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VW Golf 4



Nach drei Modellgenerationen seit 1974 ist der Golf selbst zum Mythos geworden. Er hat inzwischen einen Ruf zu verlieren, was vielleicht noch schwieriger ist, als einen zu gewinnen. Er gilt - zumindest in Europa - als Referenzmodell für die Kompaktklasse, obwohl er sie eigentlich nicht begründet hat. Das scheint typisch für VW-Modelle zu sein. Sie kommen spät, schieben sich z.T. aber trotzdem bis an die Spitze.

Was macht einen Golf aus? Ist es die Kastenform mit großer Heckklappe und relativ breiter, fensterloser C-Säule? Abweichend davon ist die Frontscheibe flacher geworden, um einen wirklich aktzeptablen cW -Wert zu erzielen. Auffallend gegenüber seinem Vorgänger sind jetzt wesentlich besser passende, große Räder (15 - 17 Zoll). Eigentlich gehört zum Golf ein Zwei-Augen-Gesicht. Schon seit der vorigen Generation sind vier Scheinwerfer zu zwei Einheiten zusammengefasst. Neu ist die Klarsichtabdeckung und zusätzlich zwischen den beiden Scheinwerfern der Blinker und das Nebellicht. Optisch bleibt mit dieser Front die Nähe zu den Vorgängern, auch durch die weiterhin beibehaltenen, waagerechten Lamellen im Kühlergrill.

VW weist auf die nahtlose Integration der Stoßstangen hin. Diese haben trotz Lackierung in Wagenfarbe zusätzliche Schutzleisten und sollen 8 km/h gegen eine Wand klaglos verkraften. Fugen sind ab diesem Modell ohnehin ein Thema, sind sie doch so klein wie nie zuvor. Offensichtlich ist die Karosserie stabiler und braucht deshalb weniger Ausgleich zwischen den einzelnen Blechpartien. Außerdem konnten wohl auch die Toleranzen bei der Blechbearbeitung deutlich verringert werden.

Wenn Sie sich für die Zunahme der Maße innerhalb der Golf-Modellentwicklung interessieren, klicken Sie hier. Besonders wichtig ist der Radstand, der so etwas wie ein Komfortmaß darstellt. Damit ragt der Wagen auch erstmals deutlich über 4 Meter hinaus. Beinahe 1200 Liter fasst der Gepäckraum bei umgeklappter Rücksitzbank. Der Variant ab 1999 ist noch länger und hat demnach auch mehr Fassungsvermögen, vielleicht sogar mit dem hübscheren Heck.

Bleiben wir noch einen Moment beim Heck. Im ein Jahr nach der Vorstellung erscheinenden Vierradantrieb (4MOTION) gibt es einen höheren Gepäckraumboden und dann statt vollwertigem Reserve- nur ein Notrad. In diesem Raum spiegelt sich (vielleicht deutlicher zur Konkurrenz) ein wenig die sprichwörtliche VW-Qualität, auf den ersten Blick das Werkzeug und die Anhängerkupplung im Reserverad und die Stauräume in den Seitenverkleidungen. Deutlicher noch wird es an der Qualität der Verkleidungen und Verschlüsse.

Das Armaturenbrett unterscheidet sich vom Vorgänger, allein schon durch das optionale Display. Durch das Lenkrad schimmert es nachts blau und zwischen Drehzahlmesser und Tacho gibt es ein Zentraldisplay, das offene Türen, Momentanverbrauch, Reichweite, Außentemperatur und Radiosender anzeigt. Man hat dazugelernt, denn der Knopf zum Einstellen der Uhr ist jetzt drehbar. Trotz Beifahrer-Airbag ist ein großes, verschließbares Handschuhfach vorhanden. Ach ja, beinahe hätte ich den ausklappbaren, etwas instabilen Dosenhalter vergessen. Immerhin erinnert einen der Armaturenbrettbezug nicht an eine Plastikwüste. Allerdings sucht man die vielen Ablagen mancher Konkurrenten beim Golf vergebens. Und bei ausgeklappter Armlehne wird die dann schwer zu handhabende Handbremse eher zu schwach angezogen.

Die Anzahl der gegenüber dem Vormodell zusätzlichen praktischen kleinen Helfer ist groß. Schon im Normalmodell hat man die Kontrolle über die Bremsbeläge und das Scheiben-Wischwasser. Wegen gesetzlicher Verpflichtung ist die Abgas-Warnlampe (MIL) hinzugekommen. Abblendlicht wird nicht nur beim Ausschalten der Zündung auf Standlicht heruntergeschaltet, es ertönt auch ein Warnton beim Verlassen des Autos. Mehr Leuchten erhellen bei Bedarf nachts den Innenraum. Für die Wischerschaltung gibt es einen Regensensor und eine leichtere Verstellmöglichkeit der Intervalle. Das Lenkrad erhält jetzt die ersten Funktionstasten.




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