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Fast 50 Jahre Toyota Corolla



Es wird Zeit, über das meistverkaufte Auto der Welt zu schreiben. Nein, es ist weder das T-Modell von Ford noch der VW-Käfer. Es gibt eines, von dem sind so viele verkauft worden wie von beiden zusammen. Die Sprache ist vom Toyota Corolla.

Wir schreiben das Jahr 1966. Da gibt es den in USA für Toyota tätigen Ingenieur Tatsuo Hasegawa. Der beobachtet u.a. auch die Szene und berichtet darüber nach Japan. Wer hätte gedacht, dass dort daraufhin ein gewisser Opel Kadett wahrgenommen wird der seit 1962 im Werk Bochum produziert wird.

Ein neues Auto mit einem neuen Werk um dem seit knapp 30 Jahren regierenden, relativ unveränderten VW-Käfer Paroli zu bieten. Genau das will Toyota auch und nimmt sich an dem Kadett ein Beispiel. Das derzeitige Programm besteht aus dem Publica mit 0,7 und dem Corona mit 1,5 Liter Hubraum. Da hinein würde ein neuer Wagen mit zunächst geplanten 1,0 Litern passen.

Bis 1 Liter sind Autos damals in Japan steuerbegünstigt.

Aber die Corolla wäre wohl kaum so berühmt geworden, hätten nicht mehrere Faktoren eine Rolle gespielt. Da ist zunächst die etwas gehobene Ausstattung durch den bisher in dieser Klasse eher als Billigheimer bekannten Hersteller. Mit 1,1 Liter Hubraum bekämpft man zunächst erfolgreich den in Japan gleichzeitig erscheinenden Nissan Sunny.

Hauptsächlich verkauft werden Vierganggetriebe mit Knüppelschaltung, obwohl in Japan bis dahin eher drei Gänge vorkommen, die am Lenkrad geschaltet werden. Es ist ein Automat mit zwei Stufen optional, ja sogar auf den Einbau einer Klimaanlage ist der Wagen vorbereitet. Sicherlich keine schlechte Voraussetzung für den zwei Jahre später beginnenden Export nach USA.

Es gibt noch mehr positive Entwicklungen im Zusammenhang mit der Geburt der ersten Corolla. So arbeiten die ohnehin schon nahen Zulieferer noch intensiver mit dem Herstellerwerk zusammen. Das ist die Produktion Just-In-Time viele Jahre bevor sie nach Europa kommt. Und dann sind da noch die gravierenden Mängel in der amerikanischen Qualitätssicherung und Kundenbehandlung.

Um es kurz zu machen, Toyota schafft in USA im ersten Corolla-Jahr eine Verdoppelung des Absatzes. Zusammen mit den 1970 kommenden Verbesserungen an dem Fahrzeug wird man nach und nach vom 21. auf den 2. Platz bei den Importfahrzeugen hinter den VW-Käfer aufsteigen. Ab der Tokyo Motor Show 1970 verzweigt neben dem 1,2 Liter mit 54/57 kW (73/78 SAE-PS) die Corolla-Entwicklung in Motoren mit 1,4 Liter Hubraum und verschiedenen Karosserien. Es gibt zwei-, viertürige Limousinen, drei- und fünftürige Kombis, Coupé sogar mit Hardtop in verschiedenen Variationen.

Der Grund, warum der Corolla der offiziell geäußerte Ruhm als meistverkauftes Auto der Welt versagt blieb, sind die unzähligen Varianten, die sich z.T. auch weit von der Ursprungskonstruktion entfernt haben. Es werden auch schon existierende Typenreihen unter dem Namen 'Corolla' subsumiert. Das war einmal ein Fahrwerk mit Motor vorn und Antrieb hinten über eine Starrachse, schon je nach Karosserieaufbau blatt- oder schraubengefedert. Vorne gab es immer Scheibenbremsen und platzsparende McPherson-Federbeine.

Die Motoren sind allesamt Vierzylinder-Reihenmotoren mit bis zu 1,84 Liter Hubraum. Darunter gibt es in den Achtzigern auch DOHC-Triebwerke mit bis zu 85 kW (115 PS) und einen Dieselmotor. Erstaunlicherweise ist zu frühen Zeiten des Standardantriebs der Radstand der gleiche wie beim Konkurrenten VW-Käfer, 2,4 Meter. Die Umstellung auf quer liegenden Frontantrieb erfolgt für den Kombi erst 1987, ansonsten 1983 als einer der letzten Hersteller in diesem Segment.

Der Erfolg der Corolla entwickelt sich weiter. Gerade die 1992 erscheinende Version gilt zwar nicht als auffällig schön, aber als legendär langlebig. Es werden insgesamt 10 Modellgenerationen gezählt. 2013 überschreitet die Modellreihe die 40-Mio-Grenze. Er wird noch immer unter diesem Namen verkauft, nur z.B. nicht mehr in Deutschland. 06/13


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