Einführung 1

Ein Zweig der Naturwissenschaften, der die Erscheinungsformen der Materie und die Möglichkeiten untersucht, diese Erscheinungsformen ineinander umzuwandeln. Chemie darf dabei unbedingt nicht nur mit
etwas Künstlichem und damit möglicherweise sogar Ungesundem assoziiert werden.
Man verbindet also alles, was Materie ist, auch mit Chemie, selbst wenn die Erscheinungsformen eben nicht ineinander umgewandelt werden. Als eine Art Bestandsaufnahme der Materie gilt das
Periodensystem - ein Blick in ihre Zusammensetzung.
Hier sind sogar noch organische und anorganische Chemie beieinander. Es geht um die räumliche Anordnung und Verknüpfung von Atomen. Daraus leitet die Chemie Gesetzmäßigkeiten ab. Und jetzt redet
man zum ersten Mal über Stoffe statt über Materie.
Hier können wir den Unterschied zur Physik formulieren: Chemie beschreibt die Stoffe, ihre Zusammensetzung und ihre Eigenschaften und fragt nach möglichen Umwandlungen. Die Physik untersucht, was
diese Stoffe können, welche Eigenschaften sie haben und wie sie sich verhalten.
Einschränkend muss man jedoch sagen, dass auch die Chemie Eigenschaften untersucht, sobald diese von der Struktur eines Stoffes herrühren, zum Beispiel, wie gefährlich ein Stoff in welcher Dosierung ist,
wenn ich mich als Mensch ihm aussetze.
Die Elemente des Periodensystems sind natürlich in der Natur in den seltensten Fällen in Reinform abgreifbar, sondern bedürfen oft sehr vielfältiger Prozesse, zum Beispiel bei Aluminium, die nicht selten auch
mit einem hohen Energieaufwand verbunden sind.
Man merkt hier, wie umfassend der Bereich der Chemie eigentlich ist. Hinzu kommt, dass man solche Stoffe, wenn sie einmal in Reinform als Ansammlung von Atomen gewonnen sind, wieder neu
zusammensetzen kann. Das kann dann mannigfaltige Wirkungen haben.
Für uns Menschen am unmittelbarsten erfassbar sind sie als Medikamente, die durch therapeutische Aktivität zum Beispiel Schmerzen lindern oder Entzündungen behandeln können. Chemikerinnen und
Chemiker stellen die Grundlagen zur Verfügung, nach denen Medikamente entwickelt und hergestellt werden können.
Der Grenzbereich zur Physik wird vielleicht an einem Stoff deutlich, den man in der Kfz-Technik zur Verbesserung des Abgases verwendet. Die Rede ist von Platin, das in geringster Menge im Katalysator
Verwendung findet.
Die Entwicklung des Dreiwege-Katalysators für Benzinmotoren wird John J. Mooney und Carl D. Keith, amerikanischen Chemikern und Ingenieuren, zugeschrieben. Dabei werden unter anderem Platin,
Palladium und Rhodium als katalytisch aktive Edelmetalle eingesetzt.
Die Umwandlung von Kohlenmonoxid (CO) zu Kohlendioxid (CO?), die Oxidation unverbrannter Kohlenwasserstoffe sowie die Reduktion von Stickoxiden (NO?) zu Stickstoff sind chemische Vorgänge. Hier ist
die Grenze zwischen Physik und Chemie fließend.
Auch die Lehre von der Elektrizität bewegt sich oft über die Grenze zwischen beiden Bereichen. Unsereins nimmt sie im Alltag als physikalisches Phänomen wahr. Dabei ist sie aber auch die Grundlage für
den Zusammenhalt von Atomen, sowohl innerhalb der Atome als auch bei ihrer Verbindung untereinander - und damit für einen wesentlichen Bereich der Chemie.
Zum Schluss noch die Erwähnung, dass Chemie nicht nur mit Versuchen arbeitet, bei denen etwas passiert, sondern auch sehr viel mit Modellen, weil die Welt der Chemie oft so klein ist, und als
Wissenschaft mit Definitionen, Theorien und natürlich dem Hilfsbaukasten Mathematik.
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