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  Karosserie - Reparatur 2



Hier demonstriert ein bekannter BMW-Tuner, was man mit modernen Werkstoffen alles machen kann. Im nächsten Bild unten sehen Sie das Ergebnis. Bitte nicht nachmachen, denn vermutlich gibt es dann keine Betriebserlaubnis mehr für das ganze Fahrzeug. Denn eigentlich dürfen Sie, auch bei einem Oldtimer, noch nicht einmal den Außenspiegel an eine andere Stelle versetzen.


Und warum zeigen wir das hier? Weil diese Demonstration auch zeigt, was alles möglich ist, um mit dieser Technik auch Schäden bzw. Unfälle an der Karosserie quasi unsichtbar zu machen. Denn an solchen Kunststoffteilen hilft auch kein Lackschichtmesser. Ergibt sich sofort die Frage, wie man denn trotzdem noch schlecht reparierte und/oder verschwiegene Unfälle erkennt?

Kleine Abweichung gefällig? Ich hatte einen Freund, der war Lehrer u.a. für Geographie. Das erklärt vielleicht, dass er zwar an der Freiheit interessiert war, die Autofahren bietet, nicht aber an Autos selbst. Bisweilen nutzte er sogar freie Tage, um 'nur' durch eine relativ große Gegend zu cruisen. Speed und Beschleunigung waren nicht seine Sache. Hauptsache, das Auto fuhr.

Ich habe einst sogar einen Neuwagen für ihn beim Händler abgeholt, weil er irgendetwas anderes vorhatte. Auch war er starker Raucher selbstgedrehter Zigaretten. Sie ahnen vielleicht schon, worauf das hier hinausläuft. Aber es geht nicht nur um Krümmel. Irgendwie sah der Innenraum schon nach kurzer Zeit wie ein zwanzig Jahre alter aus.

Einmal hat seine Freundin für eine kurze Fahrt mein Auto benutzt und kam schwärmend zurück, dass es wie neu aussähe. War aber eigentlich ganz normal gebraucht, nur sie war seine Rumpelkammer gewohnt. Da lebte er eine Zeitlang auf einem Bauerhof und ich hatte den Motor seines VW-Bullis restlos auseinander. Gerade erst fertig, schwupps war er weg auf dem Weg in die Türkei. Der Motor sollte eigentlich noch erprobt werden.

Ein andermal, noch viel früher, kam er mit seinem alten Käfer von Griechenland zurück. Beide Drehstabfedern auf der Fahrerseite gebrochen. Aber er hat es geschafft, das Auto ohne weitere Kosten nach Hause zu bringen. Sind Sie schon mal mit einem Auto ohne Federung gefahren, und dann auch noch größtenteils (damals Jugoslawiens) buckelige Landstraßen?

Warum erzähle ich Ihnen das? Weil mein Freund natürlich auch beim Kauf eines neuen/anderen Autos Geld sparen wollte. Und so kam er eines Tages auf die glorreiche Idee, sein Auto wiederaufbereiten zu lassen. Und hier war dann der Punkt, wo ich aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Sicher, es war nicht billig, aber der Vorher-/Nachhervergleich war enorm. Würde ich mehr für gebrauchte Autos schwärmen, ich wäre vielleicht auch darauf hereingefallen.

Wie also erkennt man ein ehemals schlecht gepflegtes bzw. sogar mit den oben gezeigten Methoden evtl. zusammengeflicktes Auto? Klar, erste Möglichkeit, sich den/die Verkäufer/in anschauen. Ruhig mit in die Wohnung, wenns möglich ist. Aber im Falle meines Freundes hätte es da keinen Hinweis gegeben. Ja, da kommt immer wieder das Wartungsheft ins Spiel, meiner Meinung nach überbewertet.

Dann würde ich mir z.B. die Reifen anschauen. Einseitiges Ablaufen oder zu viel bzw. zu wenig Druck über längere Zeit lassen auf Schluderei schließen. Vertrauen Sie auf Ihre Sinne. Vielleicht nehmen Sie ja doch noch etwas von dem ewigen Rauchen wahr. Wasserschäden sind oft nur durch Riechen bemerkbar, weil Sie oft an die Flächen unter den Bodenmatten nicht herankommen.


Ist die Karosserie schon einmal repariert worden und der/die Verkäufer/in sagt nichts davon oder weiß es selbst nicht? Hier ist eine akribischere Suche nötig, drüberschauen hilft nicht wirklich, Drunterschauen schon eher. Oben im Bild sehen Sie auf einer Messe mehrere Herren, offensichtlich vom Fach, um eine Haube versammelt, auf der etliche Fehler eingekreist sind.

So ganz scheinen sie sich darüber nicht einig zu sein, denn sie fühlen einzelne noch einmal nach. Und natürlich erfolgt am Ende ein Reparaturversuch, in diesem Fall mit einem speziellen Gummihammer und einem (leider nicht sichtbaren) Gegenhalter von unten. Was das Beispiel aber zeigen soll, ist, wie akribisch man eine lackierte Oberfläche anschauen muss, um nicht später von Fehlern überrascht zu werden.

Sehr interessant ist das Verfolgen von Spaltmaßen. Am einfachsen ist noch, wenn z.B. an einer Heckklappe der Spalt auf der einen Seite zu groß und auf der anderen entsprechend etwas zu klein ist. Das lässt sich vielleich durch eine andere Einstellung beheben, ist aber schon ein Indiz, dass hieran gearbeitet wurde. Schlimmer ist es, wenn ein Spalt auf seiner Länge nicht gleichmäßig breit ist. Es soll allerdings auch Neufahrzeuge geben, die so ein Kriterium nicht erfüllen.

Noch sind die neusten Kreationen der Hersteller nicht alt genug, aber hier wurde es allen außer den ausgesprochenen Profis deutlich schwerer gemacht. Man lässt neuerdings die Motorhaube nicht mehr nach vorn hin über dem Kühlergrill auslaufen, sondern bettet sie rundherum mit einem recht geringen Spaltmaß ein. Hatte man früher noch etwas Bewegungsfreiheit, so müssen heutzutage die Bleche rund um die Haube hundertprozentig sitzen.


An Ihrer Stelle würde ich übrigens die Prüfungen der Lackoberfläche und der Spaltmaße auch an meinem Wagen durchführen, wenn er von der Reparatur eines (hoffentlich unverschuldeten) Unfalls zurückkäme. Und wenn Sie mich fragen, hätte der/die Besitzer/in des Mercedes oben trotz der nicht zu beanstandenden Arbeit Anspruch auf Auszahlung einer Wertminderung, falls es sich um einen Haftpflichtschaden handelt.

Hier sehen Sie auch, wie so ein 'leichter' Schaden an der Seite ein Fahrzeug doch ganz schön im Mtleidenschaft zieht. Sie sollten das im Hinterkopf behalten, wenn Ihnen eine geringe Kaufpreisminderung angeboten wird mit den Hinweisen: 'Zwei neue Türen, Arbeit von einer Fachwerkstatt, mit Rechnung belegt'. Also seien Sie kritisch beim Gebrauchtwagenkauf, natürlich nicht nur in Bezug auf die Karosserie!









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