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Zündung Zündkerze
        Spark Plug

Zündkerze mit Stecker, Einlasskanal (blau) mit
Einspritzung (gelb), Auslasskanal (rot) und Kühlmittel (blau) - größeres Bild durch Anklicken (außer
Schnitt)!
Lupe








Englische Version

Aufgabe

Die Zündkerze ist nötig, um das Luft-Kraftstoff-Gemisch beim Ottomotor sicher zu zünden. Dazu soll sie sehr schnell die Selbstreinigungstemperatur von 400°C erreichen und bei Volllast 850°C nicht überschreiten.
Dagegen steht die Beanspruchung der Zündkerze vom Brennraum her mit Temperaturen von bis zu 3000°C, sehr hohen Drücken und Zündspannungen. Trotz der auch nicht geringen chemischen Belastungen, z.B. durch immer noch vorhandenen Schwefel im Kraftstoff oder Ölasche, sind die Wechselintervalle beständig größer geworden.

Funktion

Der Zündfunke springt zwischen einer Mittelelektrode und einer oder mehreren Masseelektroden über. Klicken Sie dazu bitte auf 'Schnitt Masseelektroden'! Die Mittelelektrode ist von einem Isolatorfuß umgeben, dessen Länge den Wärmewert beeinflusst. Bei einem kurzen Isolatorfuß und damit kleinem Atmungsraum kann die Wärme rasch an das Gewinde und damit an den gekühlten Zylinderkopf abgegeben werden. Man spricht von einer "kalten" Kerze für hochbeanspruchte Motoren und einem hohen Wärmewert (niedrige Wärmewertkennzahl). Bei langem Isolatorfuß ist es umgekehrt. Die Zündkerze muss mit ihrem Wärmewert dem jeweiligen Motor angepasst sein. Eine Zündkerze mit der Bezeichnung 'W8DC' ist z.B. eine Bosch-Zündkerze für relativ gering beanspruchte Ottomotoren.

Werkstoffe

Isolator aus Aluminiumoxid, Elektroden aus Nickel-, Mangan-, Chrom- oder Silberlegierung, Platin auf den Elektronenspitzen.

Oldtimer

Wenn Sie Zündkerzen für ältere Fahrzeuge suchen und deren Bezeichnung nicht mehr greifbar ist. können Sie evtl. auch neuere Typen verwenden. Beachten Sie aber, dass manche Hersteller ihre Typologie geändert haben. So hat sich bei Bosch die Wärmewertkennzahl sogar umgekehrt:

Bosch-Tabelle
Alt:Neu:
W 95W 10
W 125W 9
W 175W 7
W 225W 5
W 240W 4

Zündkerzenwechsel

Auch bei Motoren, deren Zündkerzen relativ leicht zu erreichen sind, ist Vorsicht geboten. Schon das Lösen kann Probleme bereiten, die mit dem Abriss von Teilen der Zündkerze und evtl. Ausbohren bzw. Neuschneiden des Gewindes enden. Da heute eigentlich nur noch Aluminium-Zylinderköpfe existieren, kommt es auch beim Einschrauben auf exaktes Arbeiten, schnelle Fehlererkennung und Vermeidung jeglicher Gewalt an. Es sollte weder Öl noch Fett als Hilfsmittel verwandt werden, weil dieses die Zündkerze so festsetzt, dass die oben beschriebenen Probleme auftauchen.

Gewinde ersetzen

Und wenn es doch passiert? Wenn die Zündkerze abreißt und nur das Gewinde drin bleibt? Manchmal hat man Glück im Unglück, weil der komplette Einsatz samt Porzellankörper mit rauskommt. Da passiert genau das Umgekehrte wie bei der Fertigung. Insgesamt noch nicht unbedingt ein Grund, den Kopf abzunehmen. Außer wenn die Gewindebohrung schlecht zugänglich ist. Natürlich lassen sich alle Reparaturarbeiten bei demontiertem Zylinderkopf viel besser erledigen. Außerdem ist eine gezielte Erwärmung des Aluminiums und damit ein Entfernen des Stahl-Gewindeteils auch evtl. in Richtung Brennraum möglich.
Aber es gibt auch die Möglichkeit, entweder mit einem Linksausdreher oder sonstigem, hoffentlich einigermaßen milde verkantendem Werkzeug das Gewindeteil heraus zu bekommen. Vor dem leichten Ausbohren sollte man sich besonders vor dem Einbau von richtigen Gewindebuchsen vergewissern, dass genügend Material bleibt und der Zylinderkopf sich nicht später durch Rissbildung rächt. Dann gibt es die Fa. Helicoil (aber inzwischen auch andere, z.B. Würth), die einen kompletten Reparatursatz einschließlich kombiniertem Bohr-Schneidgerät anbietet.
Allerdings entsteht dabei eine Menge Metall, das sich gerne auch im Brennraum sammelt. Fett auf dem Schneidegerät und viel Druckluft danach kann diesen Anteil deutlich verringern. Erstaunlicherweise gibt es Reparateure, die diese Späne im Motor nicht so kritisch sehen. Tatsache ist allerdings, dass auch mit dem heutzutage (als Computerzusatz) angebotenen Endoskop nicht alle Späne lokalisieren lassen, weil sie sich z.B. seitlich neben dem Feuersteg verstecken. Also doch besser den Kopf abnehmen?
Auch das Einsetzen des Gewindeeinsatzes ist nicht ganz unproblematisch. Dessen Länge muss etwas geringer als die des Originalgewindes sein, aber auch nicht wesentlich kürzer. Dies nicht nur wegen der Belastung, sondern auch wegen der Unantastbarkeit der Dichtflächen. Und wie dreht man die Drahtspirale ein? Entweder wird eine entsprechende Führung mitgeliefert, und/oder es sind (meist am Ende) kleine Mitnehmer vorhanden, die mit entsprechendem Werkzeug abgeknipst werden, ohne in den Brennraum zu fallen.
Sollten Sie besondere Erfahrungen mit der Reparatur von Kerzengewinden gemacht haben, dann schreiben Sie uns doch bitte eine Email und wir veröffentlichen diese (evtl. leicht gekürzt) an dieser Stelle.

Film dazu


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