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Geschichte VW-Geschichte (2)
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Ferdinand Porsche mitdem Prototyp W 30 - größeres Bild durch Anklicken!
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Englische Version


Konstruktionstechnisch hat er schon manches in der Schublade. Immerhin entstehen zuvor die Prototypen für NSU und Zündapp . Alle diese Konstruktionen einschließlich des Auto-Union Typ C haben ein ähnliches Fahrwerk. Der Zentralrohrrahmen ist schon bei Hans Ledwinka, dem berühmten tschechischen Automobilbauer, zu finden. Der Heckmotor steht auch längst fest, aber wie soll er aussehen? Für Zündapp war das wegen der vorhandenen Motorrad-Fertigungsanlagen ein Fünfzylinder-Sternmotor.

Könnte man wegen der enorm knappen Kalkulation doch nur auf den Zweitakter zurückgreifen. Aber die Tests zeigen eine mangelnde Autobahnfestigkeit. Eigentlich ist es unglaublich, was dieses kleine Team an unterschiedlichen Motoren konstruiert, gebaut und verschlissen hat. Buchstäblich in letzter Minute erhält der Konstruktionszeichner Riemspieß von Porsche den Auftrag, den Vierzylinder-Boxermotor zu entwickeln. Zeit für Probeläufe ist nicht mehr, der Motor hat auf Anhieb standfest zu sein.

Und die Konkurrenten? Man benutzt mancherlei Argumentation, später ergänzt durch Statistiken, um ihnen zu erklären, dass dieser Wagen so weit unterhalb ihrer Preisregionen angesiedelt ist, dass er eher neue Käufer erschließt als vorhandene abzuwerben. Dass sie misstrauisch bleiben, kann man sich denken. Und Möglichkeiten, das Projekt des (damals noch) Doktor Porsche zu torpedieren, gibt es. Immerhin ist der auf ihre Zulieferer angewiesen und hat hohen Termindruck, weil Hitler ihm für den Bau von Versuchsfahrzeugen nur sehr wenig Zeit lässt.

Drei erste Wagen entstehen in der Garage/Werkstatt (Feuerbacher Weg). Alles ist sehr bescheiden und die Anzahl der Konstrukteure außer Porsche und seinem Sohn Ferry lässt sich fast an einer Hand abzählen, Monteure nicht mitgerechnet. Die zuerst avisierten Termine sind um ein knappes Jahr überschritten. Als dann zwei der drei Wagen dem Geldgeber, den Herren des Reichsverbandes der deutschen Automobilindustrie, vorgeführt werden, ist das vielleicht einer der schwersten Übungen für Porsche.

Denn es soll ja nicht nur ein tadellos funktionierendes Auto völlig neu aus dem Ei schlüpfen. Auch die Kalkulation wird überprüft, natürlich hauptsächlich um zu zeigen, dass es nicht geht. Die Herren wollen sich wohl scheinbar dem Willen Hitlers beugen und doch die Entwicklung eines Volkswagens verhindern. Wäre Porsche nicht so in dem Projekt aufgegangen, spätestens hier wäre ein Endpunkt erreicht worden.

Aber auch das autoritäre Regime macht einfach weiter. So muss ausgerechnet Mercedes-Benz, von dessen Vorstand sich Porsche nicht gerade einvernehmlich verabschiedet hat, 30 Versuchswagen bauen. Es werden von der Partei genügend Fahrer bereitgestellt, die das Auto täglich prügeln, wobei unklar ist, wer am Ende mehr darunter leidet. Immerhin kann man knapp 100 km/h Durchschnitt auf der Autobahn bei einem Gefährt mit 17 kW (23,5 PS) getrost als Vollgas bezeichnen. Hinzu kommen die schnell durchfahrenen Landstraßen und natürlich Berge.

Vielleicht sind diese 50.000 Testkilometer pro Wagen mit all den Schäden, die dabei auftreten, der zweite Grund für den späteren Erfolg. Immerhin finden die Erprobungen samt Beseitigung von Fehlern auch unter den Augen der Universität Stuttgart statt. Porsche hat sich mit Hitlers Unterstützung durchgesetzt. Dieser hat an den Entwurf geglaubt, so deutlich, dass er sich bei der Vorstellung des neuen Opel P4 auf der IAA 1937 abrupt abwendet, obwohl diese immerhin vorhandene Konstruktion schon für ca. 1500 RM zu haben ist. Aber Opel ist zu der Zeit schon ein amerikanischer Konzern.

Gott sei Dank hat das NS-Regime nicht überlebt. Hätte es das, darf man zweifeln, ob der Käfer je einen solchen Erfolg gehabt hätte. In Deutschland ist die Zahl der Leute begrenzt, die sich so ein Auto leisten können. Und doch gelingt die Quadratur des Kreises. Das Regime benutzt die zwangsvereinnahmten ehemaligen Gewerkschaftsgelder der Deutschen Arbeitsfront, um ein riesiges Werk in Wolfsburg für den nun Kraft durch Freude-Wagen zu bauen. Die Grundsteinlegung 1938 und anschließende Präsentation der Wagen in ganz Deutschland führt zum Abschluss von weit mehr als 300.000 Sparverträgen. 03/10

Teil 3


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