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  Arbeitsstromrelais 2



Relais mit mehreren Schaltkontakten

Im Kraftfahrzeug ist das Relais immer mehr zum langen Arm der Elektronik heruntergestuft worden. Kein Denken mehr an die komplexen Aufgaben, die es dereinst einmal zu erfüllen hatte. Bei Wohnmobilen sind sie noch zur Trennung zweier Batterien üblich. Da bleibt der Stromkreis mit der Starterbatterie unbehelligt vom Verbrauch im Stand. Umgekehrt wird aber dieser wieder aufgeladen, wenn die vom Generator erzeugte Spannung z.B. über 13,6 V (bei 12V-Systemen) steigt.

Natürlich könnten Sie auch einen Handschalter nehmen, der wie das Trennrelais einen relativ großen Querschnitt an den Kontakten haben müsste. Dann würden Sie, abends am neuen Campingplatz angekommen, die Zweit- von der Hauptbatterie trennen und morgens bei der Abfahrt wieder zuschalten. Das Relais erspart Ihnen also Handarbeit, der Name besagt eigentlich so etwas wie die Übertragung oder Auswechslung. Das Besondere an dieser ist dabei wohl, dass diese ohne große Wandlung vollzogen wird.

Sicher haben Sie schon einmal im Hausflur eines Mietshauses gestanden und das Licht ging vorzeitig aus. Ihr spontaner sich bildender Wille war, so schnell und so einfach zu einer erneuten Beleuchtung des Flurs zu kommen, wie nur irgend möglich. Dem trägt dann auch oft ein einfacher Druckknopf Rechnung, bei dem Sie sich nicht darum kümmern müssen, ob ein Schalter nach oben oder nach unten gekippt werden muss. Ein Druck auf den Knopf und das Licht brennt wieder.

Bleibt natürlich die Frage, wie man das Licht wieder ausschalten kann. Da Flurlicht leicht vergessen werden kann, gibt es hier eine Zeitschaltung, wobei im Zählerkasten die Dauer bis zum Ausschalten angepasst werden kann. Sie müssen also gar nichts tun, dürfen aber auch nicht zu sehr trödeln. Bei Ihrem privaten Flur wäre das Ausschalten vielleicht durch einen erneuten Druck auf den Knopf möglich. Ausgeführt werden kann das in älteren Relais mechanisch oder in neueren elektronisch.


Eines mögen Relais gar nicht, die ganze Zeit unter Spannung stehen, denn dann werden sie langsam immer wärmer, was ihrer Wicklung und besonders dem isolierenden Lack dort nicht guttut. Man hat Vorsorgen getroffen, dass so ein Relais das aushält. So gibt es im Magnetschalter des Anlassers zwei Relais. Beide ziehen an zum Einspulen, aber eines der beiden wird danach abgeschaltet. Es verbleibt das sogenannte Halterelais. Das übersteht auch längere Startphasen, oft besser als der Anlasser selbst.


Ist das Relais betätigt, liegt an dessen linkem Teil oben und unten Plus an.

An einer Modelleisenbahn wäre so eine Dauerbetätigung untragbar, weil dort jedes 'Gramm' Strom mit nicht immer ganz billigen Geräten heruntertransformiert werden muss, und man ohnehin auf großen Anlagen recht viel davon braucht und z.B. die Betätigung von Weichen relativ einfach und ohne Kühlung aufgebaut ist. Hier können entweder zwei E-Magneten einander gegenüber angeordnet und durch eine Stange verbunden sein, und mal zieht der eine und dann wieder der andere, oder, deutlich seltener, es gibt nur einen und es wird jeweils umgepolt.

Man muss dabei also einen Stromimpuls von einer Dauerschaltung unterscheiden. Früher hatte man Taster und man wusste, wenn man diesen beliebig lange betätigte oder ein fehlerhafter Kontakt hergestellt wurde, dann war nach kurzer Zeit der E-Magnet durchgebrannt und das Gehäuse geschmolzen. Heutzutage, besonders auch bei elektronischer Steuerung, sichert man das durch Endschalter ab.


Hier haben wir noch einmal die Umkehrung eines Schaltvorgangs abgebildet, allerdings mit einem Schalter. Der muss also im Ruhezustand einschalten. Auch als Taster muss er umgekehrt wie sonst arbeiten. Denken Sie sich ein entsprechendes Relais aus dem vorigen Kapitel dazwischen, dann können Sie auch ganz normale Schalter bzw. Taster verwenden.


Eine solche NICHT-Schaltung gab es früher an der Türöffnung. Wurde er gedrückt, ging das Licht im Innenraum aus. Die nächste ist eine UND-Schaltung, bei der die Lampe nur brennt, wenn beide Schalter betätigt sind. Man nennt sie auch eine Sicherheitsschaltung, die z.B. bei Produktionsmaschinen üblich ist, um beide Hände an die Funktion zu binden, wodurch sie nicht in die Maschine geraten können.


Und schließlich die ODER-Schaltung, womit wir wieder im Treppenhaus wären, wo man das Flurlicht ja von jeder Etage aus einschalten kann. Die Schaltung unten braucht man, wenn ein Zimmer zwei, relativ weit voneinander entfernte Türen hat. Damit kann man an der einen Tür das Licht ein- und an derselben, aber auch an der anderen Tür ausschalten.


Und was haben die letzten vier Schaltungen mit einem Arbeitsstromrelais zu tun? An diesen können natürlich die jeweiligen Schalter durch Relais ersetzt, also automatisiert werden. Und genau dann bilden sie als Logik-Grundschaltungen die Basis für eine Rechenmaschine.

Wir erwähnen den ersten Computer von Konrad Zuse im Kapitel 'Computer-Geschichte 1' und dort steht auch etwas von der ersten Turing-Maschine, die im Krieg den deutschen Enigma-Code entschlüsselte und ebenfalls auf Elektromechanik und noch nicht auf Röhren- oder Transistortechnik beruhte.







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