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  Chemie - Kohlenstoff 2



Wie entsteht eigentlich Kohlendioxid? Es ist ein Gas, das durch die Pflanzen in Kohlenstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Sauerstoff ist dann ebenfalls ein Gas, das alle Lebewesen einatmen. Der Kohlenstoff verbleibt in der Pflanze und/oder im Boden, besonders dann, wenn die Pflanze mit hohem Druck überlagert wird.

So wird der Kohlenstoff in den Pflanzen mitsamt diesem zu Erdöl, Erdgas und Steinkohle, bei etwas weniger Druck in höheren Lagen zu Braunkohle und dadurch im Tagebau förderbar. Mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe setzen wir z.T. vor Jahrmillionen gebundenes CO2 wieder frei. Wichtig ist hierbei zu erwähnen, das es dem normalen Kreislauf von CO2-Entstehung und Umwandlung beigefügt wird.

Es folgt ein sehr wichtiger Grundsatz. Nämlich z.B. Holz, in der Kohlenstoff des Kohlendioxids gebunden ist, kann sehr wohl verarbeitet werden, z.B. zu Möbeln, vorausgesetzt es wächst dem Verbrauch entsprechend genügend nach. Wird es allerdings verbrannt, dann tritt der einstmals gebundene Kohlenstoff aus und es entsteht wieder das Kohlendioxid.

Auch wenn man z.B. Kohlenstoff in Algen binden würde, dürften diese nicht von Fischen verspeist werden, denn auch bei der Verbrennung im Körper entsteht das alte Kohlendioxid. Wirklich helfen kann also nur eine Bindung von Kohlenstoff, die nicht mehr chemisch angetastet wird oder eine dauerhafte, solide abgedichtete Speicherung von Kohlendioxid z.B. in nicht mehr benutzten Gaskavernen.

Also müsste man sich auch etwas bei der Benutzung von Holz als Brennstoff überlegen. Leute, die das tun, weisen darauf hin, dass ja nur das CO2 entsteht, das vorher von dem Baum eingesammelt wurde. Ja, ein kleiner Unterschied besteht, denn dieses CO2 stammt noch aus überschaubaren Zeiten, während es bei fossilen Brennstoffen viel älter ist.

Die Betonung liegt demnach auf 'zusätzlich' in den Kreislauf gebrachtes CO2. Das waren die Zeiten, als es noch enormen Überschuss davon gab, etwa so ein Szenario, dass uns allerdings erst in Hunderten von Jahren erwartet, wenn wir so weitermachen. Es gab keine Polkappen, alles Eis war weggeschmolzen, Durchschnittstemperatur ca. 8°C mehr als heute.

Schlauköpfe könnten jetzt auf die Idee kommen zu sagen, dass die Erde dieses Szenario doch offensichtlich auch überlebt habe und warum wir nicht fröhlich so weitermachen. Antwort: Aber wir würden es nicht überleben, riesige Überschwemmungen, Eiszeiten usw. Das Universum ist seit dem Urknall etwa 13 Milliarden Jahre alt, die Erde etwa 5 Milliarden, der Mensch auf ihr aber vermutlich erst 100.000 bis 200.000 Jahre (Faktor 2.500-5.000).

Die unbeeinflusste Natur hat offensichtlich selbstheilende Kräfte. Erst der Mensch hat diese seit der Industriellen Revolution oder zumindest in den letzten 150 Jahren an ihre Grenzen gebracht und selbst wenn wir die Erwärmung jetzt bald in den Griff kriegen würden, erst in Hunderten von Jahren gäbe es überhaupt eine Chance, dass sie sich wieder erholt.

Dem Problem stehen also Lösungen gegenüber. Dazu wäre zunächst einmal der fast so oft wie 'Nachhaltigkeit' gebrauchte Begriff der 'Klimaneutralität' zu erwähnen. Die einen sagen: ‚Klingt gut!', die anderen meinen, dass es nur mit 'Neutralität' wohl nicht getan sein dürfte. Wer hat denn nun Recht?

Es kann ja offensichtlich beinahe alles klimaneutral sein, egal ob z.B. Produktion oder auch Dienstleistung. Das bedeutet zunächst die Neutralität zur Menge an Klimagasen in der Atmosphäre. Diese dürfen also insgesamt durch die genannten Aktivitäten nicht erhöht werden. Das wäre auf den ersten Blick ähnlich wie das Verbrennen von Holz.

