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  Autonom - Optimismus




Zugegeben, der Optimismus ist teilweise riesengroß, selbst wenn man das Silicon Valley ausklammert. Denn hier wird ja z.T. sogar der Mensch als beinahe unbegrenzt lebendes Wesen erforscht. Man sieht also, wie weit man hier der Zeit voraus ist, ob sinnvoll oder nicht. Allerdings kann man nicht mit der gleichen Nonchalance an asiatischen Aktivitäten vorbeigehen.

Allerdings sollte man wieder zwischen elektrischem und autonomem Fahren differenzieren. Ersteres ist in China sicherlich weit entwickelt. Aber es ist auch kein Wunder, denn wie bei Tesla sind die Unternehmen teilweise oder ganz fremdfinanziert, in USA durch Anleger, in China durch den Staat. Wenn dann auch noch z.B. in Peking ausschließlich E-Autos problemlos angemeldet werden können, braucht man sich über deren Erfolg nicht zu wundern.

Und dann die finanziellen Vergünstigungen, die den hohen Kaufpreis deutlich mindern. Dabei zeigen Länder wie die Niederlande, dass, wird eine Förderung wie z.B. die für Hybridfahrzeuge eingestellt, brechen auch deren Zulassungszahlen deutlich ein. Aber was hat das alles mit autonom betriebenen Fahrzeugen zu tun? Ganz einfach, diese Goodies stehen hier nicht zur Verfügung.

Man kann von chinesischen Stadtbewohnern, die noch auf dem Land in vermutlich größerer Armut aufgewachsen sind, getrost annehmen, dass sie mit ihrem ersten neu erworbenen Fahrzeug das Zeitalter der Verbrennungsmotoren überspringen, aber ob sie die Option des Selbstfahrens hinzukaufen, ist doch sehr die Frage. Da müsste schon staatliche Subvention den Unterschied tragen mit der Frage, ob sie oft genug genutzt wird.

Autos vermehren sich, wenn das Einkommen der Menschen bestimmte Grenzen überschreitet. Letztlich muss man es sich leisten können. Hilfe beim Erwerb durch Familie ja, aber im Unterhalt doch wohl eher nicht. Prestigeträchtige Extras sind dann vielleicht noch möglich und durch den Staat geforderter und subventionierter E-Antrieb auch, aber dann ist Schluss.

Da gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen veröffentlichter Meinung und Realität. Da geben Leute unter 30 Kommentare über Autos ab, die sie sich auch in weiteren 20 Jahren vermutlich nicht werden leisten können, gebraucht schon gar nicht. Man glaubt teilweise gar nicht, wie hoch der Anteil von geschäftlich genutzten und damit steuerbegünstigten Fahrzeugen ist. Da warten zwei nebeneinander an der Ampel, und der eine hat nur die Hälfte an echten Kosten.



Überhaupt scheint autonomes Fahren eher für geschäftliche Vielfahrer/innen geeignet zu sein, die sich keinen Chauffeur leisten können. Das schränkt den potentiellen Nutzerkreis doch schon einmal empfindlich ein. Natürlich kommen all die gewerblichen Anwendungen hinzu, angefangen von der Wegrationalisierung von U-Bahn- Straßenbahn- und Busfahrer/innen (Bild oben). Dann der Zulieferverkehr und überhaupt das Transportwesen.

Das bedeutet, eine Evolution wie bei den E-Antrieben wird es nicht geben. Sie wird im privaten Bereich als unnötig und teuer empfunden werden, vergleichbar mit dem Hybridantrieb, den man sich zusätzlich leistet, aber z.B. auf der Langstrecke keinesfalls ausnutzt. Wer wartet schon mindestens eine halbe Stunde länger, wenn er durch Tanken auch schon die nächsten drei ähnlichen Wartezeiten überbrücken kann.

So ähnlich ist auch der Zusatznutzen von autonomem Fahren beschränkt. Eine Möglichkeit wäre allerdings ein aufkommender oder durch Werbung angeregter Hype. So war das doch eigentlich auch mit dem Allradantrieb, anfangs nur hilfreich für Förster, Waldarbeiter und ähnlich Bediensteten. Plötzlich zeigte auch der Normalbürger Interesse, obwohl die Regionen, in denen so etwas genutzt werden kann, in Europa doch beinahe aufpreispflichtig oder verboten sind.

Inzwischen fährt diese Gruppe eigentlich nur noch hochgelegte Autos, verfügt nicht über den größtmöglichen Gepäckraum und benutzt, wenn es hoch kommt, Ganzjahresreifen. So könnte es auch dem autonomen Fahren gehen. Es kann kurzzeitig ein Erfolg werden, der aber, je mehr Erfolg er bei der Beseitigung von Staus hat, zumindest auf dem privaten Sektor in sich zusammenfällt. Wie viele SUVs haben noch 4WD und wie hoch sind deren Verkaufszahlen?







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