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Spirit of Ecstasy - 1911









Da gibt es im England der Jahrhundertwende einen gewissen Charles Sykers, Spross einer künstlerisch begabten Familie. Deren Einkommen aus entsprechender Selbstständigkeit und seine Begabung ermöglichen ihm ein Studium am Royal College of Art in Süd-Kensington (London). Während der drei Jahre dort wird er unter kundiger Hand zum Allrounder ausgebildet.

Die Familie hofft natürlich auf eine Rückkehr nach Newcastle-upon-Tyne, doch Sykers entscheidet sich für einen Verbleib in London. Von seinem ersten Auftrag schuldet ihm noch jemand Geld und statt zu zahlen, macht er ihn mit John Montegu bekannt, der von 1902 an das wöchentlich erscheinende Magazin The Car Illustrated herausgibt.

John Montegu gehört einer berühmten Adelsfamilie an, deren 4. Earl im achtzehnten Jahrhundert das Sandwich erfunden haben soll und von der noch heute ein Vertreter gleichen Namens im House of Lords sitzt, obwohl dessen Abgeordnete inzwischen in der Zahl reduziert und gewählt sind. Hier jedoch ist die Rede von John Edward Scott-Montegu, der sich als College-Sportler (Ruderer) und später als Politiker besonders hervortut. In erster Linie aber scheint er ein früher Autonarr zu sein.

Er ist verheiratet mit Lady Cecil Kerr, die er aber mit einer Mätresse betrügt. Diese arbeitet für ihn zunächst als Sekretärin und später als seine persönliche Assistentin. Nicht bekannt ist, wie oft sie in den Büroräumen am Piccadilly Circus, dem Herzen von London, anwesend ist. Die Öffentlichkeit wahrt offensichtlich Stillschweigen über diese Beziehung, aus der auch eine Tochter hervorgeht.

Eleanor Velasco Thornton, so der Name der Geliebten, ist für diese Story hier von besonderem Interesse, weil sie Charles Sykers nicht nur für die Kühlerfigur Spirit of Ecstasy Modell gestanden haben soll, sondern auch schon diverse Male vorher. Der arbeitet für die neue Autozeitung und hilft durch künstlerisch eindrucksvolle Arbeiten, das Niveau auf das der erlesenen Kundschaft zu heben.

Auch außerhalb der Tätigkeit für die Zeitschrift gibt es für Sykers, durch Montegu protegiert, zahlreiche Gelegenheiten, sein Können zu beweisen. So hat er den von Montegu gestifteten Teampokal für das Gordon Bennet Rennen von 1903 in Irland und diverse Medaillen als Renn-Trophäen geschaffen. Schon immer spielt bei seinen Werken die griechische Mythologie eine Rolle.

Montegus Nähe zu Rolls-Royce überträgt sich auf den häufig mitfahrenden Sykers, der diesen mit seinem Silver Ghost bei vielen Gelegenheiten auf die Leinwand bannt. So ist es keine Überraschung, dass er bald auch die Rolls-Royce-Broschüre künstlerisch gestaltet. Anlässlich einer besonders komfortablen und schnellen Fahrt soll Charles Sykers die Assoziation einer Elfe gehabt haben, die auf der Motorhaube mitschweben könnte, ohne die Balance zu verlieren.

Und wie ist der Auftrag für die Statue auf dem Kühler entstanden? Charles Rolls ist 1910 tödlich verunglückt und Henry Royce soll gegen eine Störung der Silhouette des Fahrzeugs gewesen sein. Trotzdem gibt es eine Notwendigkeit, weil gewisse Rolls-Royce-Nutzer die bis dato unverzierten Fahrzeuge mit protzigen Kreationen übelst verunstalten.

Wir werden wohl nie ganz sicher sein, ob Eleanor Thornton wirklich Modell gestanden hat. Es soll sie und die Kühlerfigur auf einem Foto geben, aber was beweist das schon? Auch soll sie bei dem Prototyp der Figur mit einem Finger die Lippen berührt haben, um die Ruhe des Triebwerks zu demonstrieren, für die nicht nur die ersten Rolls berühmt sind. Dem widerspricht allerdings, dass die ersten Figuren 'The spirit of speed' genannt wurden und die Firma erst nachher lieber auf die Ruhe als die Geschwindigkeit hinweist.

Nachweislich gibt es aber zur Verbesserung der Aussicht nach vorn und der Fahrsicherheit ab 1934 eine kniende und dann bis heute die verkleinerte Spirit of Ecstasy (bitte nicht 'Emily'). Sie verschwindet inzwischen im Kühlergrill und beugt damit Diebstahl vor. Nachzutragen ist noch das Schicksal von Eleanor Thornton, die beim Schiffsangriff eines deutschen U-Boots mit mehreren hundert Menschen im Mittelmeer ertrinkt. Montegu überlebt den Angriff. 10/14




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