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 Schein und Wirklichkeit



Vom Unterschied von Schein und Wirklichkeit ist wohl besonders das Autonome Fahren betroffen. Jede daran arbeitende Firma versucht durch Veröffentlichungen zu beweisen, wie weit man schon fortgeschritten ist. Da lässt sich der Chef von Cruise nachts von einer seiner fahrerlosen Taxen durch San Francisco chauffieren. Neuerdings lädt Waymo sogar deutsche Fernseh-Teams zu einer Fahrt ein.

Ja, es ist schon beeindruckend, wie so ein Taxi ohne Fahrer/in durch den Verkehr kommt. Es wird betont, dass hier auch zügig gefahren wird und es schon 300 solcher Taxen in Phoenix Arizona gäbe. Man kann jederzeit anhalten lassen und auch nur kurz aussteigen. Es gibt sogar eine Art Concierge-Dienst, mit dem jederzeit Kontakt möglich ist.

Da scheint eine Firma schon in der Wirklichkeit angekommen zu sein, Autonomes Fahren nur noch einen Steinwurf entfernt zu sein. Waymo und Cruise meilenweit vor Tesla? Auch die Ausstattung unterscheidet sich sehr. Während Tesla sogar das Radar abschafft, sind die Taxen von Waymo bis an die Zähne mit Sensorik bewaffnet. Es gibt sogar drei Lidar-Sensoren.

Da tun sich Welten an Unterschieden auf, aber ist das wirklich so? Bei näherem Hinsehen kommen tatsächlich Zweifel auf. Nur in San Francisco benutzt Waymo mit dem Jaguar I-Pace reine E-Autos. Eigenartigerweise befördert man da nur eigene Mitarbeiter/innen, aber man sieht keinen echt fahrerlosen Betrieb. Wenige Schwenks innerhalb des Fahrzeugs auch nur in die Nähe des Fahrersitzes. Wer gut aufpasst, sieht da bei bestimmten Außenaufnahmen jemanden sitzen.

Das ist in Phoenix anders. Hier ist der Beweis für Fahrerlosigkeit vollkommen. Man gibt sogar zu, dass es schon einmal zu einem Unfall gekommen sei, aber da war das Auto von Waymo schuldlos. Was macht einen denn bloß so misstrauisch? Ganz einfach die Autos. Das sind serienmäßige Chrysler Pacifica, die nachträglich umgebaut wurden, was grundsätzlich auch bei anderen Autos möglich wäre.

Nur ist das Erstaunen groß, als man diesen Wagen als Plug-In-Hybriden entlarvt. Der kostet übrigens ab 47.000 $ und kriegt in USA bis zu 7.500 $ Tax Credit und noch einmal 750 $ von Chrysler. Jetzt werden Sie sagen, was denn so schlimm daran sein kann, dann fährt der Wagen eben nur im E-Modus. Ja, gut und schön, aber leider nur 32 Meilen, und die auch noch nach Herstellerangabe.

Wie kann man denn eine riesige Stadt wie Phoenix mit Taxen versorgen, die elektrisch nur 32 Meilen schaffen und dann auch noch kein System zur Schnellladung haben? Statt 300 sieht man in der Halle oben im Film gerade mal 20 Fahrzeuge stehen und ehe die jeweils über die schmale Rampe zum/zur Kunden/in unterwegs sind, hat diese(r) schon längst ein anderes Taxi gefunden.

Liest man dann weiter, bleibt unklar, ob es sich bei den 300 Fahrzeugen nicht eher um eine Planung handelt. Auch entpuppt sich der Bereich, in dem die Taxen eingesetzt werden, als ein sehr kleiner Innenstadtbereich. Weiter bleibt unklar, ob die Benutzung schon öffentlich zugänglich ist, was ja mit so einer Flotte auch nur im Benzinbetrieb zu realisieren wäre.

Also kann Elon Musk trotz der vielen Kritik an seinem Autopiloten aufatmen? Ein wenig ja, denn es wird über die Einzelinformation hinweg deutlich, dass der Bereich, in dem solche Autos operieren können, unglaublich genau vermessen werden muss und dies sogar in sehr kurzen und regelmäßigen Abständen wiederholt werden muss. Die Vermessung der Erde wegen Automobilem Fahren?

Jetzt stellen Sie sich vor, man müsse das durch weitere Fahrzeuge realisieren. Deshalb liegt der Gedanke nicht fern, das vom Weltraum aus zu tun. Die Firma SpaceX von Musk lässt darüber nichts verlauten, wohl aber Konkurrent Geely, der über seine Tochter Geespace schon damit begonnen hat, bis 2025 insgesamt 63 Satelliten ins All zu bringen. Zu ihrer Erinnerung, Geely ist an mehreren Autoherstellern beteiligt.

Und so ist die Vermutung nicht fern, das Musk Ähnliches vorhat, nur vielleicht sogar in noch größerem Maßstab. Schon jetzt hat er mit dem Aussetzen seiner Satelliten und denen von Kunden eine Menge Ärger wegen Beinahe-Kollisionen. In diesem Jahr plant SpaceX im Prinzip jede Woche einen Flug ins Orbit. Bitte bedenken Sie, dass so ein Raumschiff durchaus mehrere künftige Himmelskörper gleichzeitig transportieren kann.

Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine wurde bekannt, dass Musks schon bestehendes System den Ukrainern bei der Ortung russischer Truppenbewegungen hilft. Außerdem vermietet er auch schon sehr schnelle Zugänge z.B. zum Internet für sogar für Privatleute erschwingliches Geld. Ob da ein System entsteht, dass wirklich die Umwelt durch ständige Kartographierung und laufende Meldung von Besonderheiten erfasst und weitergibt?







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