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  Dieselmotor - HELICOIL©



Wie war doch gleich der letzte Satz des vorigen Kapitels: 'Bis jetzt funktioniert es.' Hat es auch, aber wahrscheinlich hat der uns verlassende Mut, die Montage der beiden Dehnschrauben mit nur einer viertel statt einer halben Umdrehung anzuziehen, eine gewisse Undichtigkeit hervorgebracht, nicht viel aber bleibend ärgerlich.

Irgendwann klingelt das Gewissen. Man hatte zwar gehofft, die Dichtigkeit würde sich irgendwann schon einstellen, weil ja die Injektoren so festzubacken pflegen, dass man sie nur mit einem Schlaghammer herausbekommt, aber leider hat sich die bei den undichten nicht erfüllt. Und da wir ja schon Erfahrung mit dem Ausbau von Injektoren hatten, wurde ein neuer Dichtsatz mit neuen Dehnschrauben bestellt.

Das konnte doch höchstens eine halbe Stunde dauern, zumal nur eine Seite undicht war. Gesagt, getan, beide Injektoren raus, alles gesäubert natürlich einschließlich der Sitze und mit neuen Dichtungen wieder eingebaut. Und dann die Feuerprobe: Würde das damals nur teilrestaurierte Gewinde die zusätzliche Vierteldrehung aushalten. Um es kurz zu machen, die Schraube ist ausgerissen. Jetzt hatten wir aus einer kleinen eine größere Reparatur gemacht.


Erstaunlich genug, drei der Injektoren saßen nicht fest, aber der am dritten Zylinder. Und wieder einen Fehler gemacht, denn wir verfügen nicht über einen Schlaghammer. Und womöglich auch noch den großen kaufen und dann auch noch die Motorhaube abbauen, das wollten wir nun erst recht nicht. Unsere Lösung: Natürlich auf keinen Fall auf die Elektronik oben schlagen, aber ihn mit seitlichen Schlägen auf das gegossene Teil zu einer gewissen Drehung jeweils nach links und rechts veranlassen, das wollten wir ihm schon zutrauen.

Er hat sich nach längerem Tun auch überreden lassen. So war der Weg endlich frei, den Ventildeckel abzunehmen und an unserer Spezialkonstruktion zu arbeiten. Beim vorigen Ausbohren war uns aufgefallen, dass die Richtung der Bohrmaschine doch reichlich unbestimmt geblieben war. Da diesmal sogar größer vorgebohrt werden musste, haben wir in Ermangelung eines so großen Metallstücks Hartholz genommen.

Also auf die Ständerbohrmaschine damit, in der Mitte etwas seitlich versetzt mit 6 mm vorgebohrt und dann den beim Helicoil©-Satz mitgelieferten Bohrer verwendet. Aber halt, nicht ganz durchbohren, um die ursprünglichen 6 mm noch für die exakte Justierung nutzen zu können. So kommt man mit Zurechtschneiden und den beiden Befestigungen am Rand des Zylinderkopfs zu einer relativ exakten Bohrvorbereitung.

Wer sich mit so Gewindesätzen nicht so gut auskennt, findet im Internet genügend Anleitungen dazu. Wir haben also zunächst die große Bohrung in dem Holz zu Ende gebracht und dann weitergemacht, nicht ohne uns über die Tiefe vorher Gedanken zu machen. Allerdings war der Bohrer bis zum Futter gerade so lang, wie wir bohren durften. Mit immer wieder etwas rein und wieder raus haben wir es dann geschafft.


Leider haben wir nicht auf den kleinen Abstand zwischen Holz und Beginn der Bohrung geachtet, so dass sich doch noch Späne zwischen die Nockenwellen geschlichen haben. Da musste dann später der Staubsauger mit Spezialaufsatz ran. Das Gewindeschneiden ist auch nicht ganz so elegant gelaufen wie vorher gedacht. Immerhin sitzt nun die Schraube einerseits fest genug, dass sie nicht wieder ausreißt und bleibt andererseits so leichtgängig, dass man mit nur 8 Nm anziehen kann.

War am Ende alles gut? Nein, denn der Motor ist gar nicht erst angesprungen. Deshalb wieder Fehlerspeicher ausgelesen, der uns auf Englisch einen offenen Injektor-Anschluss meldet. Es lag also ein elektrischer Fehler vor. Den Ersatzinjektor angeschlossen und der Motor lief. Welchen Injektor haben wir ersetzt? Natürlich den störrischen dritten. Wir hätten vor dem auch seitlichen Klopfen die Schaltung oben abschrauben sollen.

Und, haben wir den defekten Injektor gegen einen neuen bzw. überarbeiteten ausgetauscht? Nein. Wir brauchen schlicht keinen Ersatzinjektor mehr. Den hatten wir nur immer dabei, um ihn zur Not anstelle eines defekt gewordenen Injektor anschließen zu können und so den grässlichen Notlauf zu vermeiden.

Jetzt haben wir aber herausgefunden, dass bei unserem Motor ein Widerstand von 120 Ohm ausreicht, um dem Steuergerät einen intakten Injektor zu simulieren. Der Motor läuft also auf drei Zylindern, aber begrenzt nicht die Drehzahl. Außerdem kann der vorhandene Injektor immer noch dazu benutzt werden, um damit einen hyraulisch defekten zu reparieren..









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