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  Autonom - Skepsis



Sollten Sie zu den Vielen, von der neuen E-Welt im Automobilbereich gehören, die es gar nicht abwarten können, das neuste Update der Software ihres E-Autos anzuschauen und zu testen und die nun auf jede weitere Regung in Richtung Autonomes Fahren warten, so wollen wir Ihnen keineswegs die gute Laune verdrießen. Es wäre also zu erwägen, dieses Kapitel zu überspringen.

Andererseits muss an diesem Buch für die Zukunft auch Platz für eine wohl dosierte Skepsis sein, besonders, da man bei den Fachleuten der Branche inzwischen eine gewisse Zurückhaltung spürt, doch bitteschön einen Termin oder zumindest eine Jahreszahl für die Einführung Autonomen Fahrens zumindest in Teilregionen anzugeben.

Da muss etwas in den oder die Computer rein, was eigentlich so, wie es sich zurzeit darstellt, nicht korrekt zu verdauen ist. Schauen Sie, jede neue Einführung einer Datenbank hat als Voraussetzung eine Bearbeitung der Daten. So kann z.B. Inkonsistenz frei nach wikipedia zu schweren Fehlern führen. Bei der Datenbank bedeutet das vielleicht totale Unordnung, im Straßenverkehr wären die Folgen ungleich schlimmer.

Warum gibt es denn zurzeit von Tesla bei der Software zum Autonomen Fahren noch keine Zeichen- und vor allem Ampelerkennung zumindest in der derzeitigen betaversion? Es liegt vermutlich bei letzterem an den vielen amerikanischen Ampeln, die in der Mitte frei über der Kreuzung hängend zwar gescannt, aber vielleicht nur sehr schwer in ihrer jeweiligen Stellung erkannt werden können.

Nehmen wir nur an, da scheint zusätzlich noch die Sonne drauf. Was macht so eine Software mit diesen Unwägbarkeiten. Denn eins muss klar sein, sie darf sich höchstens dahingehend täuschen, dass sie Grün für Rot hält, umgekehrt hängen Menschenleben dran. Dann wacht der schlafende Mensch nicht am Zielort, sondern bestenfalls im Not-OP auf.

Probieren wir so ein System einmal in Deutschland aus. Nein, nicht in der Stadt. Eigentlich auch nicht auf der Landstraße, obwohl es dort schon funktioniert. Können Sie sich vorstellen, Ihrem Auto auf der Landstraße freien Galopp zu verschaffen? Manche schwören auf 7 Prozent mehr, das würde vielleicht noch einen Blitz, aber keine Bestrafung auslösen.

Also ernsthaft: Sie mit 107 km/h und der Gegenverkehr auch. Was ist, wenn der Computer auch nur den kleinsten Fehler macht, etwas zu stark auf die Mittellinie zusteuert und zu zaghaft korrigiert? 'Tragischer und viel zu früher Tod der Insassen zweier einander entgegenkommender Fahrzeuge auf der B sowieso.' Schon beim autonomen Linksabbiegen von der Bundesstraße auf die Autobahn kräuseln sich doch die Zehennägel, oder?

Also, geben wir dem System eine echte Chance und schalten es nur auf der Autobahn ein. Das Auffahren klappt schon recht gut. Endlich, die Nutzung einer Beschleunigungsspur, die ihren Namen verdient. Und solange man rechts bleibt, kann man nicht meckern. Aber da sind diese Lkw und ewig 90 km/h können einem auch auf die Nerven gehen, zumal die Autobahn dreispurig ist.

Keine Sorge, sobald eine höhere Sollgeschwindigkeit eingestellt ist, beherrscht das System Spurwechsel perfekt. Es werden alle links ankommenden Fahrzeuge erkannt und auch korrekt im Display dargestellt. Das schafft Vertrauen. Die mittlere Spur wird ohne Probleme erreicht. Das geht auch noch einige Kilometer so weiter.

Problematisch ist für den Computer das, was Autofahrer nach der Fahrschule lernen. Es ist die Voreinschätzung, die z.B. Älteren hilft, die Nachteile schlechteren Reaktionsvermögens durch Erfahrung zu kompensieren. Da, dieser Lkw fällt irgendwie auf. Das könnte einer von denen sein, die unvermittelt nach links ausbrechen, ohne Rücksicht auf nachfolgenden Verkehr.

Und wenn er das nicht tut, dann hat man sich eben geirrt. Schadet nicht, denn man wäre im Endeffekt bremsbereit gewesen. Noch schwerer hat es der Computer, wenn er gerne nach links wechseln würde und ein Freundlicher lädt ihn dazu ein, hält aber nicht den vom Computer für nötig empfundenen Abstand. Wie endet so ein Drama, dem zweier Zwillinge im Mutterleib nicht unähnlich.

Haben wir Autofahrer nicht selbst bisweilen enorme Schwierigkeiten mit Entscheidungen? Prinzipiell soll man ja die rechte Spur benutzen. Aber kommt man bei diesem Verkehr je wieder gefahrlos raus? Ist die Lücke nicht eigentlich zu klein, so dass ein solches Manöver sich gar nicht lohnt? Wie würde die Polizei reagieren, die mich anhand meiner (automatisierten) Fahrweise als notorischen Benutzer des Mittelstreifens verdächtigt.

Muss ich dann meine Einstellungen im Programm offenlegen und kriege ich dann noch einen drüber wegen Vorsatz? Typisch geradezu, dass die aus Amerika stammende Software das Fahren auf der Autobahn schon ganz gut bewältigt, aber die Zeichen- und Ampelerkennung nicht. Auf der amerikanischen Interstate kann ich solange links bleiben, wie ich möchte und Lkw sind keine Hindernisse, sondern fahren zumindest durch Funkverbindung untereinander oft sogar schneller als generell erlaubt.

Schöne neue Welt, Du lässt noch auf Dich warten. Bisweilen gibt auch einer der Enthusiasten zu, sein Auto habe an irgendeiner beliebigen Stelle voll gebremst und er wisse nicht warum. Früher hat man geschmunzelt, wenn an einem Auto stand: 'Ich bremse auch für Tiere.' Heute müsste da stehen: 'Ich bremse auch ohne erkennbaren Grund.' Daraus resultierende Forderung: Autonomen Fahrzustand nach vorn und hinten kenntlich machen.







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