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1956 Mercedes 220 S




Man sieht es ihm auf dem Bild oben kaum an, aber Fahrgastraum und Vorderwagen sind länger. Das ergibt einen größeren Radstand und schafft mehr Platz besonders für die Passagiere auf der Rückbank. Vorne passt jetzt der längere Sechszylinder-Reihenmotor. Die Streckung hat dem Design gut getan. Auch zu dieser Zeit geht es schon um Überholprestige. Deshalb betreffen die meisten äußeren Veränderungen gegenüber den leistungsschwächeren Modellen den Frontbereich. So entfallen beim 220er die klobigen Blinker relativ weit hinten auf den vorderen Kotflügeln. Dafür gibt es ganz weit vorn die vom Vorgänger übernommenen, sehr massiven Chromhalter mit Blinkerglas. Die Einlässe für die Innenraumbelüftung sind weiter nach unten gewandert und weder mit Chrom verziert noch irgendwie auffällig gestaltet. Dadurch wird die Senkrechte betont. Die übrigen Änderungen sind nicht sehr auffällig. Dazu gehört ein schräger gestellter Kühler, der einen Hauch mehr Aerodynamik vermitteln soll. Natürlich sind insgesamt mehr Chromleisten zu finden, am Dachrand, in Sicken, an den Kennzeichenleuchten und dem Griff darunter.
Innen ist neben dem größeren Sitzkomfort hinten auch das geänderte Armaturenbrett (Bild 1) auffällig. Es hat einen Breitbandtacho. Die Holzverkleidung setzt sich an den Türen und der A-Säule fort. In der Anzahl der Aschenbecher ist das Innenraumdesign dem heutigen (2006) überlegen. Ansonsten sieht man die deutlichen Unterschiede.


Während der 220 a sich vom 180er durch längeren Innen- und Motorraum unterscheidet, hat der 219 nur den längeren Motorraum wegen dem Sechszylinder. Daher stammt auch die krude Modellbezeichnung. Schon immer haben Hersteller versucht, durch Kombination der kleineren Karosserie mit dem größeren Motor ein weiteres Modell ohne große Zusatzkosten zu kreieren. Hier allerdings klappt das mit dem Verkaufserfolg nicht so gut. Vielleicht liegt das an dem größeren Verlangen nach Prestige. Ein Mercedes, der einen stärkeren Motor hat, muss das auch nach außen hin zeigen. Die Tarnung größerer Motoren, z.B. durch Weglassen der Typenbezeichnung, kommt erst viel später.
Dabei ist der unverändert vom 220a übernommene Motor mit dem Frontgesicht bei deutlich reduziertem Preis durchaus eine Überlegung wert. Dazu gesellt sich eine härtere Federung, die der Pendelachse ausgesprochen gut tut. Eigentlich genau das Auto für unauffällig schnelles Reisen. Aber es hilft nichts. Retten kann das Projekt auch nicht eine später durchgeführte Erhöhung der Leistung auf 66 kW (90 PS) bei gleicher Nenndrehzahl. Man könnte es so ausdrücken: Wer das Geld für einen 219 hat, der kann auch noch 2000 DM drauflegen und hat einen "richtigen" Mercedes-Sechszylinder. Der deutlich höhere Exportanteil dieses Fahrzeugs zeigt, das Ausland war schlauer.

Was immer das 'S' heißen soll, es ist mehr Leistung angesagt. Zwei Registervergaser und eine geänderte Motorsteuerung sorgen für deutlich mehr Dampf. Das Drehzahlniveau für das höchste Drehmoment steigt. Trotzdem ist der Motor sogar noch etwas elastischer geworden.
Die höhere Leistungsstufe steht am Beginn einer neuen Technologie bei Daimler-Benz. Von jetzt ab steht für lange Zeit das 'E' für die Einspritzanlage, die 1958 in Benzinmotoren keineswegs selbstverständlich ist. Im Gegensatz zum 300er handelt es sich um eine Saugrohreinspritzung mit wesentlich geringeren Einspritzdrücken. Diese werden in einer Kombination von Reihen- und Verteilerpumpe erzeugt. Es handelt sich um ein mechanisch/hydraulisches System mit Sensoren wie bei der Elektronik. Mit diesem System kann z.B. der Leerlauf bei Wählhebelstufe D der Automatik angehoben werden. Auch für Kaltstart und Kaltleerlauf gibt es ausgeklügelte Lösungen. Insgesamt wird es jedoch für diese Ausführung der Einspritzanlage wegen etwas erhöhter Störanfälligkeit kein sehr langes Leben geben. Sie wird nur noch in den anschließenden 300er übernommen.
Für den Fahrbetrieb kann sich das Ergebnis sehen lassen. Trotz gleichem Verdichtungsverhältnis wird mehr Leistung erzielt. Und das bei vorbildlichem Regelverhalten in den verschiedenen Betriebszuständen und geringerem Kraftstoffverbrauch. Von jetzt an wird Daimler-Benz diese Technik auch und gerade in der Großserie noch viel mehr anwenden.










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