Softwarebasiert 6
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kfz-tech.de/YSD4
Nach alledem, was Sie bisher vielleicht schon über den Begriff 'softwarebasiert' gelesen haben, werden Sie sich fragen, was denn vergleichsweise kleine Firmen wie Elektrobit im Hinblick auf riesige
OEM-Konzerne, Sony oder auch Foxconn überhaupt leisten können.
Dazu vielleicht ein kurzer Rückgriff auf die Zeit, als das Thema 'Abgasentgiftung' im Kfz-Bereich aufkam. Wir haben das an der damals noch eher kleine Firma FEV beobachten können. Die entwickelten damals z.B.
einen Partikelfilter für Peugeot.
Das ist nicht nur aufwendig, braucht also plötzlich einen Zuwachs an ausgebildeten Ingenieuren/innen, sondern wäre für den OEM auch nur eine zeitlich befristete Aufgabe gewesen. Sicherlich war es im
Anfang auch für FEV eine Kraftanstrengung und hat vergleichsweise wenig eingebracht.
Aber was ist, wenn plötzlich alle OEMs dieses Problem haben, die Dieselmotoren verkaufen? Dann kann man doch quasi angepasste Updates an den nächsten verkaufen und hat auch noch mehr Motivation
und Mittel, diese Technik weiter zu entwickeln.
Nehmen wir einen großen Zulieferer wie BOSCH und seine Ausrüstung von unglaublich vielen Fahrzeugen mit Anlagen der Gemischaufbereitung. Man könnte die Liste beliebig fortsetzen und wenn dann auch
noch Konkurrenz der Zulieferer hinzukommt, umso besser.
So und jetzt übertragen Sie das bitte auf die neue Zeit und den Übergang eher hardware- auf softwarebasierte Autos. Und damit nicht genug, denn als nächste Herausforderung lauert da ja schon das
Automatisierte Fahren als Herausforderung.
Und wer nun glaubt, mit ein paar Zeilen neuem Code oder einer großen Menge davon sei es getan, der/die ist auf dem Holzweg. So wie FEV umfangreiche Apparaturen entwickeln musste, um die Neuheiten
z.B. im Abgasstrang zu testen, so ist das auch bei der Erstellung von Software der Fall.
Wer die auch nur zu entwickeln hilft, muss sich Gedanken machen, wie sie denn getestet wird. Man muss Kriterien haben, um den Punkt 'Bestanden' genauer definieren zu können. Man muss wissen, in
welcher Umgebung schon bestehender Software man testet.
FEV hatte offenbar bei dem für Abgastests nötigen Equipment eher Hardware-Probleme. Wir haben bei einem Besuch dort eine unglaubliche Anzahl über- und vor allem unterirdischer Tanks gezählt. So viele
verschiedene Spritsorten gibt es also?
Gerade fertiggestellte Software der heutigen Art braucht im Prinzip nur solche, die für Testzwecke erstellt wurde. Aber halt, selbst Elektrobit braucht offensichtlich auch Ingenieure/innen, die sich mit der
Hardware-Seite auskennen.
Aber noch ein erweiternder Punkt. Wer sich so immer wieder mit annähernd gleichen Problemen 'herumschlagen' muss, neigt naturgemäß dazu, sich in eine übergeordnete Dimension hinein zu begeben, z.B.
mit der Einordnung der Probleme in ein größeres Raster.
Wozu gehört die vorliegende Anforderung? Ist sie näher zum Bereich der Hardware angesiedelt, betrifft sie nur wenige Fahrzeuge oder muss sie der riesigen Gruppe der Fahrzeuge einer Plattform zugeordnet
werden? Wird überhaupt eine Lösung des Problems per OTA möglich sein?
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