Alles ist Software

Diesmal generalisieren wir das Ganze und gehen erst dann in die Einzelheiten, sozusagen eine Top-Down-Analyse. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass es im Automobilbereich kaum noch Probleme mit
der Hardware gibt, aber unendlich viele mit der Software?
Womit wir die im Folgenden einmal ganz umfassend definieren wollen, um zu demonstrieren, wie wichtig sie geworden ist. Es ist also keineswegs nur das Infotainment im Auto, das es früher auch schon im
Verbrenner gegeben hat. Auch dass es jetzt zu einem Betriebssystem gewachsen ist, geschenkt.
Es sind auch nicht nur die Produktionsmethoden wie das Kaizen-System bei Toyota von Isao Kato. Auch die gerade erst wieder stattgefundene Hauptversammlung von VW kann den Begriff 'Software' nicht
füllen. Selbst der Aktienkurs kann der Tatbestand einer 'Software' nicht sein.
Es sind auch nicht die Gewerkschaften bzw. Betriebsräte, die im Laufe der Zeit sehr viel mehr Lohn für ihre Klientel als für vergleichbare Facharbeiter aus dem Mittelstand herausgeholt haben, natürlich nicht für
die Leiharbeiter.
Ist die Welt von Software bestimmt?
Man muss es wohl bejahen. Wenn wir alleine das Geld betrachten, das ja auch zu einem offensichtlich sehr großen Teil aus Software besteht, weil schon längst nicht mehr durch irgendwelche Hardware
gedeckt. Früher sprach man von der Bezahlung in DM durch harte Arbeit.
Da bekam man, wenn es besonders gut lief, 5 DM in die Hand gedrückt für einen Besuch der Kirmes. Aber da musste schon die Belohnung für eine zusätzliche Leistung in der Schule dahinterstecken. Da war
Geld noch Hardware, dass man in seiner Tasche spüren konnte.
Da gingen Autos noch kaputt, weil sie an typischen Wehwehchen litten, immer wieder, so dass man die Kilometer-Uhr danach stellen konnte. Ältere TÜV-Prüfer wussten genau, wo sie bei diesem oder jenen
Wagen-Typ hinschauen mussten, um in ihrem Sinne erfolgreich zu sein.
Vielleicht verbietet man uns auch noch das Bargeld, um besser die Geldströme überwachen zu können. Es müsste doch eigentlich der Wert der Aktie sich am Erfolg eines Autoherstellers bemessen,
stattdessen scheint die Aktionärsversammlung und die Auszahlung der Dividende eine viel größere Rolle zu spielen.
Mal ist Elon Musk Billionär, tags darauf auch wieder nicht. Dabei kann sich doch binnen eines Tages an seinen diversen Firmen nicht so viel verändert haben. Geld scheint deutlich beliebiger geworden zu sein, aber
wer keins hat, der/die bekommt dessen Wert deutlich zu spüren.
Da werden die Preisschilder in den Supermärkten zu einer deutlichen Bremse. Für andere gibt es kein Halten. Warum wird der Vertrag eines Bundestrainers nicht auf die nächste Weltmeisterschaft begrenzt.
Da man ihm jetzt kündigt, muss man ihm noch Millionen Euro hinterherwerfen.
| Das Geld ist offensichtlich schon lange nicht mehr an den Erfolg gebunden. |
Bei Hardware konnte man den Erfolg gewisser Maßnahmen noch besser kontrollieren. Misserfolg in der Software lässt sich offenbar beliebig interpretieren. Allein schon die Frage, ob etwas funktioniert, ist
offenbar nicht mehr so leicht zu klären, eine Zuordnung eventueller Schuld schon gar nicht.
|