Suche

A     B     C     D     E     F     G     H     I     J     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     X     Y     Z




  Mobiles  

  F7     F9


 Buchladen

 Aufgaben/Tests

 Formelsammlung

 Motoröl-Finder






Design - Shooting Brake



Sieht eher aus wie ein Kombi, oder? Soll aber einer der Väter des Shooting Brake sein, dieser auf der Bremen Classic Motorshow aufgenommene Aston Martin DB 5 von 1966. Nein, das ist natürlich nicht das Serienmodell, sondern einer aus einer Sonderanfertigung für David Brown hervorgegangenen kleinen Serie. Durch seine ursprünglich angedachte Verwendung z.B. für die Jagdausrüstung. Vermutlich kommt der Teilbegriff 'Shooting' aus diesem Verwendungszweck.


Von vorn sieht das Auto wie der normale DB 5 aus. Sie wissen vielleicht schon: Das ist der Grundtyp des Fahrzeugs, mit dem Sean Connery sich in Goldfinger mit dem Schleudersitz rettet, um nur ein Beispiel der zahlreichen Gimmicks in diesem Film zu nennen. Und der dann als Kombi oder auf englisch 'Station wagon'? Da musste man ihm schon eine etwas andere Bezeichnung geben. Heute wird 'Shooting brake' ebenfalls mit 'Kombi' übersetzt.

Das wird deutlicher, wenn man 'Shooting Break' schreibt, was mehr dem 'Abbruch' als der 'Bremse' näherkommt. Bekanntlich wurden in Frankreich und auch in England Kombis immer schon mit 'Break' bezeichnet. Damit meinte man aber eher ein Steilheck, denn nur das kann wirklich abbrechen, d.h. z.B. Luftwirbel in hohem Maße hinter sich zurücklassen.


Betrachten Sie aber den momentan neusten Spross der Familie Mercedes, dann transportiert der wohl in geringerem Maße eine Schießausrüstung und ein ausgesprochenes Abbruchheck hat er auch nicht. Übrigens hat man lange Zeit dem Kombi die besseren aerodynamischen Eigenschaften zugesprochen, aber beim CLA von Mercedes ist das Coupé mit einem cW-Wert von 0,23 eindeutig besser als der Shooting Brake mit 0,26.

Womit das Stichwort 'Coupé' gefallen wäre. Aus dem wird nämlich ein Shooting Brake entwickelt, nicht etwa wie der Kombi aus einer Limousine. Das hat er auch mit dem Ursprungsmodell ganz oben gemeinsam. Wenn also nicht, wie bei der A-Klasse, Limousine und Coupé gleich hoch sind, wird für den Shooting Brake die geringere Höhe gewählt. Deren Dachverlauf hält dann der Neigung ein wenig länger stand, um dann schließlich doch mit einer ziemlich flachen großen Heckklappe zu enden.


Dieses Beibehalten des Dachverlaufs ist eigentlich auch der einzige Unterschied zu einem Fastback-Coupé mit großer Heckklappe. Im Bild oben sehen Sie einen ersten serienmäßigen Wagen dieser Bauart, den Reliant Scimitar. In der Generation von 1965 noch als 2+2 Coupé konzipiert, mutierte er ab 1968 zu dieser Form, bei der die Heckklappe praktisch nur aus einer gerahmten Scheibe bestand.


Das erinnert an den sogenannten 'Schneewitchensarg', einen der schönsten Kosenamen, die man in der Autowelt zu vergeben wusste. Es handelt sich also vom Grundmodell her um einen Volvo P 1800 von 1960, der ob seiner langen Bauzeit mit möglichst geringem Aufwand verändert werden sollte. So entstand 1969 diese attraktive Form, ebenfalls mit einer kompletten Glasscheibe als Heckklappe.

Man ist also nicht ganz frei von Zwängen, einen Shooting Brake konzipieren zu müssen. Bei Mercedes war es der Grund, das Einstiegsmodell der A-Klasse preislich günstig zu halten. Eine durch Anforderungen des chinesischen Marktes erforderliche Stufenheck-Limousine kam hinzu, ebenfalls nicht preislich beliebig hoch kalkulierbar. Der von dieser abgeleitete Kombi wäre immer auch vom Preis her verglichen worden, also in ähnlichen Preisregionen gelandet. So kam man auf die Idee, mit dem CLA eine neue Klasse zu gründen, wie vorher schon bei der E-Klasse.

Die Fahrzeuge sehen zwar bis hinter der B-Säule auch im Innenraum gleich aus, sind aber als Coupé und Shooting Brake ein paar Tausend Euro teurer abzusetzen. Zudem kann man ihnen auch noch die günstigsten Motoren vorenthalten und sie ein wenig sportlicher abstimmen. Die Kunden zahlen offensichtlich gern dafür, weil sie Fahrzeuge bevorzugen, die sich von der Masse abheben.







Sidemap - Technik Impressum E-Mail Datenschutz Sidemap - Hersteller