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 Einführung



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Wann wurde der erste Allradantrieb gebaut? Da bis weit nach der Jahrhundertwende das Rennen zwischen Dampfmaschine, E-Antrieb und Verbrennungsmotor noch offen war, gibt es von allen drei Arten auch je einen ersten Vertreter mit Allradantrieb. Wikipedia nennt einen gewissen Mr. Caffrey, der 1895 ein Fahrzeug mit je einer kleinen Dampfmaschine an jedem der vier Räder zu insgesamt ca. 9 kW (12 PS) ausgerüstet haben soll.

Ferdinand Porsche setzte dann um etwa 1900 auf echte Radnabenmotoren, die er elektrisch antrieb. Zumeist waren es zwei, weil er ohnehin über nach seiner Meinung wenig Reichweite verfügte. Aber es waren wohl auch welche mit vier Radnabenmotoren dabei, als er in der Lage war, die Batterien auch während der Fahrt mit einem Verbrennungsmotor aufzuladen.

Für die Verbrenner-Fraktion wird der 1903 vorgestellte Spyker 60 HP von der ersten von insgesamt zwei niederländischen Produzenten einer größeren Serie genannt. Sie können das oben abgebildete Fahrzeug heutzutage in der Louwman Collection in Den Haag bewundern. Die andere niederländische Firma ist übrigens DAF, die viel später 55 Coupés zu Rallyzwecken komplett in FWDs verwandelte.

Von 1907 datiert der sogenannte Dernburg-Wagen von Mercedes, zwar hauptsächlich für den Personentransport gedacht, aber eigentlich nicht mehr zur Kategorie der Pkw gehörig. Vielleicht wurde der Wagen noch berühmter als andere Allradler, weil auch seine Hinterräder lenkbar waren. Ansonsten überschlagen wir die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg.

Natürlich wird noch ausführlich vom Jeep zu reden sein, aber in diesem Kapitel wenden wir uns jetzt einem Begründer der modernen Allradtechnik zu, der britischen Firma Jensen. Es ist eine Gründung der Brüder Richard und Alan Jensen von 1934, ursprünglich nur für die Produktion von Nutzfahrzeugen gedacht. Eher zusätzlich entstehen in West Bromwich bei Birmingham auch sehr luxuriöse Sportwagen.

Das blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg so, trotz der Schwierigkeiten beim Absatz durch mehrerere verbliebene Nobelhersteller. Im Gegensatz zu diesen wurden allerdings Triebwerke aus der Großserie verwendet. Sein Alleinstellungsmerkmal bezog der 541 von 1953 allerdings von seiner Kunststoffkarosserie. Es war das Jahr, in dem auch die erste Corvette entstand. Das Auto war allerdings einer der letzten Jensen, die durch besonderen Leichtbau auffielen.

Auch für mangelnde Fertigungsqualität bei Jensen Motor der 60er gibt es Beweise. Das Gegenteil davon scheint hier die Innovationskunst zu sein, denn der Zusatz 'FF' hat noch heute im Kfz-Bereich einen guten Klang. 1965 wird als Prototyp ein Jensen mit Vierradantrieb vorgestellt, gleichzeitig auch noch mit einem von Dunlop für Flugzeuge entwickeltes ABS-System.

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Lassen Sie sich nicht reinlegen! Sie finden vermutlich viele Jensen Interceptor der Firma zum damaligen Preis von ca. 3.700 Pfund, aber nur wenige mit dem Kürzel 'FF' für über 5.300 Pfund. Die Bezeichnung 'Formula Ferguson' weist zwar auf die Herkunft vom gleichnamigen Traktorhersteller hin, aber mit der Übernahme waren die Schwierigkeiten z.B. von Verspannungen noch lange nicht aus der Welt.

So verfügte der FF schon über ein zentrales Differenzial, das Antriebsdrehmoment zu 37 Prozent auf die Vorder- und zu 63 Prozent auf die Hinterachse verteilen konnte. Sie ahnen es, ein Planetensatz ist vorhanden, ferner drei parallele Ketten zum Frontantrieb und eine sehr eigenwillige Sperreinheit über zwei Lamellenkupplungen, die wie vom Motorrad entlehnt aussehen.

Hinzu kommt noch eine Aufnahme für eine ABS-Regeleinheit. Ein solcher Bremsen-Zusatz hat auch später noch bei der elektronischen Version manches Kopfzerbrechen bereitet. Der Jensen FF bleibt aber als erster funktionierender permanenter Allradantrieb für Straßenfahrzeuge die Blaupause, auf der so manche spätere Entwicklung aufbaut, auch wenn er angeblich zunächst z.B. bei Audi nicht überzeugen konnte. Die haben die Schwächen dann später auf ihre Art ausgebügelt.


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