Es kommt aber noch schlimmer, denn die sogenannte Kompensation muss nicht ursächlich mit der Erzeugung von CO2 zusammenhängen. Zahle ich also für meinen Flug beispielsweise ein bestimmtes Entgeld an eine Organisation, die Bäume im Regenwald pflanzt, dann könnte ich für mich persönlich diese Reise als klimaneutral abhaken.

Demnächst soll das ja durch die Wiederbelebung des Zertifikatehandels in größerem Stil vorangetrieben werden. Haben Sie ein krummes Gefühl, wenn Sie das lesen? Fühlen Sie sich an den Ablasshandel erinnert, der der Katholischen Kirche damals einen Konkurrenten und Europa 30 Jahre Krieg beschert hat? Solch ein Handel ist von der Art.

Dabei hatten wir doch oben festgelegt, wir wollen den Überhang an Kohlendioxid, der zurzeit nicht von der Natur dereguliert werden kann, unbedingt abbauen. Und dann diese Versprechen, dass dieser oder jener Kfz-Hersteller ab einem bestimmten Jahr klimaneutral sein wird. Die Frage müsste beantwortet werden, wofür er sich entscheidet, kein CO2 mehr ausstoßen oder Kompensation bezahlen. Mit letzterem könnte er sofort klimaneutral werden.

Da wäre es schon ehrlicher zu sagen, man werde gar nichts an Kompensation bezahlen, sondern alles Geld in Verringerung von CO2 z.B. bei Fertigungsprozessen und Rohstoffgewinnung zu stecken. Aber leider wäre damit eine Klimaneutralität nicht zu erreichen. Denn mit Kompensation können Sie alles verkaufen.

Beispiel Technologie von PlugIn-Hybriden: Das sind zurzeit sogar eher große Limousinen, die durch Batterien eine sehr begrenzte elektrische Reichweite erzielen. Da steht dann dabei 'lokal emissionsfrei'. Wenn aber das Navi nicht richtig programmiert war, ein Fahrmodus falsch gewählt wurde oder der/die Fahrer sich umentscheiden, dann könnte nicht mehr genügend elektrische Energie für ein Durchfahren der Stadt vorhanden sein.

Aber das ist das eher kleinere Problem von Hybridautos. Denn, außer vielleicht bei einer ganz ausgefuchsten Technologie z.B. von Toyota verbraucht es auf der Langstrecke eher mehr als nur ein Verbrenner. Hinzu kommt, dass es eine eher bescheidene Ladegeschwindigkeit hat, und auch niemand daran denkt, alle 50 km die Hochvoltbatterie aufzuladen.

Aber für die Hersteller ist so ein Auto zurzeit wie geschaffen. Die müssen im Prinzip nur ein etwas anderes Automatikgetriebe von ZF, eine Batterie im Gepäckraum und die entsprechende Steuerung einbauen und schon kassieren Sie Boni und entfernen sich von eventuellen Strafzahlungen. Und der Staat hilft mit Boni und E-Kennzeichen, dass die Dinger in ausreichendem Maß verkauft werden.

Man kann die Wut von E-Autofahrern/innen gegenüber diesen Gefährten verstehen. Eine ebenso wachsweiche Alternative wie das Zahlen von Kompensationen, dass die Menge an CO2 in der Atmosphäre in keinster Weise verringert, nur dazu gut ist sich ein umweltfreundliches Mäntelchen umzuhängen. Bisweilen lassen sich die Firmen bei Verkauf solcher klimaneutral produzierten Produkte die Kompensation auch noch vom Kunden bezahlen.

Wir hatten es schon erwähnt, aber hätten Sie gedacht, das Käufer von Holzmöbeln im Prinzip mehr für die Umwelt tun als Betreiber/innen von Holzöfen. Im Holz von Möbeln bleibt das CO2, beim Verbrennen wird es wieder frei. Kompensation hat letztlich keine Zukunft. Wir werden uns ein Aufhalten des Klimawandels nicht nur erkaufen können, wir müssen vor allem auch unsere Gewohnheiten ändern.







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