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  Abgas - Einleitung



Seit der Mensch sesshaft ist, kann er Bereiche der Erde nicht mehr einfach ausbeuten bzw. verwüsten und dann verlassen. Er muss also seine Lebensweise so gestalten, dass sein Lebensraum nicht vorübergehend oder dauerhaft geschädigt ist. Leider neigt der Mensch dazu, irgendwelche Fehlverläufe erst spät oder zu spät wahrzunehmen.

U.a. ist der sogenannte 'Ökologische Gleichgewichtszustand' besonders wichtig. Lange Zeit hat man diesen für so stabil gehalten, dass er durch den Menschen als unantastbar erschien. Heute sehen wir, dass z.B. mit den Umwälzungen durch die industrielle Revolution und/oder die Bevölkerungsexplosion geradezu das Gegenteil der Fall ist.

Verkehr ist nicht nur eine herrliche Unterstützung der Freizeit, sondern hat auch seinen Sinn bei der Arbeitsteilung und dem Transport von Gütern. Bedenken Sie nur, dass es erst seit Einführung der Eisenbahn eine wirklich auf die Minute genau abgestimmte Zeit in allen Landesteilen gibt. Ohne die war einfach kein Fahrplan möglich.

Bedenken Sie aber auch, wie sehr sich seit der Einführung einer meist einspurigen Eisenbahn der Verkehrsraum bis hin zu z.T. vierspurigen Autobahnen und einsprechenden Kreuzungen vergrößert. Es gab solche Eingriffe schon früher, z.B. als Raubbau an Wäldern bei der Beschaffung von Material für den Schiffbau, übrigens ohne gleich wieder aufzuforsten.

Die Zunahme von Verkehr und z.B. entsprechender Industrialisierung hat zweifellos positive Effekte, indem Sie das Leben sehr vielen Menschen verbesserte. Aber sie hat auch eine Menge negativer Nebeneffekte. Da ist neben dem Landschaftsverbrauch natürlich die Luftverschmutzung, aber auch das Aufkommen an Abfällen bis hin zum Meeresboden zu nennen.

Überhaupt nicht geklärt scheint z.B. die Frage zu sein, ab welcher Weiterentwicklung von Fahrzeugen der Ersatz eines solchen sich lohnt. Denn immerhin werden ja auch dadurch ökologische Ressourcen bei der Fertigung angegriffen. Natürlich kann man die Autohersteller zu einem solchen Thema nicht befragen. Die werden auf ihre Fortschritte bei der Produktion hinweisen.

Neben der für die Ökologie nachteiligen verspäteten Wahrnehmungsschwelle ist die Progressivität von Vorgängen ein besonderes Problem. Da nehmen die Probleme z.B. mit zunehmender Bevölkerungsdichte zunächst maßvoll zu, um dann ab einer gewissen Größe geradezu explodieren zu wollen. Auf solche Verläufe ist die menschliche Reaktion offensichtlich nicht eingestellt.

Dann das Problem örtlich unterschiedlicher Gegebenheiten. Ein harmloses Beispiel wäre der im Winter unterschiedliche Schneefall. Arbeitet man in einem eng begrenzten Gebiet mit wenig Schnee, wohnt aber in einer stärker verschneiten Gegend, so ist es mitunter schwierig, gegenüber Kollegen oder dem Chef zu erklären, warum man zu spät kommt.

Auf die Umwelt übertragen heißt das, eine bestimmte, z.B. von Fluglärm belastete Gegend kann schon fast Nachbargegenden ihr Problem nicht wirklich klarmachen. Übrigens bekommt gerade in Bezug auf Verkehr und Umwelt eine neuere Entwicklung Gewicht, nämlich dass es einen deutlichen Zug vom Land in die Stadt gibt. Ausgerechnet die Problemzonen werden verstärkt aufgesucht.

Bevor ein Problem in die Köpfe der meisten Menschen eindringt, muss es durch Einzelne oder Gruppen gebetsmühlenartig wiederholt werden. Dazu ist eine besondere Überzeugung nötig, die bisweilen über die tatsächliche Problemlage hinausgeht. So eine Übertreibung scheint aber nötig, um die Kraft aufzubringen, gegen traditionelle Verhaltensweisen vorzugehen.

Ist das Problem dann zum Allgemeingut geworden, scheint die Lösung in einer Industriegesellschaft nicht fern. Im Gegenteil, sind Überzeugungen erst einmal mit dem Verhalten der Käufer/innen gekoppelt, gibt es Druck für die Entwickler durch die Werbeabteilung. Kaum etwas ist so wirksam für Verhaltensänderungen wie die Zunahme teuer produzierter Ladenhüter.

Umgekehrt tut sich die Politik schwer. Von ihr verlangt man Voraussicht und die Kraft zu grundlegenden Entscheidungen. Wer hätte denn bitteschön überhaupt ein Konzept zur Lösung aller mit dem Verkehr verbundenen Probleme? Und könnte die Politik angesichts der teilweise massiven Eingriffe von Interessenverbänden so ein Projekt in Angriff nehmen?

Auch sind die Zeiten von Dirigismus längst vorbei. Da muss nicht nur auf Koalitionspartner, bei knappen Mehrheiten sogar auf einzelne Abgeordnete und im Föderalismus auf andere Mehrheitsverhältnisse in den Landesteilen Rücksicht genommen werden. Ganz zu schweigen von größeren Einheiten wie z.B. Europa, 28 Mitgliedsländer mit entsprechenden Meinungen und Ansprüchen.

Und soll es dann zu Regeln kommen, ist u.a. der in Frage kommende Bereich zu klären. Hält man ihn klein, hat man am Ende für den Umweltschutz wenig erreicht. Bei großen Bereichen hat man viel Lobby am Hals. Aber nimmt man sich z.B. bei den Abgasen zunächst die Pkw, dann die Lkw und schließlich die Motorräder vor, erhält man schließlich, z.B. bezogen auf Euro-Klassen völlig unterschiedlich stark eingreifende Regelungen.

Politik zu betreiben, heißt offensichtlich, sich mit Unzulänglichkeit begnügen zu können und nicht zu resignieren. Man muss sich sagen, dass Kritik überall gedeiht, auch am besten Plan, darf aber anderseits nicht unempfindlich werden. Aber in welchem Bereich des Lebens gilt das nicht?







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