Chemie des Wassers 2

Hoffentlich haben Sie es inzwischen bemerkt, nämlich, dass wir in diesem Buch neben den Pflichtbereichen wie z.B. dem Periodensystem, auch gerne besonders weiche Themen, wie wir sie nennen,
ansprechen, solche, die mit Chemie etwas näher den Menschen in seinem Alltag abholen.
Dazu haben wir in diesem zweiten Kapitel zum Wasser die Löslichkeit, und zwar die von Salz und Zucker ausgewählt. Wie diese Stoffe hineinkommen, soll beim Meersalz ungeklärt bleiben und ist uns beim
Zucker so vertraut, wie es nur sein kann.
Aber wie kommen sie wieder heraus? Da ist es umgekehrt, weil z.B. Meerwasser in Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung auf riesigen Flächen ausgebreitet wird und wenn der H2O-Anteil
verdunstet ist, das Salz geborgen werden kann.
Und wie ist das beim Zucker? Ist der überhaupt wieder vom Wasser trennbar oder verdunstet der etwa gleich mit? Jedenfalls kann man unter Löslichkeit in der Chemie nicht immer das Gleiche verstehen. Es bleibt
beim Verdunsten nicht einfach eine Lage Zucker übrig.
Haben Sie schon einmal etwas von Kandiszucker gehört bzw. ihren Tee damit verfeinert? Und wenn Sie Krimis lesen, war da schon einmal von dem Knistern die Rede, wenn der heiße Ostfriesen-Tee mit dem
Kandiszucker in Berührung kommt und solche Geräusche macht?
Wichtig dabei, das oder die Kandisstücke sind größer als wenn man wie bei uns den Kandiszucker in die bereits gefüllte Tasse Tee löffelt. Sie sind kalt und durch den heißen Tee entstehen feine
Spannungsrisse und genau dieser Vorgang ergibt den Effekt.
ChatGPT weist aber noch auf einen zweiten physikalisch-chemischen Effekt hin. Es ist die Langsamkeit, die für das zunehmende Süßen während des Genusses von Tee sorgt. Also keineswegs den
Kandiswürfel vor dem Trinken möglichst schnell zur Auflösung bringen.
| Kandiswürfel antworten mit einem Geräusch, bevor sie verschwinden. |
Zucker kristallisiert aus, wenn das Wasser verdunstet, in dem er gelöst war. Allerdings ist die Bildung von Kristallen an eine gewisse Menge an gelöstem Zucker gebunden. Grundsätzlich aber bleiben die
Moleküle in ihrer Zusammensetzung erhalten.
Außerdem darf, anders als bei Salz, die Erwärmung nicht zu stark sein. Dann erhält man nämlich wirklich eine chemische Reaktion. Der Zucker karamellisiert und zersetzt sich schließlich. Mit der
Herstellung von braunem Zucker hat das allerdings wenig zu tun.
Beim Salz bewirkt die Lösung auch gleichzeitig ein Auseinandergehen von Natrium und Clor, wobei die einzelnen Ionen vom Wasser umhüllt und stabilisiert werden. Nach dem Verdunsten des
Wassers kommen sie wieder zusammen.
Die Löslichkeit von Kochsalz in kaltem Wasser ist schon recht hoch, die von der dem Zucker zugrunde liegenden Saccharose deutlich geringer. Sie wächst hier stark mit der Temperatur, bei weitem nicht
so stark wiederum bei Kochsalz.
Die Temperatur spielt also beim Salz sowohl bei der Löslichkeit als auch beim Verdunsten eine untergeordnete Rolle. Es verhält sich immer gleich, während sich die Löslichkeit des Zuckers mit sinkender
Temperatur sehr stark verringert.
|