Aerodynamik 2
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Natürlich geht das nicht ohne Mathematik. Hier jetzt einmal so ein Schnupperkurs, den fast jede(r) beherrscht, der über Autos irgendeinen Kommentar abgibt. Aber Vorsicht, schon an dieser Stelle sind zwei
Begriffe unbedingt voneinander zu trennen.
Das ist vielleicht keine ganz schlechte Idee, den Querschnitt eines Fahrzeugs an der größten Stelle mit dem Hubraum zu vergleichen. Früher sagte man, besser als Hubraum sei einfach nur noch mehr
Hubraum. Aber da spielte die Aufladung für Serienautos noch keine so große Rolle.
Also können wir sagen, besser als eine kleine Querschnittsfläche sei eine noch kleinere. Kann man da nichts mehr dran machen? Doch, denn es gibt ja noch den sogenannten cW-Wert. Der
bestimmt, wieviel von der Querschnittsfläche sich auf den Luftwiderstand auswirkt.
Er wäre dem Verdichtungsverhältnis beim Verbrenner vergleichbar. Das kann gewisse Leistungsschwächen bei wenig Hubraum mehr als ausbügeln. Ist er zu klein, dann ist auch ein Motor mit viel Hubraum von
der Leistung her relativ schwach. Es kommt auch noch der Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit hinzu.
| Wussten Sie, dass das geometrische Verdichtungsverhältnis in der Formel 1 bis vor
kurzen noch 18 : 1 betrug? |
Ebenso ist es mit dem cW-Wert. Eine geräumige Karosserie kann durch ihre Form doch noch elegant durch die Luft gleiten. Beide Werte sind sogar miteinander verbunden, weil eine
vergleichsweise große, oder besser gesagt lange Karosserie für die optimale Gestaltung mehr Möglichkeiten bietet.
Aber Vorsicht: die beiden Werte Querschnittsfläche und cW-Wert sind im Prinzip voneinander unabhängig. Man darf also keineswegs sagen eine Karosserie habe einen ungünstigen
cW-Wert, nur weil sie eine große Querschnittsfläche hat.
Und wie ermittelt man die beiden Werte. So wie wir im Anfang die Kugel und den Flügel des Flugzeugs mit parallel verlaufender Luftströmung versehen haben, leuchten wir jetzt mit parallelem, also nicht
punktförmigem Licht ein Auto von vorne an.
Auf einer senkrechten Wand dahinter entsteht dann ein Schatten, der die größte Querschnittsfläche der Karosserie abbildet. Diese kann also abgegriffen werden. Der cW-Wert ist wesentlich
schwerer zu ermitteln.
Als Professor Porsche den Käfer entwickelte, musste der zum Test der Windschlüpfrigkeit noch mit Tempo unter einer Brücke durchgejagt und dann von oben mit einer entsprechend schnellen Kamera
fotografiert werden (Video oben).
Überall an seiner Karosserie waren kleine Wollfäden befestigt, die dann Unpässlichkeiten bei Umströmung anzeigten. Einen cW-Wert kann man auf diese Art und Weise nicht ermitteln, Auch die
so oft gezeigten Sichtbarmachungen durch Rauch können das nicht.
Dazu gehört das Auto in einen Windkanal verbracht und mit seinen Rädern auf einer beweglichen Platte fixiert. Ein sehr leistungsfähiges Gebläse pumpt Luft von vorne, wobei eventuelle Begrenzungen des
Windkanals weit genug von dem Fahrzeug entfernt sein müssen.
Der wichtigste Faktor ist die Geschwindigkeit des Luftstroms, die sogar zum Quadrat in die Berechnung des cW-Werts eingeht. Deren Dichte spielt auch noch eine Rolle, wie man aus den
Formeln unten erkennen kann.
A · · v² · cW FL
=  2 |
FL · 2 cW =
· v² · A |
| Luftwiderstand | FL | N |
| Querschnittsfläche | A | m2 |
| Luftgeschwindigkeit | AV | m/s oder km/h |
| Luftwiderstandszahl | cW | |
| Dichte (Luft) |  | kg/m3 |
|