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Design 2



Was so alles zu zeichnen ist? Sie werden mit der Antwort 'Alles' nicht zufrieden sein. Von der unter zeichentechnischen Gesichtspunkten durchaus fragwürdigen Visualisierung einer ersten Idee bis zu in alten Bedienungsanleitungen zuhauf zu findenden dreidimensionalen Darstellungen, bei denen man oft unter die Haube schauen kann, ohne die öffnen zu müssen.

Von solchen Abbildungen eines Fahrzeugs, die durch geschickte Schnitte auch noch große Teile des Innenlebens freilegen, haben inzwischen nicht wenige Kultstatus erreicht. Sie sind signiert und werden z.T. im Kunsthandel verkauft. Ganz anders als diese gibt es auch Andeutungen von Produkten, die nur im Gehirn des Designers existieren.

Nein, das können bisweilen nur ein paar Striche sein, getreu der Maßgabe, die Funktion oder Bedeutung des künftigen Teils ist wichtiger als dessen exaktes dreidimensionales Abbild. Noch einen wichtigen Bereich für die Tätigkeit eines Designers haben wir bisher ausgeklammert, das ist die Präsentation für eventuelle Kunden. Ein besonders bizarres Tätigkeitsfeld.

Auf den Hausbau bezogen hieße das, zu vermeiden, dass entweder die Hausbesitzer in zu futuristischen Häusern wohnen und sich unwohl fühlen, oder der Architekt am täglichen Einheitsbrei von wenig riskierenden Investoren erstickt. Im Autobereich haben sich die Geschmäcker von Hersteller und Kunden angenähert. Früher waren die Autos eindeutig zu altbacken. Vorteil des Kunden im Gegensatz zum Haus: Er kauft das fertige Produkt.

Entsprechend zugenommen hat der Sprachanteil des Designs. Dass eine Formgebung vielleicht für sich sprechen müsste, davon ist man heute weit entfernt. Die Designer waren die ersten, die man hinaus aus den Studios auf die Straße gescheut hat, um sich dem Verkauf zu widmen. Man weiß definitiv nicht, was sich in letzter Zeit stärker entwickelt hat, das Design oder die Erklärung desselben.

Vorsprung durch Rhetorik?

Enorm ist die technische Entwicklung von der ersten Idee bis zum verkaufsfähigen Produkt. Was mit dem Bleistift beginnt und sich im Tablett (Video unten) fortsetzt, hört noch lange nicht in aufwändigen Verkaufsvideos auf. Da gibt es dann riesige Messeaufbauten, an denen ebenfalls Designerteams beteiligt sind, und dort dann Installationen. Man ist erst zufrieden, wenn man einen gewissen Cross-Effekt erzielt hat, z.B. eine Modenschau, die anhand eines neu vorgestellten E-Autos Elektrizität zelebriert.

Sprache und Cross-Effekt bergen Gefahren für das Design, das immer schon der Werbung gefährlich nah war. Man muss nur an den riesigen Bereich der Verpackung denken. Die Wünsche von Kunden und Verkaufs- Athleten können von ihm Besitz ergreifen. Dann ist die Schere schon in den Kopf implantiert, noch bevor der erste Bleistiftstrich gezogen ist. 03/12








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