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 Porsche



Was ist das eigentlich für eine Firma? Schon der Namensgeber ist eigentlich Autodidakt der Elektrotechnik. Besonders preisgünstig ging es bei dieser Firma kaum zu. Schon der erste Lohner-Porsche war so teuer, dass er die Firma in den Ruin hätte treiben können. Da musste schon ein nationalsozialistischer Diktator kommen, Ferdinand Porsche zur Konstruktion der Käfers in die Schranken zu weisen.

Er hat trotzdem Unglaubliches geleistet, auch wenn nach dem irren Erfolg des Käfers viele dessen Konstruktion für sich reklamierten. Stammt nun der erste Porsche vom Käfer ab oder gab es schon Pläne während seiner Konstruktion, daraus etwas deutlich Sportlicheres zu machen? Aber mit dem immerhin nach dem Krieg noch vorhandenen Team konnte sein Sohn etwas daraus machen.

Waren die ersten Porsches nur getunte Käfer? Nein, weil sie einerseits über eine deutlich eigenständige Karosserie verfügten und Leute ihn getunt haben, die auch an seiner Konstruktion beteiligt gewesen waren. Die wussten, dass man zunächst bei der Kühlung z.B. des Öls und erst dann bei der Gemischzuführung ansetzen musste.

Unter Ferry Porsches geduldiger Führung wurde die Firma trotz erheblicher zu überwindender Hürden erfolgreich, nicht ohne die deutliche Hilfe von VW, wo man schon immer eine Verpflichtung für Porsche empfand. Wenn es eine Firma gibt, die bewiesen hat, dass man durch sportliche Erfolge mehr Autos verkauft, dann ist das Porsche, vielleicht zeitgleich mit Ferrari, damals noch in einer anderen Liga.


Technisch tritt für Außenstehende Ferry Porsche erstmals in den Vordergrund, als er zusammen mit seinem Sohn Alexander die Entwicklung des 911 betreibt. Der ist eigentlich auch schon wieder zu teuer, aber er setzt sich durch. Der Motor lässt aus allen Ecken die Möglichkeiten der Leistungssteigerung durchblinzeln. Und so geht es im Schweinsgalopp die Leiter der Evolution hoch.

Die Firma wächst sehr stark, aber einem fällt auf, dass zwar ungeheuer viele, aber leider zu wenige Rennerfolge in der ersten Liga erreicht werden. Nach nur bedingter Zustimmung von Ferry geht Ferdinand Piëch ein hohes finanzielles Risiko ein und lässt den 917 mit zwölf Zylindern bauen. Wie zu erwarten wird es ein Kampf, aber letztlich steigert der Wagen den Porsche-Ruhm gewaltig.

Der Erfolg führt zu Zwist, da er einem Mitglied der Parallelfamilie zuzuordnen ist, was Ferry und seine Schwester zu der zunächst weisen Entscheidung bringt, alle Familienmitglieder einschließlich sich selbst aus der Firma zu entfernen. Sein Nachfolger wird Ernst Fuhrmann, der schon ab 1954 dem immer noch dem des Käfers ähnelnden Motor mit einer abenteuerlichen Motorsteuerung enorm auf die Sprünge hilft.

Ein guter Ingenieur muss kein guter Betriebsleiter sein. Jedenfalls hat Fuhrmann kein Mittel gegen den sinkenden Dollarkurs Ende der 70er gefunden, für Porsche immer ein wesentlicher Absatzmarkt. Die ersten Lieferungen des Käfers hat man dort nur an die Händler gebracht, indem man sie an die Zuteilung eines Porsches koppelte. Jetzt hätte es eher umgekehrt laufen müssen, aber die VW- waren meist keine Porschehändler mehr.


Zwischendurch floppt der 1977 eingeführte 928, eigentlich ein logisch nachvollziehbarer Schritt in Richtung Luxus und Komfort. Auch der Deutschamerikaner Peter W. Schulz kann bis Ende 1987 das Blatt nicht wenden. Die Bühne betritt Wendelin Wiedeking, den man bei Porsche auch so schnell nicht vergessen wird. Der erkennt, dass die Kunden/innen bei der Ikone 911 hängengeblieben sind.

Geschickt setzt er nicht nur auf weiteres Tuning, sondern nutzt die einfach herzustellende Möglichkeit zur Drehung der Motor-Getriebe-Einheit, um daraus bei dosierten Minderleistung ein Einstiegsmodell zu kreieren, gewissermaßen als Nachfolger des verunglückten 914/6. Eigentlich ist der Boxster als Mittelmotor-Cabrio dem 911 überlegen, wird aber immer preislich weit unter diesem angeboten, zum Vorteil von dessen Gewinnabschöpfung bis heute.

Der Schritt zum Coupé Cayman fast zehn Jahre später ist nur logisch, nicht aber die Übernahme des Touran als Cayenne mit der dem 911 angeglichener Front. Und was kaum jemand erwartet hätte, man ist bereit, für ein Porsche-Markenzeichen auf dem Wagen mehr zu bezahlen, auch wenn die Karosserie beider Fahrzeuge im VW-Werk Bratislava entsteht.

Das Geldverdienen liegt dieser Firma mehr im Blut als anderen. Und so wird 2013 der Audi Q5 als Porsche Macan ins Programm genommen. Man hat inzwischen auch jede Scheu vor dem Dieselmotor aufgegeben, schon längst beim Cayenne. Es wird sich rächen, denn es bringt Porsche in den Kreis der Beschuldigten beim Diesel-Skandal. Inzwischen hat man die Dieselpfade längst verlassen.

Noch ein Skandal, als Wiedeking und Beteiligte des Direktoriums übermütig werden. Man hat unglaublich viel Geld verdient, aber natürlich nicht genug, um VW zu kaufen. Der Plan, es trotzdem mit geliehenem Geld zu versuchen und die Schulden nachher aus den Kassen von VW zurückzuzahlen. Offensichtlich hat die Finanzkrise von 2008 und damit die unglaubliche Verteuerung der Zinsen dieses Vorhaben verhindert. Wiedeking musste abtreten.


Heute ist Porsche die wohl profitabelste Tochter von VW, aber VW gehört auch gleichzeitig zu 53 Prozent der Stammaktien der Porsche Holding, und die wiederum den Familien Piëch und Porsche. 2009 kommt der Panamera als viersitzige Limousine und 2019 der Taycan als erster rein elektrisch betriebener Porsche.








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