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 Toyota 1



Im Band 'Kfz-Geschichte 1' haben wir von der schwierigen Geburt von Toyota berichtet, deren Fortbestand immer am seidenen Faden hing, wie das Land und auch die Firma immer mehr unter den Einfluss des Militärs geriet. Ein um sein Projekt zum Bau eines Personenwagens kämpfender Kiichiro Toyoda muss sich schließlich den Wünschen nach mehr Lastwagen geschlagen geben.

Deren Produktion kann nicht so ohne Weiteres aus dem Boden gestampft werden, ist trotz Kopieren von westlichen Komponenten nur schwer zu realisieren. Trotzdem ist die gesicherte Abnahme der Produkte bei teilweise noch erheblichen Mängeln die Rettung für die Firma. Der schon erkennbare Krieg hat sich wieder einmal als Antreiber erwiesen.

Noch verwunderlicher, dass sich die Geschichte mit einer Unterbrechung von knapp fünf Jahren wiederholt. Japan hat an den Folgen des Zweiten Weltkrieges unendlich zu leiden gehabt, und es gibt eigentlich immer noch keine Chance, einen Kleinwagen in wirtschaftlich vertretbaren Stückzahlen zu bauen und vor allem zu verkaufen.

Über ein Drittel der Industrieproduktion ist zerstört.

Das Land erlebt die hauptsächlich durch die amerikanische Besatzungsmacht erzwungene Stärkung der Gewerkschaften, eine größere Zerschlagung der Macht und des Geldes in den Händen Weniger. Die Versorgung der Bevölkerung gerät an den Rand der Hungersnot. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie da jemand an den Bau auch nur von Kleinwagen denken kann.

Man fasst sogar den Mut, Händler aus der ehemaligen Verbindung mit Nissan für sich zu gewinnen. Auch ein Name wird per Lotterie gewonnen, 'Toyopet' soll der neue heißen (Bild oben). Dabei hat man noch längst nicht die Schwierigkeiten beim Bau der selbsttragenden Karosserie überwunden.

So dümpelt die Firma dahin, gerät immer tiefer in eine Krise, die letztlich mit der durch die Besatzer entschiedenen Bekämpfung der galoppierenden Inflation in einer Katastrophe endet. Es gibt keine Kredite mehr. Letztlich machen auch die Arbeiter Lohnkürzungen und Versprechen nicht mehr mit.

Man schätzt die Schulden von Toyota auf über eine Milliarde Yen. Am Ende lässt man die Firma mit ca. 300 Zulieferern doch nicht Pleite gehen. Kiichiro Toyoda tritt zurück und überlässt die Firma einem entfernten Verwandten seines Schwagers, Taizo Ishida. Ein sechswöchiger Streik kann beigelegt werden.

Natürlich hat sich auch durch die vielen Entlassungen die Einnahmesituation für die Firma nicht geändert. Man erwägt eine gemeinsame Produktion mit Ford. Der Generaldirektor Eiji Toyoda, Kiichiros Vetter, wird sogar nach USA geschickt, kehrt aber mit ernüchternden Ergebnissen zurück.

Nicht was die Verhandlungen betrifft, aber die Produktionsbedingungen eines offensichtlich in der Krise steckenden Giganten. Um 1950 ist die Firma geprägt von den traurigen Hinterlassenschaften eines Henry Ford und den noch keineswegs greifenden Konzepten von dessen Enkel Henry Ford II.

Die Produktion ist wegen des Booms in USA nach dem Zweiten Weltkrieg total ausgelastet, aber technische Fortschritte sucht man vergebens, was auch die Produktion betrifft. Und wenn Eiji die Wahl hat, von den unglaublichen Stückzahlen zu berichten oder den katastrophalen Verhältnissen, bevorzugt er natürlich letzteres.

Auf einmal scheint der zweitgrößte Autohersteller der Welt zwar nicht von der Größe, aber von der Technologie her einholbar. Aber auch das macht die Situation für Toyota nicht besser. Man steht immer noch kurz vor der Pleite. Und die Gespräche mit Ford ziehen sich hin.

Wie schon in der Einleitung zu diesem Kapitel angedeutet, helfen auch diesmal wieder Ereignisse von außen, in diesem Fall der Mitte 1950 begonnene Korea-Krieg auf der einen Seite die Sowjetunion und später China und auf der anderen die USA. Die Auswirkungen reichen bis nach Europa.

In Deutschland zeigt sich die Furcht vor einem Dritten Weltkrieg in leergekauften Regalen.

Für Toyota ist der Krieg hingegen ein Segen, denn die US-Regierung beschließt, die in Korea nötigen Lkw nicht aus den USA, sondern aus Japan zu beziehen. Zum zweiten Mal schafft Toyota einen Beginn mit der Produktion von Lastwagen. Auch die geplante neue, größere Fabrik muss das im Blick behalten.

Deutsche Untertitel möglich . . .








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