Genial 2020
So, jetzt ist die Katze aus dem Sack. Seit einiger Zeit schon fragen sich doch die Kunden/innen, was die Autohersteller eigentlich von uns wollen und niemand findet eine plausible Antwort
darauf. Sie verkaufen uns Autos mit SIM-Karten und schenken uns die sogar für bis zu drei Jahre. Aber was können Sie daran groß verdienen?
Es ist ja auch die Frage, ob wir an einer Fortsetzung des Vertrages interessiert sind. Und was wird ein Hersteller wie VW da großartig für verlangen können? Trotzdem blieb bisher immer die
Vermutung, sie wollen uns näher kommen. Aus Marketing-Gründen, die wir ohnehin nicht alle durchblicken?
Dann gibt es auf einmal VW-Werkstätten, die offenbar den Wagen billiger reparieren können und dürfen. Na gut, haben wir gedacht, die haben gemerkt, dass die Kunden/innen nach Ablauf der
Garantie oder spätestens nach vier Jahren gerne abwandern und sich eine andere Möglichkeit für Reparaturen suchen. Also der Versuch, längerfristig an uns zu verdienen.
Hersteller, z.B. VW, wollen uns zumindest aus einem weiteren wichtigen Grund ganz nahe sein, nämlich um uns das nächste Auto zu verkaufen. Nun, gut, so eine besondere Erkenntnis ist das nun
auch wieder nicht, da hätte man auch so drauf kommen können. Fühlt man sich im derzeitigen Modell nicht mehr ganz wohl, kann man sich schon während der Fahrt, natürlich nur als Beifahrer/in,
ein neues Modell aussuchen.
Und dann hat man weiter gedacht, wie denn VW das schaffen könnte, am Autohandel vorbei uns näher zu sein, womöglich näher als dieser. Und ob sich die Händler/innen das denn gefallen
lassen und nicht Sturm laufen gegen diese fast gewaltsame Präsens des Herstellers.
Sie können sich beruhigen, das neue Konzept ist so einfach und genial, dass selbst diese Klientel zustimmt. Der Konzernchef Diess selbst hat es in einem Interview erklärt. Man wickelt die
Bekanntschaft mit einem möglichen neuen Auto, sofern sie z.B. über die Möglichkeiten des Internets hinausgehen, nach wie vor bei dem/der Händler/in ab. Dort werden dann auch alle Fragen
geklärt, außer einer, nämlich der nach einem möglichen Preisnachlass.
Das war schon immer die Achillesferse, wann so ein Gespräch zu kippen drohte. Vielleicht gibt es noch kleinere Probleme bei der Bewertung des einzutauschenden Fahrzeugs, aber man darf
sicher sein, dass VW auch da eine durchstrukturierte Lösung findet. Aber der Preis und der eigentliche Verkauf werden mit VW selbst besiegelt.
Ist das nicht genial? Mit so einem Großen am imaginären Tisch ist natürlich schwer zu verhandeln. Es wird wohl auf einen Einheitspreis hinauslaufen und damit dieses lästige Unterbieten der
Händler/innen untereinander ein für allemal aufhören. Auch die sind zufrieden, dieses Spiel mit den angeblich irgendwo anders günstigeren Preisen endlich los zu sein, zumal sie trotzdem eine
Provision erhalten.
Vielleicht wird der- oder diejenige, der/die keine Fachberatung, Begutachtung oder Probefahrt beim Handel wahrnimmt, eine kleine Prämie erhalten. Zunächst soll das 'nur' für den ID.3 und andere
rein elektrische Autos so gehandhabt werden, bei Erfolg später für alle. Ja, Tesla hat die Welt verändert, aber nicht nur immer zum Nutzen der Käufer/innen.
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