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Wanderer 5/12







Wanderer 5/12 (W 3)
MotorReihen-Vierzylinder
Hubraum1150/1306 cm³
Leistung9/11 kW (12/15 PS)
Nenndrehzahl1800/min
BauartFrontmotor mit Heckantrieb
GetriebeDreigang
Radstand2400 mm
Radaufhängung v/hStarrachse, Blattfedern
BremsenTrommeln nur hinten
Länge3300 mm
Breite1300 mm
Höhe1400 mm
Leergewicht700 kg
Verbrauchca. 9 Liter/100 km
Höchstgeschwindigkeitca. 80 km/h
Kaufpreis7000 RM
Baujahr1913 - 1924

Schon seit 1885 besteht die Firma in Chemnitz, inzwischen mit der Produktion von Werkzeugmaschinen, Fahr- und Motorrädern. Als wohl überlegt, kann man den Einstieg in die Automobilherstellung bezeichnen. Es gibt Vorläufer des oben gezeigten Wagens, denen man aber keine großen Absatzzahlen zutraut. Erst 1911/12 entsteht eine Variante, die bewusst einfach gehalten ist, damit sich auch Mittelständler ein Auto leisten können. 'Puppchen' wird sie genannt und hat zunächst nur zwei Sitze hintereinander.

Das ist in dieser Zeit nicht ungewöhnlich. Peugeot bringt ein ähnliches Modell heraus, das übrigens von Ettore Bugatti entworfen und auch Wanderer angeboten wurde. Man hat abgelehnt und selbst ein solides Fahrzeug geschaffen, wie die ersten ausgiebigen Testfahrten 1912 bestätigen.

Allerdings darf man die Fahrten mit einem solchen Auto bei schlechtem Wetter keinesfalls zu romantisch betrachten. Nur links gibt es eine Tür und das Verdeck wird vorne mit zwei Schlaufen befestigt. Seitlich bleibt das Auto offen und auch das Stoffdach ist nicht unbedingt wasserdicht. An der Konstruktion wird sich bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 nicht allzuviel ändern, nur hinten wird Platz für zwei Sitze nebeneinander geschaffen, wie bei dem oben gezeigten Modell.

Aber die Konstrukteure haben dem Wagen zwei famose Eigenschaften mit auf den Weg gegeben, Schnelligkeit und Solidität. Erstere beweist er schon auf den ersten ausgedehnten Probefahrten durch die Alpen, bei denen z.T. das schwere Begleitfahrzeug nicht mithalten kann. Unglaublich, wie der leichte Wagen die damals noch unbefestigten Passstraßen nimmt. Oben angekommen soll es sogar Lob von den Überholten gegeben haben.

Mehr als 2000 Kilometer ohne größere Ausfälle auf schwierigem Terrain sind zu der Zeit eine Seltenheit. Deshalb erhält der Wagen bald den Namen der Hauptperson der 1912 geschaffenen Operette von Gilbert, in der 'Puppchen' als Augenstern bezeichnet wird, das man wirklich sehr gern hat. Ab 1914 hat der Vierzylinder knapp 5 x 262 cm³ = 1310 cm³ mit 11 kW (15 PS) und nutzt damit die Grenzen der 5 Steuer-PS voll aus. Er bleibt immerhin 11 Jahre in Produktion, wovon allerdings 4 Kriegsjahre sind. 06/12




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