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  BMW 1 - M 2 B 15



Teilgeöffnet: Erster BMW-Motor mit 5 kW (6,5 PS)
kfz-tech.de/P49

1919

'Eines Tages fuhren Popp, Friz und Stolle - ein von Stolle auseinandergenommener und wieder zusammengefügter alter Mercedes-Wagen aus der Direktionsgarage mußte erprobt werden - zum Walchensee hinüber. Da fragte - und Stolle konnte sich noch genau daran erinnern - der recht verzweifelte Popp gar nicht großspurig, wie er nachher als "General" immer auftrat, vielmehr sehr kollegial und eher wie ein Kumpel fragt: "Was machen wir? Es muss weitergehn, Freunde - Was machen wir? Friz sagte sofort: "Lastwagen-, Bootsmotoren natürlich, was sonst?" Stolle schüttelte den Kopf , "Motorräder müssen gebaut werden", sagte er, "die reißt man uns aus der Hand!"' (Horst Mönnich, BMW Eine deutsche Geschichte).

Martin Stolle ist erst seit kurzem bei BMW. Und wie man schon an der Unterhaltung erkennt, wird er nicht sehr lange bleiben. Da trifft ein trotz seiner jüngeren Jahre erfahrener Motorspezialist, eigene Firma und zuletzt im Krieg für die Wartung von 90 Flugzeugen verantwortlich, auf Max Friz, der sich immer noch als Konstrukteur von Flugzeugmotoren sieht.

Stolle war Douglas-Besitzer und bis zur Pflicht-Abgabe seiner Maschine im Krieg sehr von ihr angetan. Und so kommt es, dass tatsächlich die Konstruktion des legendären BMW-Boxermotors zunächst einmal auf dem maßgenauen Nachbau eines englischen Motors beruht, in diesem Fall einer von Stolle neu beschafften.


kfz-tech.de/P46

So verbleiben Sie nun, die BMW'ler, die nicht mehr viel in ihrer ehemals eigenen Firma zu sagen haben. Verglichen mit der Produktion von Druckluftbremsen ist die Chance für den Verkauf von Zweizylinder-Boxermotoren für Motorräder von der Menge her ein Klacks. Immerhin hat man mit Victoria in Nürnberg einen potentiellen Abnehmer für die neuen Motoren.

Die haben schon vor dem Krieg zu Fahrrädern und Autos auch Motorräder produziert. Allerdings waren letztere leistungsschwächer als der jetzt in Aussicht gestellte Zweizylinder-Boxermotor von BMW. Dort hat man inzwischen sechs Prototypen gebaut, wie üblich keinesfalls exakt dem Vorbild von Douglas folgend. In der Victoria Kraft Rad 1 wird er auch mit nur zwei statt drei Gängen bei der Douglas auskommen müssen.


kfz-tech.de/P47

M2 B15. 494 cm3 (68 mm * 68 mm). Verdichtung, 5 : 1. Motorsteuerung, SV, Einfach-Steigstromvergaser, Magnetzündung, Druckumlaufschmierung, 5 kW (6,5 PS) bei 2500/min, 31 kg.

Und so entsteht ein echter Boxermotor mit 180° Versatz der Zündungen, luftgekühlten Zylindern und darin, wohl anders als bei der Douglas, Kolben aus Leichtmetall. Die Ventile arbeiten in seitlich angegliederten Räumen, werden über Stößel von der oberhalb der Kurbelwelle platzierten Nockenwelle direkt angetrieben. Der Ventiltrieb ist teilweise offen, also nicht vollständig gegen Umwelteinflüsse geschützt.


kfz-tech.de/P48

Mit dem neuen Motor in seiner Douglas fährt Stolle nach Nürnberg und kommt mit der Bahn zurück. Man hat den Motor direkt dabehalten. Unten sehen Sie ihn eingebaut in die Victoria KR 1, noch nicht so, wie wir es heute von einer BMW mit Boxermotor gewöhnt sind. Der Vorteil dieser Anordnung ist, dass man das Hinterrad über einen zusammengesetzten Lederriemen und mit großem Übersetzungsverhältnis antreiben kann.


kfz-tech.de/P50

So, das ist nun die KR 1, von hinten, ihrem Gepäckträger bzw. Soziussitz mit Werkzeugkasten darunter positioniert. Nur hinten hat sie eine fußbetätigte Klotzbremse, keine vorn wie auch die Vierräder jener Zeit. Der hintere Zylinder hat natürlich zu wenig Kühlung. Läuft der Motor von einem Gebläse gekühlt stationär, ist der Vergaser in der Mitte. Hier ist er, wie auch auf den Bildern oben, seitlich zum hinteren Zylinder hin versetzt, um diesen mit etwas fetterem Gemisch zu versorgen.


kfz-tech.de/P51

Die Wege von Stolle und Friz trennen sich bald. Letzterer hat immerhin seinen Vierzylinder in Bussen und maritim unterbringen können. Stolle aber erzielt mit dem Verkauf der Victoria ankurbelnde Sporterfolge. Logisch, dass er sich dann auch noch einmal den Motor vornimmt, ihn auf gekapselten OHV-Ventiltrieb umstellt und die Leistung mehr als verdoppelt. Aber da hat er BMW schon verlassen.








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