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 Räder Räder (Geschichte)
       Wheels (history)

Holzräder und Felgen mit Luftreifen für die ersten Automobile - größeres Bild durch Anklicken!






Englische Version

Aufgabe

Ohne Übertreibung kann man das Rad für die wichtigste technische Erfindung überhaupt halten. Um so bedauerlicher, dass es offensichtlich mehrmals erfunden werden musste. Denn die Ägypter wussten wohl ca. 2000 v.Chr. nicht, dass es das Rad schon bei den Sumerern 3500 v.Chr. gegeben hatte. Vielleicht konnten diese aber auch noch nicht so recht etwas damit anfangen. Wir wissen nur davon, weil es auf Reliefs aus dieser Zeit abgebildet ist.

Funktion

Manche sagen, das Rad sei als Baumscheibe entstanden. Wie Sie aber im Bild 1 sehen, ist diese denkbar ungeeignet. Erst wenn man das Holzrad aus drei Teilen (Bild 2) zusammensetzt und eine Achse vorsieht, kann es Gleit- in Rollreibung umwandeln. Deshalb werden später auch Radlager mit Wälzkörpern eingebaut. Doch zunächst bleibt es beim Werkstoff Holz, nur das z.T. sehr schöne Speichen herausgearbeitet werden, um bei gleicher Festigkeit Gewicht zu sparen. Schon zur Römerzeit kommt Eisenwerkstoff hinzu. Er wird außen um das Holzrad gelegt und macht innen zusammen mit Schmierstoff die Lagerung haltbarer. Wegen der schlechten Wege ist die Ladung gegenüber den Achsen mit Lederriemen gefedert.

1846 wird der Luftreifen (von 'Reif') von William Thomson zum ersten Mal erfunden, gerät aber in Vergessenheit. Im gleichen Jahrhundert noch entwickelt der Ire John Boyd Dunlop den Luftreifen. Eigentlich ist dieser nur für das Dreirad seines Sohnes gedacht. Eine luftdichter Gummischlauch ist mit Leinenstoff umwickelt. Muss der Schlauch geflickt werden, ist das Leinen Schicht für Schicht abzulösen. Zu dieser Zeit gibt es weder Autos noch die uns heute bekannten, niedrigen Fahrräder mit Kettenantrieb. So bleibt die Anwendung zunächst nur wenigen Kutschen und den Hochrädern vorbehalten.

Mit der Entwicklung des Fahrrades entsteht der Luftreifen und schafft damit eine Alternative zum unkomfortablen Vollgummireifen. Allerdings gibt es zu dieser Zeit auch schon Hartgummi als letzte Schicht zwischen Rad und Fahrbahn. Montiert werden kann er mit viel Kraft im bevorzugten Reparaturplatz von Automobilen, der Dorfschmiede. Um diese Erfindung für Kraftfahrzeuge richtig nutzbar zu machen, muss erst noch der Schlauch vom Mantel getrennt und dieser mit Baumwollfäden zur Verstärkung versehen sein. Zusammen mit Goodyears Erfindung der Vulkanisation entsteht der noch profillose Wulstreifen zunächst nur für Pkw.

Mit mindestens 5 bar Druck sind diese Reifen eine echte Plage für die Autofahrer. Sie müssen vor fast jeder Fahrt kontrolliert werden und überstehen diese oft nicht. Bis zu 50 Reifenwechsel bei einem langen Autorennen sind normal. Deshalb wird es schon als ein Segen empfunden, als endlich 1905 die abnehmbare Felge herauskommt.

Reifenbezeichnungen und entsprechende Normierungen gibt es zu der Zeit noch nicht. Kleine Schäden am Reifen können evtl. vor Ort repariert werden, große müssen mit unbestimmter Dauer eingeschickt werden. Neue Reifen leistet man sich nur in Ausnahmefällen. Die Kosten für Reifen zählen trotz vieler anderer Reparaturen und kurzer Wartungsintervalle zu den höchsten am Auto. Z.T. übersteigen sie die Kosten für Benzin.

Um deren Laufleistung auf das Fünffache zu steigern, werden ab 1920 Reifen mit niedrigem Luftdruck eingeführt. Mehr als dreißig Jahre später gelingt es, durch eine zusätzliche Abdichtung an der Felge und im Innern des Reifens den schlauchlosen Reifen zu entwickeln. Diese sind einfacher zu montieren und vor allem im normalen Fahrbetrieb sicherer, weil z.B. die Reibung zwischen Schlauch und Mantel entfällt. Nachteilig für die Montage ist, dass sie besonders später als Radialreifen auf jeder Seite einen Hump brauchen, damit sie bei Kurvenfahrt oder stärkerem Druckverlust nicht in das Tiefbett rutschen.

Gleichzeitig wird von Michelin der erste Radialreifen erfunden, der sich aber erst viel später allgemein durchsetzt. Hier ist die Lauffläche durch eine stärkere Karkasse z.T. aus Stahldrähten wesentlich stabiler als die Flanke. Das verspricht weniger Rollreibung und stabilere Kurvenfahrt. Die geringere Federwirkung wird durch die Fahrzeugfederung ausgeglichen. So ist es geblieben, nur dass die Reifen breiter und im Querschnitt niedriger werden. 01/11







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