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  Autonom - Navigation




Kann man sich irgendeine Phase in der Geschichte der Menschheit vorstellen, in der diese keine Navigation brauchte? Gut, im Gegensatz zu uns heute brauchten die Jäger und Sammler zwar auch ein Wissen über den Punkt, an dem sie sich gerade befanden, aber unterschiedlich zu heute eigentlich nur den Weg nach Hause. Auf den Hinweg wurden sie wohl eher z.B. durch die Jagd festgelegt, während wir uns natürlich über ein Ziel im Klaren sein müssen.

Also war der menschliche Speicher im Gehirn besonders entscheidend, während der heute so viel stärker ausgeschaltet bleibt, dass manche Menschen gar nicht mehr so ohne weiteres nachvollziehen können, wo sie gewesen sind, nicht nur nach Flugreisen. Neben Orientierung mögen das Gedächtnis unterstützende, künstlich erzeugte Wegmarken geholfen haben. Echte Karten dürften erst viel später hinzugekommen sein.

Obwohl die ersten Sixtanten erst im 18. Jahrhundert benutzt wurden, fand Schifffahrt über Ozeane hinweg schon seit Ende des 15. Jahrhunderts statt. Allerdings dürfte das Gros der Seefahrer wohl immer noch an den Küsten entlang geschippert sein. Auf die ersten Funkverbindungen in Form des Morsens, wichtig beim Herbeirufen von Hilfe im Notfall, mussten sie noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts warten.

Gerade das Beispiel mit dem Notfall zeigt, wie wichtig eine genaue Positionsbestimmung sein kann. Wäre die Satellitennavigation nicht militärischen Ursprungs, so hätten wir sie vielleicht noch gar nicht, aber wenn, dann mit der größst möglichen Genauigkeit, die uns das Militär bisweilen zu verwehren scheint. Verlassen wir diesen Bereich, nicht ohne auf den durch diese Technik möglichen Drohnenkrieg hinzuweisen.

Inzwischen gehören Autoatlanten zum Altpapier, aber auch der noch eingemaßen preiswerte kleine (Saugnapf-) Bildschirm zum Nachrüsten scheint schon wieder Schnee von gestern zu sein. Es lebt das Smartphone, scheinbar keine Vorbereitung erfordernd. Obwohl, in die Hand nehmen nach dem Motorstart darf man es nicht. Eine Halterung oder Sprachsteuerung wären also schon erforderlich. Dafür entschädigt es mit seinen Echtzeitdaten.

Der moderne Mensch will eben nicht nur von A nach B gelangen, sondern auch sicherstellen, dass er dort einigermaßen zeitgerecht ankommt. Aber Vorsicht, kostenlos ist auch hier bisweilen mit Einbußen verbunden. Die Daten von anerkannten Anbietern zapfen oft auch fest in die Straßenkonfiguration integrierte Systeme an, vermutlich jetzt schon oder in Zukunft Rückmeldungen von im Auto installierten Systemen.

Ohne fest ins Auto integrierte Anlage sind Probleme mit dem Kabelsalat und störenden Anrufen noch nicht so ganz gelöst. Immerhin sind Festanlagen billiger geworden und werden oft von den gleichen Herstellern (Beispiel Tomtom) wie früher die Nachrüstlösung angeboten. Die Integration hat Vorteile, weil die Daten z.B. zum Spritsparen (Beispiel Tempomat) oder zur Lichtsteuerung genutzt werden können. Allerdings ist man dann an die Quellen dieser Systeme gebunden, z.B. das häufig leicht verspätete TMC.

Bei neueren Fahrzeugen schon weitgehend in Serie ist die Integration des Smartphones via Android Auto oder Apple Carplay. Da hält sich der Stromverbrauch des Smartphones in Grenzen, so dass nur noch ein USB-Anschluss nötig ist. Auch wird keine fahrzeugeigene SIM-Karte gebraucht, die sonst bei jeglicher Verbindung nach draußen natürlich kostenpflichtig nötig ist.

Für das autonome Fahren ist auch bei diesem Thema die zukünftige Entwicklung wichtig. 2018 geben Vodafone und Here die Entwicklung eines sogenannten 5G-Atlas bekannt. Damit sind nicht nur eine höhere Geschwindigkeit und kürze Latenzzeit gemeint, sondern auch eine für Roboterautos nötige, größere Präzision und schnellere Aktualisierung der Daten in der entsprechenden Cloud.

Womit wir wieder einmal in der Zukunft angelangt wären. Wo wir das Thema Navigation etwas weiter fassen wollen, denn die unmittelbaren Daten verarbeitet dann wohl die Fahrmaschine, ohne dass wir das bemerken. Navigation bedeutet auch Orientierung. Mag das in der realen Welt für die meisten von uns gerade noch so handelbar sein, könnte das in der virtuellen Welt aus dem Ruder laufen, besonders dann, wenn beide Welten gemischt auftreten.

Setzen Sie ein Headset auf und Sie befinden sich in einer komplett anderen Umgebung. Beim Übergang wieder zurück in die reale Welt ist es, zumindest beim ersten Mal, gut wenn Sie sitzen, sonst könnten Sie vielleicht stolpern, obwohl der Boden völlig eben ist. Aufs autonome Fahren bezogen bedeutet mangelnde Orientierung, dass der Mensch in der Regel mit der Zeit alles verlernt, was er eine ganze Zeitlang nicht mehr eingeübt hat. Sicher, das Erlernte kommt relativ schnell wieder, aber ist erstmal weg und damit auch mögliche Innovation in dem Bereich.

Das können wir heute schon an mangelnder Ortskenntnis dank Navi feststellen. Aber was passiert, wenn selbst der/die ehemalige Fahrer/in nicht mehr nach draußen schaut, weil er/sie mit beruflicher oder Freizeitgestaltung in digitaler Form beschäftigt ist? Bei der Eisenbahn oder beim Bus gibt es wenigstens noch Strukturen mit Bahnhof bzw. Haltestellen und Ankunftszeit. Und sollte sich da etwas ändern, fordern wir mit Fug und Recht entsprechende Durchsagen.

Aber es zeigt sich an den beiden Systemen auch, dass eine Automatisierung dieser Aussagen fast unmöglich scheint. Irgendwann bleibt das Roboterauto irgendwo in einer als Mischwelt empfundenen Landschaft stehen. Immerhin ein Vorteil, Menschen, die sich vorher ausschließlich mit ihrem Smartphone beschäftigt haben, fangen wieder an, miteinander zu reden. Trotzdem würde deutlich werden, wie sehr man sich von den digitaen Systemen abhängig gemacht hat und wie sehr man ohne sie verloren ist.

Früher hat man sich Gedanken gemacht, wie man ein liegengebliebenes Fahrzeug wieder zum Laufen bringen konnte. Das war auch in der Vor-Roboter-Zeit schon nicht mehr möglich. Jetzt muss man für mögliche Hilferufe erst einmal eine Standortbestimmung durchführen. Wo sind wir, wer sind wir und wo wollen wir überhaupt jetzt noch hin, wo viele Pläne dem zeitlichen Konstrukt zum Opfer fallen.

Früher konnte man ins nächste Dorf, einen Bauern mit Traktor um Hilfe bitten. Jetzt können wir noch nicht einmal ein anderes Auto anhalten. Ist vielleicht auch ein Roboterauto. Wie hält man das an? Und kann es überhaupt helfen? Schon in der Jetztwelt beschleicht einen manchmal das Gefühl, dass Vieles komplizierter geworden ist, was sich früher mit einem Federstrich erledigen ließ. Das könnte sich in die autonomen Zukunft noch verstärken.







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