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  Karosserie - Lackierer/innen



Man könnte meinen, der/die Lackierer/in ist der Luftikus unter den am Fahrzeug Tätigen. Wen von den anderen Berufen interessiert schon der Farbton eines Autos, wenn nicht privat. Dort ist es doch eigentlich 'nur' wichtig, ein Fahrzeug wieder flott zu machen, oder? Freilich soll es dabei gut aussehen und z.B. möglichst nirgendwo eine hässliche Beule haben. Aber wozu muss man mit einem Spezialgerät den Farbton bestimmen?


Rückblende: Meine stille Bewunderung resultiert aus einer Begebenheit bei einer Firma für Leihwagen. Da kommt einer zurück mit einem Lackschaden. Wenn Sie jetzt aber denken, der könnte sofort weiter zu einer Lackiererei fahren, weit gefehlt. Kurz nach ihm trifft ein mobiles Lack-Reparaturkommando ein, auch Lackdoktor genannt.

Jetzt könnte man annehmen, dieser repariert den Lackschaden und dann wird das Auto wieder vermietet. Wieder daneben. Der Wagen ist dem nächsten Kunden schon versprochen, so in knapp 1,5 Stunden. Unsereiner würde da doch verzweifeln, oder? Doch die Lack- und Beulendoktores werben mit 'Jet-Repair'.

Also doch Luftikusse? Weit gefehlt. Es handelt sich um eine im Prinzip standardisierte Methode, wie wir sie in diesem Buch schon beschrieben haben. Noch so ein Beispiel gefällig? Sie kennen vielleicht Richard Rawlings, Star der Reality-TV-Show Fast N 'Loud. Der hat großen Erfolg damit gehabt, Oldtimer zu Hot Rods umzubauen. Das sind Autos, die sich eigentlich jeglichem Nutzwert verweigern.

Neuerdings hilft er landesweit bedrohten Werkstätten, indem er dort bedingslos das Kommando übernimmt und binnen einer Woche diese mit viel Geld vollkommen umkrempelt. Als ihm wieder einmal Zweifel an der erfolgreichen Weiterführung einer hauptsächlich auf Karosseriebau und Lackierung spezialisierten Firma kamen, hat er einen Hammer genommen und in seinen Ferrari eine Beule gehauen. Die sollte dann in 24 Stunden so repariert werden, dass nichts mehr zu sehen war.

Wenn ich Ihnen jetzt noch erzähle, dass die Werkstatt diesen eigentlich nur in Amerika denkbaren Test bestanden hat, müsste Ihnen auch klar sein, wozu man in einer Lackiererei die Farbe eines Wagens bestimmt. Alles weitere dazu in den entsprechenden Kapiteln dieses Buches. Aber es bleibt das Faktum, dass bei dieser Ausbildung der Computer und die Zumessung der neuen Farbe mit Komponenten bis auf das Zehntel Gramm wichtig sind.


Unten wird abgesaugt, von oben kommt Frischluft

Auch wenn Auszubildende dieses Berufszweiges im Handwerk in den ersten beiden Jahren in der Regel noch nicht selbst decklackieren dürfen, eines hat sich sehr geändert, der Gesundheitsschutz. Überall, nicht nur in der Lackierkabine, wird inzwischen abgesaugt. Das betrifft dann auch den Schleifstaub, vermutlich nicht minder gefährlich wie Farbnebel. Lacke sind sehr häufig schon wasserlöslich, aber auch beim Reinigen von Spritzpistolen, die mit Verdünner gearbeitet haben, greifen inzwischen Schutzmaßnahmen.

Wichtig ist, dass der Beruf wohl den noch etwas besseren Schulabschluss verlangt, vielleicht auch wegen seiner größeren Spreizung. Im kleinen Handwerksbetrieb gehören dazu auch Blecharbeiten, weil ein(e) Lackierer/in nicht ausgelastet wäre. Andererseits bilden aber auch Fahrzeughersteller aus. Hier umfasst das Spektrum sogar die Steuerung und Säuberung von Spritz-Robotern. Da wäre man dann auch im industriellen Maßstab tätig, höhere Bezahlung eingeschlossen.

Immer geht es natürlich darum, das Ergebnis der Lackierung kritisch unter die Lupe nehmen zu können, bei Neufahrzeugen natürlich eminent wichtig. Da zählt dann sogar die Unterseite einer Haube mit. Umgekehrt können Fahrzeuglackierer/innen nach der Ausbildung in einer Vielzahl von Positionen Arbeit finden, nicht nur bei Verkehrsbetrieben. Bedenken Sie einfach, welche Güter lackiert oder pulverbeschichtet sind.


Und dann die Oldtimer (Bild oben). Wussten sie, dass die fachgerechte Lackierung eines Oldtimers zu den größten Ausgaben bei der Restaurierung gehören kann, evtl. teurer ist als eine Motor-Revision. Hier entscheidet sich vermutlich auch die künftige Kategorie des Fahrzeugs, die sich natürlich direkt auf den evtl. (Ver-) Kaufpreis auswirkt. Man kann es an den Laien sehen, Schweißen und Montieren trauen Sie sich noch zu, Elektrik bedingt, aber wenn sie klug sind, geben Sie Revisionen und Lackierung zu Spezialisten.

Haben wir es nun? Die schnelle Arbeit des Beilackierens, das evtl. Ausbeulen und Spachteln, am meisten wohl das Schleifen und der Glanz verschiedener Lackschichten. Nein, es fehlen noch die Folien. Schauen Sie sich um, jeder kleine Schreinermeister fährt heutzutage mit einer kompletten Flurtreppe auf seinem Transporter herum. Oder auch die Käufer/innen teurer Autos wollen ab und zu den Farbwechsel, bisweilen sogar bei Leasing-Fahrzeugen, was früher unmöglich gewesen wäre.


Folieren (Bild oben) will gelernt sein, entwickelt sich vermutlich irgendwann einmal zum Ausbildungsberuf. Derzeit werden wohl hauptsächlich Lehrgänge angeboten, für die natürlich Lackierer/innen die erste Wahl wären. Laien trauen sich das zwar oft zu, müssen aber oft mit einem Haufen verunstalteter Folie aufgeben. Wobei es gar nicht so sehr auf die Außenflächen ankommt. Da erwartet man schon immer sehr saubere Arbeit. Aber was ist, wenn man die Türen oder Hauben öffnet?








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