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  Tank 1



Wir beginnen so langsam, ihm nachzutrauern. Jahrzehnte lang haben wir ihn nicht beachtet, außer, wenn vorne etwas nicht ankam, was für den Vortrieb dringend gebraucht wurde. In den Frühzeiten des Automobils und bei einer noch geringen Tankstellendichte konnte es schon einmal passieren, dass den Autofahrern/innen der Sprit ausging, und man mit dem (natürlich auch leeren) Reservekanister die nächste Tankstelle buchstäblich erlaufen musste, wenn einen keine mitleidige Seele mitnahm.

Doch seit die Verbrenner immer weniger verbrauchen, sind auch da die Ärgernisse geringer geworden. Im Gegenteil, im Moment gefallen sich die Hersteller damit, die Tanks sogar etwas kleiner zu machen. Dabei galt doch bis vor einiger Zeit, dass man an der Tankgröße sicherer als an den Daten im Prospekt erkennen konnte, wie viel ein Auto wirklich verbrauchte.

Eine etwas größere Rolle spielte der Tank, als es Mode wurde, Fahrten mit besonders geringem Verbrauch durchzuführen. Das war z.B. bei der Einführung des Direkteinspritzers beim Dieselmotor der Fall, weil der einen besonders geringen Verbrauch versprach. Es gab Teams, die haben bei gefährlichen 60 km/h über die Autobahn mit normalen Limousinen bis zu 2.000 km geschafft.

Und was hatte der Tank damit zu tun? Ganz einfach, je größer, desto weiter. Also wurden die Fahrzeuge nicht nur nach dem günstigsten Verbrauch, sondern auch nach dem größten Tankinhalt ausgesucht. Damit ist nicht etwa der Inhalt an Kraftstoff bis zur Arretierung der Zapfpistole gemeint, sondern der Wagen wurde z.T. noch aufgebockt und dann wirklich bis zum letzten Zehntelliter gefüllt.

Dabei musste man sich beeilen, auch direkt loszufahren, denn bei Erwärmung des vorher im kühlen Boden der Tankstelle befindlichen Sprits konnte sich dieser ausdehnen und lief dann sofort über. Das deutet auf das Zusatzvolumen hin, das in jedem Tank vorgehalten wird. Stellen Sie sich vor, das würde nach normalem Volltanken auch passieren. Man gehe also von einem Überlaufbehälter aus, der bis zu 5 Prozent des Maximalvolumens aufnehmen kann oder von 10 Prozent Reserve im Tank selbst.

Die Größe des Tanks ist wegen seines Gewichts von Bedeutung. Hier kann man jeden Liter an Auslegung mehr zusammen mit dem Behälter getrost mit einem Kilogramm annehmen. Schon immer spielte das Gewicht und auch die Füllmenge beim Rennsport eine große Rolle. Die war z.B. zu der Zeit der Silberpfeile in den 30er Jahren ein Thema, weil es Spezialbenzin war für höhere, als in der Zeit normal mögliche Verdichtungen war.

Davon brauchte man sehr viel, weshalb die Unterbringung im Rennwagen ein Problem darstellte. Am besten mittig, damit der sich leerende Tank möglichst wenig Einfluss auf die Fahreigenschaften hatte. Ferdinand Porsche verschob deshalb seine Fahrer noch mehr, obwohl die wegen des Sechzehnzylinder-Mittelmotors ohnehin schon ungewöhnlich weit vorn saßen.

Das mögen dann vielleicht 150 Liter bei einem Verbrauch von 70L/100km gewesen sein. Trotz vieler Bemühungen und der vielbeschworenen Anpassungen an den Klimaschutz sind es immer noch 135 Liter. Immerhin ist der Verbrauch auf im Durchschnitt ca. 43L/100km gesenkt, was aber auch daran liegt, dass er während des Rennens sogar von neutraler Seite überwacht wird. Das und z.B. die zulässige Dichte von Kraftstoff ist im Rennsport ein Riesenthema.

In Formel-Rennwagen ist der Tank inzwischen dort angekommen, wo Ferdinand Porsche ihn einst vorgesehen hat. Zwischendurch hatte er auch schon mal seinen Platz neben dem Fahrer, aber das hat sich offensichtlich nicht bewährt. Die Lage des Tanks ist auch von Belang bei der Sicherheit. Kein Pkw hat heute noch den Tank hinter der Hinterachse, womöglich mit Einfüllstutzen hinter dem Nummernschild. Zu gefährlich bei einem Auffahrunfall.

Man nimmt selbst bei Fahrzeugen mit Kardanwelle in Kauf, ihn teilen und sich dann um seine einigermaßen gleichmäßige Entleerung kümmern zu müssen. Auch eine eigentlich erwünschte höhere Last hinten, die bei Fahrzeugen mit Frontmotor und Hinterradantrieb bei einer Anordnung hinter der Hinterachse möglich wäre, wird nicht mehr diskutiert. Hoch hinter der Lehne der Rücksitzbank geht wegen fehlender Durchlademöglichkeit sogar bei Limousinen nicht mehr.

Früher hat man das Problem der Luftzufuhr während des Verbrauchs von Kraftstoff bei Fahrt so gelöst, dass man eine Entlüftungsleitung zunächst von einer Seite aus möglichst weit nach oben, dann zur anderen Seite und wieder nach unten geführt hat. Auch das ist längst verboten. Ein Tank hat dicht zu sein, zumindest bis zu einem gewissen Druck. Wer früher das vorkommende Überlaufen von Diesel z.T. noch auf Asphalt und dessen Angreifbarkeit erlebt hat, weiß, dass allein schon deshalb Kraftstoff nicht in die Umwelt gehört.


Da hilft sogenannte 'Aktivkohle' sehr, über die beim Öffnen eines Ventils Kraftstoff zum Ansaugsystem geleitet wird und dabei ein Anteil des Kraftstoffs zurückgehalten wird. So ein Behälter kann sehr klein sein, aber auch bis zu momentan ca. 50 Liter Größe erreichen. Immerhin kann man ihn anordnen, wo man will, weil er keine Bedienelemente braucht und in der Regel auch nicht ausgetauscht wird. Er regeneriert sich selbst.









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