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VW Golf II



Größer, aber nicht unbedingt schöner

Nach Angabe des Verkaufsprospekts ist der Golf II 'größer, länger, breiter, höher, bequemer, stärker, schneller, sparsamer, komfortabler, wertvoller. Und 'schöner' als der Vorgänger. Fast alles richtig, nur die Schönheit, die sollte man besser beim Vorgänger belassen. Das musste ja so kommen, nach dem Aufreißer kommt der Beruhiger. Er hat noch ein paar typische Merkmale, darunter die breite C-Säule und die schon früher wegen ihres Designs ausgezeichneten Sitze. Dazu den (jetzt kultivierteren) Dieselmotor.

Deutlich mehr Fahrkomfort

Ganz im Ernst, der Praxiswert ist gegenüber dem alten enorm gestiegen. Platz genug auch auf der Rücksitzbank und im hinteren Gepäckraum. Die Außenmaße und vor allem das Gewicht sind noch erträglich. Wenn man bedenkt, dass dieser Wagen die gleiche Grundfläche wie der Käfer hat, zeigen sich schon allein im Innenraum die großen Vorteile des Frontantriebs. Das setzt sich in dem vergleichsweise großen Motorraum fort. Es gibt auch hier genügend Wahlmöglichkeiten, sogar eine leistungsstärkere Variante zum Dieselmotor. Der Golf ist auch deutlich leiser geworden. Eine Kombination von Achsträger und Fahrschemel und ein langer fünfter Gang machen es möglich. Man hat das Gefühl, ein Auto zu bewegen, das eine halbe Klasse höher angesiedelt ist. Dazu passen das neue, großzügigere Armaturenbrett und seine beleuchteten Schaltersymbole. Erstmals erstrahlen nicht nur die Anzeigen bei Nachtfahrt.

Behäbiger, aber sicherer

Ganz so rasch wie mit dem Vorgänger kann man mit dem Golf II nicht um die Ecken flitzen. Dazu ist das Serienfahrwerk zu weich. Aber dadurch steigt auch der Fahrkomfort. Für ein Auto dieser Gewichtsklasse federt der neue VW wirklich gut. Bei kurvigen Landstraßen fühlt man sich keineswegs unwohl, eher bei schneller Autobahnfahrt. Die Hinterachse hat jetzt Gummilager, die durch unterschiedliche Härte vorne und hinten diese bei ungleichem Einfedern gegenlenken. Hinzu kommt die jetzt in allen Modellen serienmäßige Servolenkung und die gute Formgebung der Sitze. In kaum einem Vergleichswagen sind Sitzriesen besser aufgehoben. Auch nach seiner Übersichtlichkeit werden wir uns bei den Nachfolgemodellen sehnen.

Stark verbesserter Korrosionsschutz

Gewisse Schwierigkeiten mit dem Golf I haben dem Nachfolger zu intensivem Korrosionsschutz verholfen. Dazu gehören der Einsatz verzinkter Bleche und die neuen Innenkotflügel aus Kunststoff, ein wahrer Segen für die Lebensdauer der Karosserie. Gegen die beim Vormodell oft frühzeitig wegrostende Heckklappe hilft jetzt Wachs, das oft noch nach 20 Jahren ausläuft. Wer kennt nicht die beiden typischen, beim Hinterherfahren leicht zu erkennenden, breiten senkrechten Streifen hinten auf dem unteren Abschlussblech.


Zusätzliche Luxus- und Sportausführungen

Statt einer Luxusausstattung gibt es jetzt zwei. Dabei hat es die neue, dritte Stufe sowohl inhaltlich als auch preislich in sich. Nochmals gesteigerter Sitzbezugkomfort, dazu Teppiche und eine Mittelkonsole. Der stärkere Diesel kann über eine besondere Ausstattungsvariante ein wenig im GTI-Look geordert werden. Das ist der Einstieg in die besondere Aufpreispolitik, die es Jahre später zur durchaus möglichen Verdoppelung des Kaufpreises bringen wird. Noch aber ist es nicht so weit. Der Verbraucher muss erst an die vielen Extras gewöhnt werden. Deshalb gibt es laufend Golf-Modelle mit zusätzlichen Namen, bei denen besonders häufig verlangte Ausstattungen als Paket günstiger angeboten werden. Oben im Bild 2 ist ein solcher Wagen zu sehen.

Automatisierte Fertigung

Für das Werk ist die Umstellung der Fertigung gegenüber dem ersten Golf wichtig. Neben der stärkeren Entwicklung am Rechner, die weit über die bis dahin praktizierte Finite-Elemente-Methode hinausgeht, punktet der Neue besonders durch seinen um 16% verringerten Fertigungsbedarf. Und das für ein insgesamt größeres Auto. VW baut dazu extra die Halle 54, die den zu dieser Zeit höchsten Automatisierungsgrad der Welt repräsentiert. Sogar Keilriemen werden von Robotern montiert und gespannt. Allerdings ist dort kaum noch ein Arbeiter zu sehen. Es gibt Leute, die schwören auf Handarbeit. Allein der Golf 2 ist als einer der störungsfreisten und langlebigsten Wagen seiner Klasse ein guter Werbeträger für die automatisierte Fertigung. Ein Roboter liefert halt gleichmäßigere Ergebnisse, auch Montags.
Für Selbstreparateure ergibt sich noch ein zusätzlicher Vorteil. Die Zugänglichkeit der Bauteile ist besser. So kann man z.B. das komplette Frontend abschrauben und z.B. nach einem Unfall leicht austauschen. Dies erleichtert auch den Ausbau des Triebwerks.

Saugdiesel/Turbodiesel
Hubraum1588 cm³
Bohrung * Hub76,5 * 80 mm
Verdichtung23 : 1
VerfahrenWirbelkammer
GemischaufbereitungVE-Pumpe
Drehmoment100/133 Nm bei 2300/2600/min
>Leistung40/51 kW (54/70 PS)
Nenndrehzahl4800/4500/min
Leergewicht900 - 940 kg + Fahrer(in)
Batterie12V / 63 Ah
Generator45 A


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