Aerodynamik 5

In dem Video in 'Aerodynamik 1' wird von der Gefahr durch Aerodynamik gesprochen. Bei der FIA soll es Bedenken geben, weil es ab 2026 wieder verstellbare Heckspoiler geben soll, die auf der Graden durch den
Fahrer waagerecht gestellt werden können.
Endlich gibt auch mal jemand öffentlich zu, dass Heckspoiler, die hinten die Traktion verbessern, natürlich die erreichbare Höchstgeschwindigkeit verschlechtern. Vielleicht könnte das so manche(n) Hobby-
Tuner/in davon abhalten, hinten zu Großes und Mächtiges zu montieren.
Aber Spaß beiseite. Die machen sich offenbar ernsthaft Sorgen, dass Formel-1-Wagen die 400-km/h-Grenze erreichen bzw. überwinden könnten. Wer hätte gedacht, dass diese unförmigen Gefährte mit
vier freistehenden, ballonartigen Rädern einmal so schnittig sein könnten.
Sie müssten dann die Motorleistung begrenzen, aber bei nur 1,6 Liter auf sechs Zylinder verteilt, ist eine Minderung kaum sinnvoll. Bleibt die Möglichkeit von weniger Ladedruck. Unglaublich, dass solche
Motoren auch ohne E-Motor ca. 350 kW leisten können.
Ein Auto, das wesentlich schneller auch durch Aerodynamik geworden ist. So etwas ist auch gefährlich. Nämlich dann, wenn sich bei hoher Geschwindigkeit etwas an der Karosserie verändert und nicht nur
die Windschnittigkeit, sondern auch der Abtrieb futsch ist.
Wir sind in der Welt der Formel 1, der aus Sicht der Aerodynamik wohl spannendsten Rennklasse. Hier verändern sich die Autos so schnell, dass man nach ein paar Jahren der Abstinenz schon ein wenig erstaunt die
neueren Generationen anschaut.
Da gibt es z.B. die angedeuteten Innenkotflügel. Denkt man wieder an den Flügel beim Flugzeug, dann wird vielleicht klar, welche Bedeutung die Vorder- und weniger die Hinterreifen haben. Die Luft muss vorne
möglichst vor den Rädern verdrängt werden und kommt hinter dem Auto wieder zusammen.
Das hat zwischendurch der Frontspoiler sehr erfolgreich gemacht und nebenbei noch die Bremsen gekühlt. Der aber wurde dann wieder eingeschränkt, wie alles stets aufwendiger wurde. Obwohl es immer
noch meist dreiflügelige Gebilde sind.
Auch durch diese kann Aerodynamik gefährlich sein, weil bei größerem Abstand der Karosserie vom Boden der Anpressdruck schlagartig nachlässt. Das kann durch die Beschaffenheit der Oberfläche der
Fahrbahn oder durch Fahrfehler bedingt sein.
Also wirken die in ihrer Form ziemlich exakt vorgeschriebenen Deflektoren beruhigend auf die Strömung und somit auch auf die eigenen Heckflügel und sogar noch weiter auf das nachfolgende Auto. Zwei Ziele:
Überholen wird leichter möglich, eigene Aerodynamik leidet fast nicht darunter.
Die senkrechten Außenseiten der Spoiler werden immer größer und man wundert sich, plötzlich sind Radkappen angesagt, wie die Felgen für alle Teams gleich. Sie merken schon, es wird
bedeutend ruhiger an der Vorderachse und deren Umgebung, es sind weniger Tricks möglich.
Ganz bedecken die Radkappen die Räder nicht. Warum? Denken Sie bitte an die enorm kurzen Zeiten für den Radwechsel, der nicht behindert werden darf und an die Tatsache, dass auch Räder von F1-
Fahrzeugen durch Klebegewichte ausgewuchtet werden müssen.
Das Bild oben zeigt auch deutlich die aerodynamisch geformten Elemente der Radaufhängung, Federn und Dämpfung innenliegend. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass vorne auf Druck beanspruchte
Verbindungen die Kraft vom Rad nach innen übertragen. Hinten sind die vermutlich anders herum angeordnet und Zugstreben.
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