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 Motorsport 1



Man könnte vermuten, dass der Motorsport bei BMW so eine Art Beigabe gewesen sei, nur geboren, um mehr Kunden/innen für das Produkt zu gewinnen. Man würde der Firma 'Bayerische Motoren Werke' ja noch zubilligen, dass ihre Motoren von Anfang an besonders sportlich ausgelegt waren, aber der Rest des Fahrzeugs nicht. Die Rede ist natürlich von der Neuen Klasse ab 1961.

Für den Motor mag das schon einmal zutreffen. Der wurde von Alex von Falkenhausen konstruiert, gleichzeitig Leiter der Rennsportabteilung und Rennfahrer. Er sollte sich ursprünglich laut Auftrag mit 1.300 cm3 begnügen, legte den Motor aber auf 1.500 cm3 aus mit der Maßgabe, ihn später auf 2 Liter erweitern zu können.

Er gab sich erst einmal zufrieden mit einer obenliegenden Nockenwelle, sah aber schon einen Kettenantrieb und durch Kipphebel V-förmig angeordnete Ventile vor. Er hat sich von den Besonderheiten des Apfelbeck- Motors nach anfänglichen Zweifeln überzeugen lassen und mit diesem erfolgreiche Rekordversuche in einem gebrauchten F1-Chassis von Brabham auf dem Hockenheimring durchgeführt, aber eine Bedeutung für die Rennsportaktivitäten von BMW hat dieser nie erlangt.

Die Frage, ob denn nur der Motor der BMWs ab 1961 sich als motorsportlich geeignet erwiesen hat, muss mit einem klaren Nein beantwortet werden. Schon die Tatsache, dass nach einem größeren Viertürer ein kleinerer Zweitürer entstanden ist, muss aufhorchen lassen. Hier wurde offensichtlich ein Gefährt für flotte Fahrer/innen mit Kindern konzipiert.

Mit der neuen Hinterachse betreibt BMW kräftig Werbung. Nicht nur, dass diese Schräglenker-Konstruktion die Räder eher in leicht negativen, aber niemals in positiven Sturz abgleiten lässt, sie ist auch noch aus leichten Blechpressteilen zusammengesetzt, absolutes Neuland im Bereich der Mittelklasse. Das gilt z.T. auch für die Vorderachse, die an Einfachheit kaum zu überbieten ist.

Später sollen die Federbeine oben etwas mehr nach innen versetzt worden sein. Allerdings behauptet die Quelle, dass dadurch mehr negativer Sturz am kurvenäußeren Rad möglich wurde. Das gilt aber nur, wenn die Domlager gleichzeitig auch etwas mehr nach hinten versetzt worden sind. BMW besaß angeblich zu der Zeit ein Patent bezüglich der Nachlaufstrecke, die zusätzliche Bedeutung zum Nachlaufwinkel hat.

Mein Assistent im Studium hat mir einmal erzählt, dass BMW mit dem Wagen, ich glaube er meinte den 02er, besonderes Glück gehabt habe. Bisweilen sei es der Fall, dass die rein physikalischen Werte wie Länge, Breite, Radstand usw. gerade so glücklich gewählt seien, dass daraus ein exzellentes Fahrwerk entstünde. Er fuhr übrigens keinen BMW, sondern einen Peugeot 504 mit einem ähnlichen Fahrwerk.

Womit fängt man an, die BMWs mehr für den Motorsport zu qualifizieren? Wieder so ein Gerücht ist, dass Burkard Bovensiepen von der Fa. Alpina sich schon früh bei BMW mit einem Set von zwei Doppelvergasern andiente. 1965 entwickelt dann auch BMW seinen 1800er von 1963 über den TI mit zwei Solex-Doppelvergasern und 81 kW (110 PS) weiter zu einer 96 kW (130 PS) Sonder Ausführung mit Weber-Vergasern, der ausdrücklich nur an lizensierte Rennfahrer ausgeliefert wird. Hier ist erstmalig von Homologation die Rede.

Der Wagen hat auch schon die Leistung, die später erst der 2000 TII erreicht. Die Brennräume werden modifiziert, die Ventile vergrößert und die Verdichtung erhöht. Typisch für so ein sportliches Gefährt ist auch der Übergang zu einem Fünfganggetriebe und kürzeren Übersetzungen. Mit diesem Wagen wurde Josef Schnitzer jr. 1965 Zweiter der Deutschen Rundstreckenmeisterschaft. Von dem Team Schnitzer wird noch zu reden sein. Ein Jahr vorher hat man dort mit dem Vertrieb von BMW begonnen.


236 Nm bei 8000/min, 191 kW (260 PS) bei 8500/min

Hier die vom 2L-Serienmotor M10 abgeleitete Apfelbeck-Konstruktion. Sie hat acht Ansaugstutzen mit Flachschiebern, also zwei je Zylinder, und versorgt damit nicht die nebeneinander, sondern die einander gegenüberliegenden Ventile. Für den in der Formel 2 ab 1966/67 eingesetzten Lola-BMW wird der Motor auf 1,6 Liter reduziert. Die Einspritzpumpe stammt von Kugelfischer.


251 Nm bei 7500/min, 232 kW (315 PS) bei 9500/min

Das ist der F2-Motor M12/7, von 1970 bis 1985 eingesetzt. Man ist vom Apfelbeck-Konzept abgewichen und hat trotzdem mehr Drehmoment und Leistung erzielt. BMW ist seit Ende 1970 zwar raus aus der Formel 2, ist aber Motorenlieferant. Der Motor wird auch im BMW 320 Gruppe 5 eingesetzt. Insgesamt werden von ihm knapp 1.000 Exemplare gebaut. Man bezeichnet ihn als den erfolgreichsten BMW Rennmotor überhaupt.

Drei Europameistertitel gewinnen Fahrzeuge mit diesem Motor.


kfz-tech.de/YBM27







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