Das Schwungrad speichert Bewegungsenergie und hilft der Kurbelwelle, bei weniger als 4 Zylindern Leertakte und Totpunkte zu überwinden. Es sorgt bei steigender Belastung für einen langsameren Leistungsabfall des Motors. Das Zweimassen-Schwungrad mindert zusätzlich Drehschwingungen zwischen Kupplung und Antrieb.
Sekundäre Aufgaben
Das Schwungrad nimmt den Anlasser-Zahnkranz und die Kupplung auf. In der Vergangenheit enthielt es Kerben für die Zündeinstellung. Später dann auch irgendwelche speziellen Materialanhäufungen, z.B. für den elektrischen OT-Geber als Impulsgeber. Im Zeitalter des Induktivgebers kann davon bisweilen noch ein Zahnkranz aus Blech übrig geblieben sein. Hier ist die Messung der Kurbelwellenstellung etwas genauer als an der Keilriemenscheibe, weil der Durchmesser größer ist.
Funktion
Eine runde, außen schwere Metallscheibe ist auf der einen Seite an der Kurbelwelle befestigt und auf der anderen über die Kupplung mit dem Getriebe (Achsantrieb). Sie dämpft Drehschwingungen und hilft beim Hubkolbenmotor Totpunkte zu überwinden. Bei Viertaktmotoren mit weniger als vier Zylindern hält sie genügend Trägheitsmoment für die Leertakte bereit. Dies ist umso größer, je weiter außen die Schwungmassen angebracht sind. Leichte Schwungräder sind für sehr sportliche Motoren geeignet, schwere halten bei hohem Leistungsgewicht die Drehzahl des Motors am Berg.
Als Zweimassenschwungrad (Bild) ist sie zweigeteilt. Ein Teil bestimmt nach wie vor das Schwingungsverhalten der Kurbelwelle mit, der andere hilft Resonanzen im Getriebe und im weiteren Antriebsstrang zu vermeiden. Beide sind durch innenliegende Schraubenfedern (Bild) und/oder Zahnräder miteinander verbunden. Dafür können evtl die Torsionsfedern in der Kupplungsscheibe entfallen. Als Bild 3 ist noch einmal das komplette (aufgeschnittene) Zweimassenschwungrad mit zusätzlichem Planetentrieb zu sehen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten für das Entstehen von Schwingungen. Es sind Drehschwingungen, die zündungsbedingt sind, besonders ungleiche Drehmomentverteilung beim Dieselmotor oder starke Lastwechsel, die von der Bedienung her entstehen. Sie werden gedämpft, indem man den schwingenden Teilen eine Schwungmasse zuordnet und vom Antriebsstrang entkoppelt.