API-Zugang gesperrt 2
In API-Nutzung 1 wurde nur der eher harmlose Teil der API-Nutzung erwähnt. Und selbst das ist falsch, weil diese ja im Gegenteil einen wenn auch geringen Schutz gegen Vorgehensweisen von Herstellern
darstellt. Wir waren so naiv, dass wir uns unter dem Begriff: 'Unsere Daten' nie etwas vorstellen konnten.
Also im Klartext: Die API-Nutzung ermöglichte eine relativ einfache Möglichkeit, die Daten, die vom Auto aus an den Hersteller gehen, einfach nur mitlesen zu können. Und genau diese Möglichkeit hat VW
jetzt ein Stück weit durch Umleitung über ein anmeldepflichtiges Webportal erschwert.
Wer sich dafür interessiert, erfährt jetzt auch, welche Daten denn das Werk sich übermitteln lässt. Für Leute wie uns, die sich bisher noch nicht um solche Datenübertragung gekümmert haben, ist das
schon ein wenig erschreckend.
Von wegen nur SoC der Batterie: Der Platz in diesem Kapitel reicht nicht aus, um die Daten über den Fahrzeugzustand, Batterie und Laden, Klima und Komfort, Fahr- und Nutzungsdaten, Wartung und
Diagnose sowie Standort- und Bewegungsdaten aufzuschreiben.
Führen Sie bitte nie einen Bankraub mit einem softwarebasierten Auto durch. Wenn alle möglichen Hersteller entsprechend nachforschen, dann haben Sie keine Chance, unentdeckt zu bleiben. Stellen Sie sich vor,
solche Daten gehen zu den Ermittlungsbehörden.
Vielleicht werden Sie befürworten, dass auf diese Weise Bankräuber/innen gefasst und verurteilt werden. Aber was unterscheidet uns dann noch, zumindest in Verbindung mit unseren Autos, von den Chinesen,
die an jedem Ort eine Kamera installiert haben?
| GPS-Datenskandal im Jahr 2024, bei dem Hacker sich Zugangsdaten von über 800.000 VWs in
Europa zu deren Standortdaten verschafften. |
Das zweite Beispiel, nur so dahingedacht: Kann der eifersüchtige Ehepartner nun anhand der mit dem Fahrzeug erzeugten Daten einen Ehebruch nachweisen, oder zumindest den Verdacht darauf lenken.
Warum tut da niemand etwas dagegen?
Doch, die EU hat reagiert, wenn auch schwach: Es gibt seit 2025 den Data Act, wonach Benutzer vernetzter Produkte einen gesetzlichen Anspruch auf die von diesen Produkten erzeugte Daten haben,
Datenhoheit beim Nutzer, nicht allein beim Hersteller.
Also muss VW den Zugang erhalten und betont das auch: 'Wir stärken die Grundlage für ein zuverlässiges und skalierbares Charging-Data-Ökosystem' und man spricht von einer 'robusteren, standardisierten
Architektur'. Starke Worte, die im Prinzip einen Rückzug begleiten.
Die Charging Data liefert u.a. Ladezustand, Kilometerstand, Zeitstempel, Zugriffsstatus und Fahrzeugstatus und die Charging Control ermöglicht intelligentes Home-Charging über Drittanbieter-Apps zur
Optimierung von Energieverbrauch und Kosten.
Europaweit haben angeblich bereits zehn Anbieter von Charging-Daten die neue Schnittstelle integriert. Allerdings gibt es eine Petition gegen VW (Cariad) von den im vorigen Kapitel erwähnten Benachteiligten.
Die sehen ihre unbedingt nötigen, schnellen Zugriffe in Gefahr.
Angeblich sind die Daten zu Zips zusammengefasst als Mail oder als Archiv erhältlich, also schwerer für die Programme dieser Benutzergruppe zugänglich, vielleicht auch als VW-Aktion das alles ein
Baustein, der die Reise in eine klimafreundlichere Welt ein wenig erschwert.
|