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1975 VW Polo




Das könnte eine Lektion fürs Leben sein. Wann immer man etwas Neues beginnen möchte, erst einmal anfangen. Nicht lange konzipieren. Der Feinschliff kommt später. Für das VW-Werk war die Situation damals schwierig. Nach dem Golf brauchte man dringend ein Einstiegsmodell. Also griff man auf den Audi 50 zurück, verpasste ihm zusätzlich einen 900-cm³-Motor und eine abgespeckte Ausstattung und bot ihn zu einem vergleichsweise günstigen Preis an.

Alle möglichen Geistesblitze blieben dem Nachfolger vorbehalten. Und wenn man sieht, was aus dem Aschenputtel geworden ist, eine völlig eigenständige Modellreihe. Er hat sogar das Modell überlebt, von dem er abstammt. Manchmal lohnt es sich, einfach mit etwas zu beginnen, auch wenn die Konkurrenten schmunzeln.

Interessant ist nicht nur dass, sondern vielleicht auch wie abgespeckt wurde. Ob der 0,9-Liter-Motor wirklich günstiger zu produzieren war, darf herzhaft bezweifelt werden. Motorblock und Zylinderkopf blieben erhalten. Nur die Kurbelwelle wurde im Hub um 13 mm geändert und die Kompressionshöhe der Kolben um den entsprechenden Betrag von 6,8 mm erhöht. So blieb die Verdichtung in etwa erhalten. Zum Ansaugrohr mit kleinerem Ansaugquerschnitt kam ein Vergaser nunmehr mit Chokezug.

Auch das Fahrwerk kommt nahezu unverändert vom Audi 50. Nur gibt es an der Vorderachse abzüglich vom Nachlauf noch einen kleinen Versatz der Schwenkachsen nach hinten. Das verringert etwas die Rückstellkräfte der Lenkung, macht sie leichtgängiger, behält aber trotzdem die Veränderung des Sturzes in Kurven bei. In seiner Grundeinstellung kann er nicht verändert werden. Zusätzlich wird der Anschlag der Federung bei maximaler Belastung durch Anschlagpuffer verbessert.

Es gibt ihn anfangs nur mit 900 cm³ und in 'Ozeanblau'. Sein Gaspedal ist im Prinzip eine Drahtschlinge und die Türen werden von innen mit einer Art Pappe verkleidet. Teppichboden, feinere Sitzbezüge und eine zweite Geschwindigkeit für Gebläse und Scheibenwischer gibt es nur in der L-Ausstattung, die nach außen hin durch Zierleisten glänzt. Der feinste Unterschied: Auch die Stoßstangen sind hier verchromt, während das Basismodell mit mattsilber gefärbten ohne Gummileiste auskommen muss.

Mit dem heutigen Polo darf man den ersten nicht vergleichen. Der hat nämlich nicht nur den Nachteil der frühen Entwicklung, sondern auch noch den seines Alters, egal wie gut die Teile aufgearbeitet wurden. So wirkt er dann rappelig und unexakt. Obwohl es sich im Prinzip um die gleiche Bauart handelt, kann man die Entwicklung bis heute kaum fassen. Allerdings tut ihm das erste Video unten mit dem dort genannte Verbrauch von durchschnittlich 10 Liter/100km Unrecht. 04/15








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