.
Es ist wohl nicht normal, dass man nach nur einem halben Jahr Praktikum für einen Freund einen VW-Motor zerlegen und wieder zusammensetzen kann, der damit (unvernünftigerweise) in die Türkei fährt und
tatsächlich auch noch ohne Reparatur und Undichtigkeit zurückkommt.
Leider wurde meine Liebe später mehrmals auf eine harte Probe gestellt. Ich lernte den Käfer als zwar hervorragend zusammengebaut, aber im Alltag absolut unpraktisches Fahrzeug kennen und wich auf die
viel gebrauchstüchtigeren und sparsameren Franzosen aus.
Irgendwann ab etwa 1974 hatte VW die alte Technik abgestreift und ich bekam einen ersten Fronttriebler von VW fast geschenkt. Mein Fahren wurde etwas sorgloser und noch sparsamer. Und so stieg ich, da
in den Niederlanden lebend, sehr behutsam die Leiter hoch.
Einen unvernünftigen Sprung gab es bei unserer Rückkehr nach Deutschland in Form eines VW-Cabrios. Der dann folgende Golf war ein schönes Auto, aber hat mich durch seine Injektoren-Misere tief
enttäuscht. Nun gut, VW hat ihn mir wieder abkaufen müssen.
Es folgte die zweite Enttäuschung, das Geld natürlich in ein E-Auto von VW anlegen zu wollen. Der Versuch scheiterte an nicht zu fassenden Unfreundlichkeiten. Da war man bei Hyundai wesentlich
zuvorkommender, allerdings nur bis zur Unterschrift unter den Kaufvertrag.
Da bin ich nun glücklich mit einem Hyundai Kona und unglücklich mit der Werkstatt. Und wegen meiner diversen Kfz-Tätigkeiten habe ich natürlich auch VW immer noch im Blick. Nähern will und kann ich
mich nicht, der Kona ist erst drei Jahre alt, was für mich absolut 'neuwertig' bedeutet.
Also eine Näherung der anderen Art. Zufällig fällt mir eine Äußerung von CEO Blume auf, in der er als Dividende in einem halben Jahr deutlich über 6 Prozent verspricht. Da kombiniert sich der Gedanke des
sich Nähernden mit dem des Geschäftemachers.
Die Aktie stand irgendwo bei 90 €. Sie hat sich stufenweise diesem Wert genähert, einstmals von ca. 200 € kommend. Noch tiefer kann sie doch eigentlich nicht sinken, oder? Aber wenn sie weiter fällt, habe
ich wenigstens die fette Dividende.
Ja, die hatte ich mit meinem Investment von 5.000 € dann, wenn auch mit 25% Abzug, Soli und Kirchensteuer. Immerhin ist damit aber auch die Einkommensteuer abgegolten. Aber was nun folgt, ist meine dritte
Enttäuschung von VW.
Das ist wohl das Lehrgeld, das relative Neulinge im Aktiengeschäft bezahlen, wie gesagt, verbunden mit einer ohnehin schon vorhandenen Zwiespältigkeit im Verhältnis zu dieser Marke. Kann man den Schaden
beziffern, wenn man jetzt vorhat, die Aktie lange zu behalten?
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