 2025/1 Stellantis

kfz-tech.de/YFi28
Normalerweise gibt es Halden, wenn Autohersteller ihre Produkte nicht mehr an den Mann bzw. die Frau bringen können. In diesem Fall aber werden sie gar nicht erst produziert. Die größten Verluste gibt es in
Italien, wo man auf den Stand von vor achtzig Jahren zurückgefallen ist.
Italien war ein Land, aus dem die Automobilindustrie nicht wegzudenken war. Marktführer Fiat gehörte gleichzeitig zu den größten Industrieunternehmen des Landes. Im Lauf der 1950er Jahre stieg man zum
drittgrößten Produzenten weltweit auf.
Diese Position hatte man nach einer längeren Krise 1990 mit dem fünften Platz wiedererlangt. Danach begann der lange Weg erneut in ein tiefes Tal mit nur noch 40 Prozent der Produktion 2021. Vielleicht
kann man die beiden großen Krisen von Fiat ein wenig nachverfolgen.
Wichtiger Teil davon mögen die z.T. vom italienischen Staat erzwungenen Zukäufe anderer Hersteller gewesen sein. Das waren Autobianchi und Lancia 1968, Ferrari 1969, Alfa 1986 und Maserati 1993. Auf
dem Heimatmarkt war der Anteil Fiats von einstmals 70 auf etwas über 20 Prozent gefallen.
Die starke Konkurrenz der Franzosen und neu auch die der Japaner forderten ihren Tribut. Der von Stellantis äußerst günstig zugekaufte Hersteller Chrysler mit seinen Submarken Jeep, Dodge und RAM führte zum
Aufstieg zum zweitgrößten europäischen Hersteller nach VW.
2017 kam es dann zum gleichwertigen Zusammenschluss mit der PSA-Gruppe, man vermutet, um sich besseren Zugang zur E-Mobilität zu verschaffen, die Fiat mehr als andere Hersteller verschlafen hatte.
Es folgte die Ära Stellantis.
Sie hat Fiat in Italien kein Glück gebracht, denn der Marktanteil dort ist noch einmal deutlich gefallen und das schon berichtete Missfallen der Regierung gestiegen. Nach einem Höhenflug landet Stellantis
zurzeit (2025) hinter Toyota, VW, Renault-Group, GM und Hyundai auf Platz 5.
Es ist Stellantis nur sehr langsam gelungen, bestimmte uritalienische Marken wieder zu beleben. Am schlimmsten hat es wohl Autobianchi und Lancia erwischt. Alfa als Speerspitze in eine höhere Klasse hat
man zuerst angefasst, nach Anfangserfolgen aber letztlich negativ beschieden.
Damit scheint der des Öfteren angestrebte Weg auch nur in die obere Mittelklasse wieder einmal verbaut. Als Grund wird zwar mangelnde Qualität genannt, aber eben nicht an erster Stelle, sondern eine fatale
Regelung ausgerechnet durch die Regierung.
Die Rede ist von der krassen Besteuerung von Fahrzeugen mit mehr als zwei Liter Hubraum, die auch Hersteller von Sportwagen oft zu einer italienischen Vierzylinder-Variante zwangen. Es mochte
Alternativen geben, aber völlig ersetzen konnten diese die Sechs- und Achtzylinder der Konkurrenz nicht.
Und man macht falsche Modellpolitik für Fiats Niedergang verantwortlich. Es wurde oft chancenlos gegen Modelle in der Kompaktklasse und darüber konkurriert. Gleichzeitig wurde der sich als Boom andeutende
Markt der SUVs wie später die E-Mobilität verschlafen.
Außerdem wurde das legendäre Image bestimmter Marken wie beispielsweise das von Lancia nicht in Kraft für Marketing umgesetzt. Da bekam Jeep noch mehr Aufmerksamkeit und Ausbreitung über die
Stellantis-Marken als ausgerechnet Lancia.
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