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Toyota Brennstoffzellentechnik



Jede Technik braucht ihre Einführungsphase. Das Publikum ist zunächst skeptisch, die Technik exorbitant teuer. Toyota weist darauf hin, dass auch bei der Einführung der Hybridtechnik 1997 das Käuferinteresse zunächst äußerst gering war. Heute ist die Million pro Jahr schon überschritten. So könnte es auch der Brennstoffzelle gehen.

Man kann beobachten, dass Toyota die Kapazität der Hochvoltbatterien langsam absenkt, obwohl die vor noch gar nicht so langer Zeit eingeführte Plug-In-Technik eigentlich Batterien mit mehr Kapazität bräuchte. Offensichtlich will man den Kaufpreis von Hybridautos attraktiv halten, glaubt nicht an eine deutliche Verbilligung der Batterien in naher Zukunft.

Bei großer Reichweite ist die Brennstoffzellentechnik heute schon günstiger als die reiner E-Antriebe. Vergleichen Sie nur das Tesla Modell C mit dem Mirai, sogar wenn Sie bei letzterem die echten Kosten nehmen. Toyota sagt, vernünftige Reichweiten seien mit reinem E-Antrieb nicht zu bezahlen, nutzen aber die beim Hybrid gewonnenen Erfahrungen.

Es gibt aber noch ein wichtiges Argument, das für den Betrieb von Brennstoffzellen mit Wasserstoff spricht. Wie schon eine ca. einstündige Sonnenfinsternis zeigt, wird es bei den erneuerbaren Energien wohl nur selten einen vernünftigen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage geben. Und genau da könnte die mögliche Erzeugung von Wasserstoff sinnvoll sein.

Natürlich kann man z.B. überschüssigen Solarstrom in Batterien speichern, aber zu welchen Investitionskosten? Vielleicht können sich das reiche Länder noch leisten, aber wirtschaftlich wird das wohl kaum werden. Außerdem verliert ein Wasserstofftank auf die Dauer weniger Energie als eine Hochvoltbatterie. Sicher, bei der Umwandlung von Strom in Wasserstoff ist der Wirkungsgrad nicht besonders hoch, aber soll man denn z.B. die Windräder lieber anhalten, wenn deren Energie nicht direkt verbraucht werden kann?

Und wie soll denn die Luftfahrt, einer der größten Energieverbraucher, auf reinen E-Antrieb umgestellt werden? Sicher, es fliegt grade so ein Gefährt um die Welt, mit einem Piloten, der im Prinzip vier oder fünf Tage und Nächte lang wach bleiben muss. Und wehe, es käme ein Sturm auf. Wie sollen denn jemals bis zu 700 Passagieren ca. 10.000 km weit transportiert werden können? Und in welcher Zeit wären die Batterien wieder aufgeladen?

Freilich, die nötigen Investitionen in das Wasserstoff-Tankstellennetz sind hoch. Auch ist Wasserstoff schwierig zu speichern. 700 bar Speicherdruck mit Kunststoff innen, einer durch Kohlefaser verstärkten zweiten Lage und Glasfaserverbund außen, zum Fahrgastraum hin zusätzlich schützendes Bodenblech. Wenn der 14 Mal leichtere Wasserstoff als Luft frei wird, verflüchtigt er sich sehr schnell nach oben, brennt als Fackel aber nur kurz, weil seine Konzentration nicht ausreicht.

Wenn Sie das einmal etwas abstrakter betrachten, dann passt die Brennstoffzellentechnik in Verbindung mit Wasserstoff in die digitale Welt. Wenn Sie vielleicht künftig oder schon jetzt die Zeitung als E-Paper lesen, dann ist nicht Stoffliches wirklich transportiert worden. Fast ebenso ist es mit dem Wasserstoff. Der ist zwar transportiert worden, kehrt aber im Prinzip ohne Veränderung zurück in den Kreislauf. Vielleicht können Tankstellen irgendwann auch nur mit Strom beliefert werden und den Wasserstoff selbst produzieren. 03/15



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